“24-Stunden für GOTT” – 2015

„Und am Freitagabend beginnen wir mit unserer Aktion „24 Stunden für GOTT“, so lautete die Vermeldung am vergangenen Sonntag. Wir starten um 19.00 Uhr mit der Vesper und der Aussetzung des Allerheiligsten in der Wallfahrtskirche, dann erfolgt eine stille Anbetung, um 21 Uhr beten wir die Kreuzwegandacht, um 22 Uhr den Barmherzigkeitsrosenkranz, anschließend Musik und Gesang und zum Abschluss des Freitags um 23.45 Uhr der Eucharistische Segen. Am Samstag laden wir zum Laudesgebet um 8.45 Uhr und zur anschließenden Eucharistiefeier mit Aussetzung des Allerheiligsten um 9.15 Uhr ein. Nach dem Gottesdienst ist stille Anbetung, um 15 Uhr Barmherzigkeitsrosenkranz, und um 18 Uhr Vesper. Um 19 Uhr beschließen wir mit dem Rosenkranz und dem eucharistischem Segen den 24stündigen Gebetstag.

Anbetung

„Strammes Programm“, dachte ich und mir kam unwillkürlich der Vergleich mit dem Sport ein. Das  ist ja schon fast ein Gebetsmarathon. Wie wollen das die Brüder alles schaffen? Wie kann man nur – mit Ausnahme von ein paar Stunden Nachtruhe – so lange durchbeten. Ich bin überzeugte Katholikin, stehe aber manchen Aktionen auch kritisch gegenüber. Trotzdem gebe ich jeder Aktion eine Chance. Mitmachen, das Erlebte in sich wirken lassen und erst dann entscheiden, ob die Skepsis angebracht war. So entschloss ich mich, die heilige Messe am Samstagmorgen um 9.15 Uhr zu besuchen.

 

Ich war überrascht. Mit so vielen Gottesdienstbesuchern hatte ich an einem Samstagmorgen gar nicht gerechnet. „Da hat doch jeder etwas anderes zu tun“, hatte ich vermutet, doch weit gefehlt. Die Atmosphäre war von stiller Andacht geprägt. Ich lauschte der Predigt von Pater Mateusz, in der vom Hochmut des Pharisäers gegenüber dem reumütigen Zöllner die Rede war. All die guten Werke werden dem Pharisäer nichts nützen, weil sie ihn zum Hochmut und Stolz verleitet haben. GOTT aber sieht das Herz und ruft jeden Menschen zur Umkehr. Das war auch ein Grund, warum der Heilige Vater Franziskus im vergangenen Jahr die Aktion „24 Stunden für GOTT“ ins Leben gerufen habe. Vor allem das Sakrament der Beichte sollte wieder in den Fokus gerückt werden.Ich lade Sie ein, sich von JESUS reinigen zu lassen“, so schloss Pater Mateusz seine beeindruckende Predigt.

 

„OK, dachte ich, wieder ein neuer Aspekt – vom Heiligen Vater im vergangenen Jahr ins Leben gerufen“.  Ja – ich erinnerte mich wieder: „Da war doch was.“ Meine Neugierde war geweckt und ich recherchierte im Internet und fand: „24 Stunden für GOTT“, heißt die Initiative des Päpstlichen Rates zur Förderung der Neuevangelisierung… Weltweit wird zu Beichte und eucharistischer Anbetung aufgerufen. Und schon im vergangenen Jahr gab es: „begeisterten Reaktionen“… (Quelle Kathe Net). „Es ist zwar eigentlich traurig“, dachte ich, „dass man mit solchen Aktionen auf die Beichte und die Eucharistische Anbetung aufmerksam machen muss, aber in unserer schnelllebigen Zeit kommt das Glaubensleben – egal in welchen Bereichen – häufig zu kurz.“

Nacht

„24 Stunden für GOTT“, wenn ich es nochmal überdenke, soll diese Aktion das Bewusstsein schärfen. GOTT gebührt die erste Stelle. GOTT soll angebetet und von uns verherrlicht werden. Die Beichte ist zu unserem Heil da, weil JESUS uns durch seinen Tod am Kreuz die Versöhnung mit GOTT erst möglich gemacht hat. „24 Stunden für GOTT“, ein Fingerzeig, dass wir für GOTT leben sollen, dass wir IHM dankbar sein und IHM dienen sollen. Es ist wichtig, dass die Christen sich dieser Aufgabe, dieser Berufung, wieder bewusst werden, damit der HERR noch Glauben vorfindet, wenn er wiederkommt.

 

Meine anfängliche Skepsis ist der Erkenntnis gewichen: Solche Aktionen sind heutzutage wichtiger denn je. Schade nur, dass sie nicht immer die Resonanz finden, die ihnen gebührt. Schade, dass gerade die jungen Leute oft diesen Angeboten fern bleiben. „24 Stunden für GOTT“ sollte auch das intensive Gebet für die Jugendlichen beinhalten, denn sie sind die Glaubensboten für die zukünftige Generation. Nur wenn die Jugend von heute noch glaubt, wird sie den Kindern von morgen den Glauben weiter geben. Wir bräuchten noch viel mehr solcher oder ähnlicher Aktionen, damit GOTT wieder in den Fokus der Weltöffentlichkeit gerückt wird und nicht nur zum „Nothelfer“ degradiert wird, den man in guten Zeiten nicht zu brauchen glaubt.

 

„24 Stunden für GOTT“. Auch im nächsten Jahr werde ich wieder mitbeten und mitsingen. Denn oft genug gerät GOTT auch in meinem Leben ins Hintertreffen.

 

Andrea Weinmann

Gersheim

 

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