5. Fastenpredigt – Bericht

Am Sonntag, 13. März 2016, predigte Pater Józef Matula im Rahmen der diesjährigen Fastenpredigtreihe zum letzten geistlichen Barmherzigkeitswerk „Für Lebende und Verstorbene beten.“

GOTT besitzt als unser Vater die ganze Macht des Himmels. Wenn wir beten, sprechen wir mit dem SCHÖPFER des Universums. Der christliche Schriftsteller Andrew Murray sagte einmal: “Die Macht unseres Gebets hängt fast völlig davon ab, ob wir verstehen, mit wem wir reden.” Wenn wir beten, sprechen wir mit GOTT, der sowohl unbegrenzt groß – als auch klein ist. Er ist unendlich viel mächtiger als das Universum, das er erschaffen hat, und doch ist er ganz nahe bei uns, wenn wir beten.

Wenn wir unsere wunderbare Welt und unser eigenes Leben betrachten, erkennen wir, dass GOTT VATER als Erster am WERK ist. Seine Barmherzigkeit zeigt sich dadurch, dass er als SCHÖPFER aller Dinge möchte, dass wir ihn Papa nennen und ohne Angst mit ihm verbunden sind. Das Gebetsleben ist wie eine “Bekehrung”, wie eine Bewegung, durch die wir uns nach vorne kehren. Das GEBET ist untrennbar vom Opfer und von der Nächstenliebe. Durch beides wird GOTT verherrlicht. Das Opfer verherrlicht IHN als GOTT, die brüderliche Liebe als VATER. Barmherzigkeit öffnet uns auf GOTT und die Anderen.

Gott zieht uns aus der Isolation heraus. Wir konzentrieren uns nicht mehr auf uns selbst und beten sogar für die, die schon uns vorausgegangen sind. Um die WERKE der Barmherzigkeit auszuüben, gab uns Gott konkrete Werkzeuge: Trostworte, Lächeln, Zeit, Arznei, materielle Unterstützung, Essen oder Obdach für die Armen. Als Christen sind wir darüber hinaus zum Beten berufen. Das Gebet ist ein Werk der Barmherzigkeit, das jederzeit möglich ist.

Oftmals hören oder sagen wir: “Hier kann man nichts machen, da hilft nur noch beten.“ Wenn wir dieses Werkzeug öfter benutzen, werden auch wir die Erfahrungen machen, dass unser VATER wirklich allmächtig ist und den Lebenden und Verstorbenen zu Hilfe kommt.

Durch Glauben und Gebet öffnen wir uns auf ganz neue Dimensionen. Unser Gebet vermag alles, da wir nicht aus unseren begrenzten Vorräten schöpfen, sondern aus GOTTES Ressourcen. Es besteht immer die Möglichkeit, dass GOTTES Barmherzigkeit die Anderen durch uns erreicht. Schon im Alten Testament lesen wir: “Es ist ein heiliger und frommer Gedanke für die Lebenden und Toten zu beten, damit sie von der Sünde befreit werden.”

Wir glauben an die Gemeinschaft der Heiligen. Mit den Verstorbenen bleiben wir über den Tod hinaus verbunden. Wir pflegen die Gräber und besuchen die Friedhöfe. An den Beerdigungen und Messen für die Verstorbenen nehmen nicht nur die Angehörigen, sondern auch die Nachbarn und die Gemeindemitglieder teil. Bei solchen Anlässen versuchen wir, durch das Gebet zu helfen. Somit wird die Bibelstelle, dass “die Liebe stärker ist als der Tod”, zur lebendigen Realität!

„Betet füreinander, damit ihr geheiligt werdet! Viel vermag das inständige Gebet eines Gerechten.“ Der heilige Maximilian Kolbe sprach davon, dass man durch das Gebet alles erbitten könne. Ein vollkommenes Gebet ist immer uneigennützig und selbstlos. Wir sollen nicht nur in unseren Anliegen, sondern für unsere Mitmenschen beten. Wenn wir für die beten, die Gott noch nicht kennen, sind wir barmherzig wie ER! Wir suchen nicht unseren Vorteil, sondern vergessen uns und erflehen die Gnaden für sie..

Der Heilige Geist bewegt heute unzählige Menschen zum Beten: Weltweit mehren sich Gruppen, die füreinander beten. Gemäß dem Zweiten Vatikanischen Konzil sollen unsere Pfarreien und Familien betende Gemeinschaften sein. Beim Weltjugendtag treffen sich junge Leute aus der ganzen Welt zum Gebet. Über das Internet bitten viele Leute, dass wir sie in unsere Gebete einschließen.

Im Tagebuch der Heiligen Faustine finden wir viele Stellen die uns zum Gebet anspornen: „Das Gebet einer demütigen und liebenden Seele besänftigt den Zorn Meines Vaters und zieht ein Meer von Segen herab.“ „Von da an entzündete sich in meinem Herzen eine noch reinere Liebe zu den Armen und Bedürftigen. (…) Die innige Gottesliebe sieht in ihrem Umkreis fortwährend die Notwendigkeit mit der Tat, dem Wort, und dem Gebet Hilfe zu leisten.“ „(…) Wisse, dass es deine Aufgabe ist, für mich Seelen zu gewinnen durch Gebet, Opfer und durch Ermutigung, Meiner Barmherzigkeit zu vertrauen. Wir wissen nicht, welche Zahl von Seelen wir durch unsere Gebete retten sollen, deshalb sollten wir stets für die Sünder beten.“

Das Gebet ist eine Gabe GOTTES in seiner Beziehung zu den Menschen. Im Gebet begegnet der Durst GOTTES unserem Durst. GOTT dürstet danach, dass wir nach ihm dürsten” (KKK). Das Christliche Gebet ist eine Bundesbeziehung zwischen GOTT und dem Menschen in CHRISTUS. Deshalb trägt es alle Werke der Barmherzigkeit. Unsere gesamte Spiritualität sind in bekannten Redewendungen gefasst: “Bete und arbeite” und “Betet, als ob alles von GOTT abhinge, und arbeitet, als ob alles von euch abhinge.” Mit der Aufforderung: „Liebe Schwestern und Brüder, beten wir weiter…“, endete Pater Józefs Predigt.

Pater Józefs Predigt stimmte mich nachdenklich. Es gibt viele Arten zu beten: „Man kann bitten und danken, jubeln und wehklagen, laut beten oder ganz still vor GOTT sein, bekannte Gebete sprechen oder mit seinen eigenen Worten alles, was einen bewegt, vor GOTT bringen. Wichtig scheint mir zu sein, dass wir GOTT durch unser Beten immer an unserem Leben teilhaben lassen und nicht nur dann beten, wenn es uns nicht gut geht. Gebet ist eine lebendige Beziehung zu GOTT in allen Lebenslagen. Es ist wie bei einem Telefonat: GOTT ist immer an der anderen Seite der Leitung. Es ist an uns, ob wir zum Hörer greifen und mit IHM telefonieren oder nicht.

Andrea Weinmann
Gersheim

 

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