Bericht von der Wallfahrtswoche

„Wie schön“, dachte ich, als ich Mitte August das Plakat entwarf, „bald ist wieder Wallfahrtswoche.“

Beim Malen des Plakats ließ ich meinen Gedanken an die Wallfahrtswochen der vergangenen Jahre freien Lauf. So wuchs die Vorfreude bei mir stetig an.

Endlich war es wieder soweit: Am 8. September, dem Fest Mariä Geburt, begann, wie es seit langem Brauch ist, die diesjährige Wallfahrtswoche. Und auch dieses Mal war ich erfreut, wie viele Gläubige den Weg zum Kloster fanden. Christen aller Altersstufen waren vertreten. Und jeder, da bin ich mir sicher, brachte seine ganz persönlichen Anliegen mit zur GOTTESMUTTER. Manche kamen mehrmals, manche nur ein einziges Mal: Alle aber einte der Wunsch, der MUTTER GOTTES die Ehre zu erweisen.

So war ich immer wieder ergriffen von der Atmosphäre. Man spürte die Frömmigkeit der Besucherinnen und Besucher. Weit über „den Hahn“ hinaus hallten Marienlieder wie „Meerstern, ich Dich grüße“, „Gegrüßet seist Du Königin“ und zum Abschluss durfte das „Salve Regina“ nie fehlen. Mit dem Gebet: „Jungfrau, Mutter Gottes mein“ endeten die Gebetsanrufungen der heiligen Immaculata.

Am Donnerstag, 10. September 2015, hatten die Patres zu einem besonderen Gottesdienst eingeladen, der von Pater Adam zelebriert wurde, die „Wallfahrt der Kranken mit Krankensalbung“. Wie bereits in den vergangenen Jahren wurde dieses Angebot dankbar angenommen. Man muss nicht von Todesgefahr umfangen sein, um dieses Sakrament zu empfangen. Es waren vielmehr alle eingeladen, sich diese Stärkung vom HERRN schenken zu lassen, denn jeder von uns hat sein Päckchen zu tragen. Entsprechend groß war der Andrang, so dass gleich vier Patres das Sakrament spendeten: Pater Adam, Pater Józef L., Pater Rafał und Pater Mateusz.

Bis auf den letzten Platz besetzt war die Wallfahrtskirche beim Pontifikalamt mit Weihbischof Otto Georgens am Sonntag, 13. September 2015. Teilweise standen die Gläubigen sogar im hinteren Bereich der Kirche. Aufmerksam lauschte man der Predigt, die von MARIA, der Knotenlöserin, handelte. Weihbischof Otte Georgens forderte die Gläubigen auf, MARIA zu bitten, auch die Knoten im eigenen Leben zu lösen.

Ein besonderes Ereignis war für mich auch das Fest der Kreuzerhöhung, das Patroziniumsfest der Heilig-Kreuz-Kapelle. Die Predigt hielt Pater Józef L.. Bei der anschließenden Lichterprozession nahm Pater Józef eine Reliquie mit, die anschließend von den Gläubigen mit einem Kuss verehrt werden konnte. In einer ruhigen und von tiefer Frömmigkeit geprägten Atmosphäre, kamen die Gläubigen dieser Aufforderung nach.

Die Wallfahrtswoche endete – wie in jedem Jahr – am Fest „MATER DOLOROSA“, am Fest der sieben Schmerzen Mariens. Pater Mateusz hielt die Abschlussmesse und führte den Gläubigen vor Augen, dass MARIA deshalb so große Anziehungskraft auf die Menschen habe, weil sie selbst unsagbares Leid durchstehen musste. Das Schwert, das ihr nach Simeons Wort durch die Seele dringen sollte, war das furchtbare Leiden und der Kreuzestod JESU. „Gerade in der Pieta, der Darstellung der Schmerzensmutter, die den toten JESUS im Arm hält, finden viel Leidgeprüfte Trost“, so Pater Mateusz. MARIA ist auch den Leidenden der heutigen Zeit besonders nah.

Schon seit Jahren besuche ich die Wallfahrtswoche. Wir hatten schon Zeiten, in denen die Prozession durch die Kirche gehen musste, weil das Wetter so schlecht war. In diesem Jahr durfte ich erleben, dass es auch mal anders sein kann: Nicht eine einzige Prozession fiel aus. Und selbst wenn es einmal regnete, hörte es wieder so rechtzeitig auf, dass die Prozession stattfinden konnte. Getreu dem Motto: „Es gibt kein schlechtes Wetter, nur die falsche Kleidung“ oder „bei schönem Wetter kann jeder gehen“ ließen sich die Wallfahrer die Lichterprozession durch den Klosterpark nicht nehmen, selbst wenn die Sonne einmal nicht lachte.

Gibt es einen schöneren Beweis, dass es auch in unseren Tagen den Menschen ein Herzensanliegen ist, MARIA die Ehre zu geben?

Andra Weinmann
Gersheim

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