Lebendige Krippe 2016 in Wort und Bild

Seit acht Wochen probten die kleineren und größeren Darstellerinnen und Darsteller im Alter zwischen vier und zwanzig Jahren das diesjährige Krippenspiel. Nach und nach kamen beim Proben immer wieder neue Ideen auf, bis das Stück schließlich aufführungsreif war. Aber sehen Sie selbst… Lassen wir doch einfach die von mir kommentierten Fotos von Frau Kathrin Pfund sprechen:

 

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Der feierliche Einzug in die mit Kindern und Erwachsene gut besuchte Klosterkirche. Glich die Kniebeuge in der Generalprobe eher einer Laola-Welle, klappte sie bei der Aufführung nahezu perfekt.

 

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Pater Mateusz begrüßt die Gläubigen und stellt die Krippenspielkinder vor.

 

Mariä Verkündigung. Gabriel (Emely) fragt Maria (Teresa) im Auftrag GOTTES, ob sie bereit ist, GOTTES SOHN zu empfangen.

 

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Maria (Teresa) und Josef (Mika) auf dem weiten Weg nach Bethlehem.

 

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Maria (Teresa) und Josef (Mika) beim ersten Herbergsvater (Felix), der sie wegschickt.

 

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Maria (Teresa) und Josef (Mika) bitten beim zweiten Herbergsvater (Nico) um eine Bleibe, werden aber schroff abgewiesen und zu Jakobus geschickt.

 

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Jakobus‘ Herberge ist zwar ebenfalls voll belegt. Da er barmherzig ist, bietet Jakobus (Jan) Maria und Josef einen Platz in seinem Stall an und gibt ihnen noch eine warme Decke mit.

 

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Während Maria und Josef durch die Klosterkirche sich auf dem Weg zum Stall machen, werden die Feldkulisse (von Nico und Felix) und die Stallkulisse (von Jan und mir aufgebaut). Die Hirten und der Verkündigungsengel kommen aus der Sakristei und verbergen sich hinter der Feldkulisse.

 

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Maria (Teresa) und Josef (Mika) im Stall von Bethlehem, wo JESUS geboren wird.

 

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Der Engel des HERRN (Elisabeth) verkündigt den Hirten die Frohe Botschaft, dass JESUS im Stall von Bethlehem geboren sei. Unser Jüngster, Joshua, ist darüber so erfreut, dass er die Milchkanne fallen lässt, die mit lautem Gepolter die Treppenstufen nach unten rollt.

 

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Während die Hirten zum Lied „Kommet ihr Hirten“ zum Stall von Bethlehem ziehen, wird die JESUS-Puppe gegen ein echtes Baby ausgetauscht. Seine Mama sitzt auf meinen Wunsch hin beim Kind, damit es sich nicht ängstigt. Die Hirten kommen bei der Krippe an und huldigen dem JESUS-Kind (leider kein Foto vorhanden). Es folgt ein kurzer Wortgottesdienst-Teil, derweil die Hirten Spenden für eine Schule in Paraguay einsammeln.

 

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Am Schluss sind alle Krippenspiel-Kinder im Stall von Bethlehem vereint. Die Lichter symbolisieren die Hoffnung, die die armen Kinder in Paraguay und überall auf der Erde mit Weihnachten verbinden. „Tragt in die Welt nun ein Licht“ und „Tragt zu den Kindern ein Licht“ hat die Gemeinde zum Orgelspiel von Franz-Josef Berwanger gesungen.

 

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Zum Einzelsegen, den hier Pater Mateusz spendet, stellen sich zuerst die Krippenspielkinder auf. Sie haben es eilig, denn sich müssen rasch in der Sakristei warme Kleidung anziehen, um die Außenkrippe darstellen zu können.

 

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Die Musikerinnen und Musiker, die schon das Krippenspiel musikalisch umrahmt haben, spielen auch während der Kindersegnung.

 

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Pater Józef Junior segnet die Kinder.

 

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Pater Józef Senior segnet die Kinder.

 

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Pater Marcim (Bildhintergrund) beim Spenden des Segens.

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Das Foto zeigt unsere Krippenspiel-Kinder, die inzwischen warm angezogen die Außenkrippe darstellen.

2016-tiere2Tiere unweit der Außenkrippe. Ein herzliches Dankeschön an ihre Besitzer. Ohne Ihre Tiere wäre es keine richtige Lebendige Krippe. Und last but not least:

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Unsere fleißigen Helferinnen und Helfer. Im Bild zu sehen: Thomas und Daniela, Bruder Jakub und Pater Józef. Auch euch ein herzliches Dankeschön.

Ich freue mich schon auf die Lebendige Krippe 2017, getreu dem Motto: „Nach der Lebendigen Krippe“ ist „vor der Lebendigen Krippe“.

 

Andrea Weinmann

Gersheim

 

 

 

 

Pontifikalamt mit Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann

Feierlich – das Wort beschreibt, denke ich, am besten die Atmosphäre in der bis auf den letzten Platz gefüllten Wallfahrtskirche. Trotz der vielen Menschen war eine ruhige, aber dennoch gespannte Erwartungshaltung bei den Gläubigen zu spüren. All zu oft hat man in der „Provinz“ nicht die Gelegenheit, den Bischof zu sehen und eine Predigt von ihm zu hören. So durften sich die Franziskaner Minoriten, allen voran der neue Guardian Pater Mateusz, über einen regen Besuch des Pontifikalamts freuen.

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Foto: Andrea Weinmann

Nach dem großen Einzug durch die Heilige Pforte des Wallfahrtsklosters begrüßte Pater Mateusz Bischof Wiesemann in Blieskastel und dankte ihm für sein Kommen und das Zelebrieren der heiligen Messe. Der Bischof seinerseits entgegnete, dass er der Einladung, in Blieskastel mit den Gläubigen Eucharistie zu feiern, gerne gefolgt sei.

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Foto: Andrea Weinmann

Nach den beiden Lesungen, die von Nicole Jochemczyk aus Zweibrücken und mir vorgetragen wurden, las Kaplan Martin Seither aus Gersheim aus dem Evangelium nach Lukas, das Gleichnis von dem verlorenen Schaf, der verlorenen Drachme und dem barmherzigen Vater vor.

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Foto: Andrea Weinmann: Evangelium

In seiner mit Spannung erwarteten Predigt erinnerte Bischof Wiesemann vor allem an die Opfer von Terror und Gewalt. Auf den Tag genau vor 15 Jahren – am 11. September 2001 – wurden in New York die Twin Towers angegriffen. 2753 Opfer waren zu beklagen. Attentate mit oft sehr vielen Toten sind inzwischen leider an der Tagesordnung. Viele Menschen leben in Angst und Schrecken.

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Foto: Andrea Weinmann: Predigt

Bischof Wiesemann erinnerte daran, dass die einfache Lösung, Zäune zu errichten, keine wirkliche Lösung sei. Das Problem von Terror und Gewalt könne man nur global lösen. Deutschland profitiere durch seinen Außenhandel von der Globalisierung, das dürfe bei der Flüchtlingsdiskussion nicht vergessen werden. Das Christentum habe schon immer gewusst, dass das Böse eine eigentümliche Faszination und Anziehungskraft auf die Menschen ausübe.

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Foto: Andrea Weinmann: Predigt

 

Das Böse werde dem Menschen quasi mit in die Wiege gelegt. Wie anders sei demgegenüber MARIA. Sie, die ohne Erbsünde empfangen war, war als Einzige würdig, GOTTES SOHN in ihrem Leib zu tragen. Sie hat JESUS sein ganzes Leben begleitet bis unters Kreuz. Deshalb suchen so viele Christen in ihren Ängsten und Nöten Schutz und Trost bei der GOTTESMUTTER, die auch unsere Mutter ist.

 

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Foto: Andrea Weinmann: Eucharistiefeier

Im Anschluss an die feierliche Eucharistie, die von den Chören aus Herbitzheim und Hassel unter der Leitung von Erwin Lück musikalisch umrahmt wurde, lud Pater Mateusz die Gläubigen zur Lichterprozession ein. „MUTTERGOTTES, wir rufen zu dir“, tönte es ebenso durch den Park wie „MARIA, hilf uns all“. Zum Abschluss beteten wir im Klosterhof das Gebet „JUNGFRAU, MUTTERGOTTES mein“ und stimmten das „Salve Regina“ an.

 

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Foto: Elmar Becker: Lichterprozession

Bis ich wieder zu Hause war, war es schon 21.30 Uhr. Aber ich hätte um nichts in der Welt dieses schöne Pontifikalamt und die Lichterprozession verpassen wollen. Ich freue mich auf die restlichen Wallfahrtstage und bin immer wieder froh, so viele bekannte Gesichter zu sehen.

 

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Foto: Ralf Feix: Die Mitwirkenden beim Pontifikalamt

 

Andrea Weinmann

Gersheim

Eröffnung der Heiligen Pforte im Kloster Blieskastel

K800_DSC05805„Die Heilige Pforte kenne ich nur vom Papst und Petersdom“, war mein erster Gedanke, als Pater Mateusz in einer heiligen Messe den Gläubigen bereits vor Wochen mitteilte, dass dem Kloster Blieskastel die besondere Ehre zuteil werde, als einzige Kirche im Dekanat Saarpfalz eine Heilige Pforte zu bekommen. Diese Ankündigung ließ mich aufhorchen, und ich befragte Pater Mateusz nach dem Sinn einer solchen Pforte, die es im Bistum Speyer nur noch im Dom zu Speyer, im Kloster in Oggersheim und in Maria Rosenberg gibt.

K800_IMG_2327_1800x1200„Der Gläubige, der durch die Heilige Pforte die Klosterkirche betritt, erhält einen vollkommenen Ablass, wenn er beichtet, die Kommunion empfängt und für den Papst betet“ antwortete mir Pater Mateusz. So verwundert es auch nicht, dass viele Gläubigen aus nah und fern dieses besondere Ereignis miterleben wollten. Domdekan Dr. Christoph Kohl war eigens aus Speyer angereist, um die Pforte zu weihen. Pater Mateusz Micek, Pfarrer i.R. Hermann Kast und Ralf Feix konzelebrierten. Gemeinsam zogen sie in die Kirche ein, in welcher Domdekan Kohl die Gläubigen begrüßte.

 

K800_IMG_2329_800x1200Auf meine Frage, was ihn besonders bewegt habe, sagte mir der Hauptzelebrant: „Dass so viele Gläubigen in der Kirche waren: Die Kirche  war überfüllt. Auch die Empore war besetzt und an den Seiten und hinten standenK800_DSC05798 die Leute.“ Besonders beeindruckt zeigte er sich von der Tatsache, dass alle Gläubigen, denen es irgendwie möglich war, mit nach draußen kamen. Sie lauschten seiner Ansprache, die schließlich mit dem Segnen der Pforte und dem Besprengen der Gläubigen mit Weihwasser endete. Die Heilige Pforte wurde eröffnet – und so wie vorher alle durch die Seitentür aus der Kirche ausgezogen waren, zogen die Gläubigen gemeinsam wieder durch die nunmehr geweihte Heilige Pforte in die Kirche ein. So entstand ein wunderbares Gefühl der Zusammengehörigkeit und der Gemeinschaft.

Seine Predigt war ganz auf die Barmherzigkeit ausgerichtet. Er befragte die Gläubigen, was für sie der Begriff der Barmherzigkeit beinhalte und habe viele schöne Antworten bekommen. „Die Leute haben einfach mitgemacht und sich auf meine Vorschläge eingelassen. Auch beim „Vater unser“. Ich habe sie aufgefordert, einander beim Beten an den Händen zu halten – auch über den Mittelgang hinaus, um dieses Gefühl der Gemeinschaft zu verdeutlichen. Und auch darauf haben sich die Gläubigen eingelassen.“

AK800_DSC05800uf meine Frage, wie sich ein Priester auf ein solch‘ außergewöhnliches Ereignis vorbereite, sagte mir Domdekan Kohl: „Ich habe mich intensiv mit der Bulle des Heiligen Vater beschäftigt und auch daraus zitiert. Außerdem war ich bK800_DSC05804ei der Eröffnung der Heiligen Pforte in Speyer mit Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann zugegen. Auch das war für mich ein sehr intensives Erlebnis. Am Vorabend habe ich bei dem Collegium Vocale ein geistliches Konzert mitgesungen. Auch dadurch habe ich mich vorbereitet.“

Besonders zu Herzen ging Domdekan Kohl, dass er – quasi in seiner alten Heimat – die Heilige Pforte eröffnen durfte. Früher sei er als Kommunionkind mit seinen Eltern öfter in Blieskastel gewesen. Jetzt habe er den Leuten in seiner Heimat etwas zurückschenken dürfen. Er sei von den Gläubigen warmherzig empfangen und bei den Patres herzlich aufgenommen worden.

K800_DSC05812Bevor man wieder gemeinsam aus der Kirche auszog, wurde noch das Bild des Barmherzigen Jesus, dessen Original sich in Krakau befindet, geweiht. Die Resonanz bei den Gläubigen war durchweg positiv. Es war ein rundum gelungener Gottesdienst. Schön, dass wir jetzt auch im Dekanat Saarpfalz eine Heilige Pforte haben.

Andrea Weinmann
Gersheim

 

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Heilige Pforte im Kloster Blieskastel

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Am 8. Dezember 2016 eröffnete Papst Franziskus feierlich das Jahr der Barmherzigkeit in Rom. Dabei öffnete er die Heilige Pforte, die normalerweise durch eine Steinmauer verschlossen ist. Während des Heiligen Jahres 2016 dürfen Pilger/Innen durch diese Pforte den Petersdom betreten.K800_2015-12-19 15.18.21

In Anlehnung an dieses besondere Ereignis, das sonst nur alle 25 Jahre stattfindet, lädt auch das Bistum Speyer dazu ein, die Barmherzigkeit Gottes im eigenen Leben konkret zu erfahren. So werden an verschiedenen Wallfahrtsorten „Heilige Pforten“ eröffnet. Wir freuen uns besonders, dass unser Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann auch das Kloster Blieskastel für diese besondere Ehre der Öffnung einer „Heiligen Pforte“ ausgewählt hat.

Alle Gläubigen aus der näheren und weiteren Umgebung laden wir herzlich zur
Öffnung der Heiligen Pforte im Kloster Blieskastel
am kommenden Sonntag, 20. Dezember 2015, 11 Uhr,
durch Herrn Domkapitular Dr. Christoph Kohl

ein.

Die heiligen Pforten stehen für die Gläubigen bis 13. November 2016 offen. Neben dem Kloster Blieskastel gibt es im Dom zu Speyer, in der Wallfahrtskirche „Mariä Himmelfahrt“ in Ludwigshafen-Oggersheim sowie in Maria Rosenberg in Waldfischbach-Burgalben „Heilige Pforten“

Wir freuen uns, diesen besonderen Gottesdienst mit Ihnen allen feiern zu dürfen.

Pater Mateusz Micek
Wallfahrtsseelsorger

PASSIONSSPIELE Auersmacher 2015

Am Sonntag, dem 26. April 2015, traf sich ein Teil der Gemeinschaft des dritten Ordens, um zusammen mit Pater Mateusz nach Auersmacher zu den Passionsspielen zu fahren. Diese werden im Fünf-Jahres-Zyklus aufgeführt. Für die Saison 2015 fand an diesem Tag die letzte Aufführung statt. Weiterlesen: PASSIONSSPIELE Auersmacher 2015

Feierliche Eröffnung der Maiandachten

„MARIA MAIENKÖNIGIN, Dich will der Mai begrüßen,

oh segne holde MITTLERIN uns hier zu Deinen Füßen…“,

 

so beginnt ein bekanntes Marienlied.

 

Auch wir, die Franziskaner Minoriten Blieskastel, werden die GOTTESMUTTER in dem IHR besonders geweihten Monat ehren. An den Werktagen finden täglich um 18 Uhr Maiandachten in der Gnadenkapelle statt. Sonntags laden wir sie jeweils um 15 Uhr zur Maiandacht in die Wallfahrtskirche ein.

Kirschbaum

Zur Eröffnung unserer Maiandachten laden wir Sie herzlich am

 

Freitag, 1. Mai 2015, 18 Uhr, in unsere Wallfahrtskirche

 

ein. Im Anschluss an die feierliche Eröffnung ehren wir die GOTTESMUTTER besonders durch eine Lichterprozession durch den Klosterpark.

 

Wir würden uns besonders freuen, wenn möglichst viele Kinder kommen könnten. Gerade an sie ergeht in einem weiteren alten Marienlied die Aufforderung: „Kommt pflückt, kommt pflückt ihr Kinder die Blumen von der Au und schmückt und schmückt die HOHE, DIE KÖNIGLICHE FRAU.“

 

Ehren Sie mit uns die   JUNGFRÄULICHE GOTTESMUTTER. Besuchen Sie gerade im Mai  unsere Gnadenkapelle und das Vesperbild „Unserer lieben Frau mit den Pfeilen“ und feiern Sie mit uns die Maiandachten, denn GOTT selbst hat  MARIA  als  IMMAKULATA eine Sonderstellung gegeben. Sie hat bei JESUS sogar unterm Kreuz noch ausgeharrt. Sie wird auch uns auf unserem Lebens- ja vielleicht auch Kreuzweg begleiten. Rufen wir SIE  also täglich in den Maiandachten um Ihre Hilfe an: „Hilf MARIA, es ist Zeit, hilf MUTTER der Barmherzigkeit“. AMEN

Franziskaner-Minoriten

Blieskastel

Weltjugendtag – Vesper

Zwischen den großen Weltjugendtagen 2013 in Rio und 2016 in Krakau ruft der Papst jährlich an Palmsonntag zu kleinen Jugendtagen auf. Auch die Diözese Speyer beteiligte sich an dieser Initiative des Papstes, so dass sich außer in Blieskastel zeitgleich noch in Speyer, Ludwigshafen und auf Maria Rosenberg Jugendliche dem päpstlichen Aufruf anschlossen.

 

Jugendvesper_3So waren rund 35 Jugendliche nach Blieskastel gekommen, die eine hörenswerte Vesper gestalteten. Der Chor unter der Leitung von Christoph Nicklaus brachte zwischen den einzelnen Textbeiträgen moderne Chorstücke wie „Here we are“, „Herr ich komme zu Dir“,  „Hevenu Shalom“, „Sei behütet auf Deinen Wegen“, aber auch Altbekanntes wie „Selig seid Ihr“ zu Gehör, jedes Stück für sich von den Jugendlichen mit großer Hingabe vorgetragen.

 

Papst Franziskus stellte den diesjährigen Weltjugendtag unter das Motto der Seligpreisung: Selig, die ein reines Herz haben, denn sie werden Gott schauen“ (Mt 5 8). So beschäftigten sich die Jugendlichen auch während der gesamten Vesper eindrucksvoll mit diesem Motto.

 

 

Außergewöhnlich war die Wahrnehmungsübung. Mit verschlossenen Augen tasteten die Jugendlichen ihren Pulsschlag an den Schläfen, am Hals und am Handgelenk. Dann wurde ein Metronom eingeschaltet, das den Pulsschlag symbolisieren sollte. Im Takt des Metronoms wurden die Worte gesprochen: „Wir versuchen unseren Pulsschlag anzuhalten. Es gelingt uns nicht. Unser Leben gehört uns nicht, es ist uns anvertraut. Es ist uns geschenkt.“

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Die Geschichte vom Kaufmann mit dem steinernen Herzen, die im Anschluss vorgetragen wurde, handelte von einem Kaufmann, dessen einziges Ziel es war, immer reicher zu werden. Um dieses Ziel zu erreichen, gab er sein Herz dem Versucher und tauschte es gegen ein Herz aus Stein ein. Er wurde zwar steinreich, verlor aber sein gesamtes soziales Umfeld. Schließlich folgte er dem Rat von Bischof Nikolaus, dem er sich anvertraut hatte. Er verschenkte all sein Vermögen und jede gute Tat erfreute sein Herz. Der Stein in seiner Brust schmolz und sein Herz kam wieder. Als er starb war aus dem armen Reichen ein reicher Armer geworden.

 

Über diese Geschichte dachten die Jugendlichen bei Meditationsmusik von Christoph Nicklaus nach und erhielten dabei die folgenden Denkanstöße:

Was muss passieren, damit euer Herz zu einem Herz aus Stein wird?

Was bedeutet es, ein reines Herz zu haben?

Was müssen wir tun, um unser Herz zu „reinigen“ oder rein zu halten?

Welche Auswirkungen hat das auf unseren Umgang untereinander?

Schlägt dein Herz auch mal für Gott? Wann verlierst du es auch mal an ihn?

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Es folgte die Schriftlesung, die sogenannte Bergpredigt aus dem Evangelium nach Matthäus (Mt 5, 1 -12), in der JESUS selbst eine Antwort auf die Frage gab, wie man selig wird oder – anders ausgedrückt – ins Himmelreich kommt und GOTT schauen kann. Passend dazu sang der Chor im Anschluss das Lied „Selig seid ihr“

 

Es folgten die Fürbitten, das Vater unser und der Friedensgruß, der mit den Worten endete: „Du, guter Gott, kannst uns Wege zu diesem Frieden zeigen Du kannst unser Herz öffnen und uns zusammenführen. Fangen wir damit gleich an, geben wir uns ein Zeichen des Friedens.“ Nach dieser Aufforderung reichte jeder seinem Nachbarn zur Rechten und zur Linken, seinem Vordermann und seinem Hintermann die Hand zum Friedensgruß.

 

Die Vesper schloss mit dem Gebet:

 

Gott segne Dir den Weg, auf dem Du jetzt gehst.

Gott segne Dir das Ziel, für das Du jetzt lebst.

Gott, segne Dich auch, wenn Du rastest.

Er segne Dir das, was Dein Wille sucht.

Er segne Dir das, was Deine Liebe braucht.

Er segne Dir das, worauf Deine Hoffnung ruht.

Gott, der sich nach Dir sehnt, segne Deinen Blick und Dein Herz.

So segne uns der gute Gott,

der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen.

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Neuwahlen bei der Franziskanischen Gemeinschaft Blieskastel

Am Sonntag, dem 22. März 2015, war es mal wieder soweit: Wie es in einer franziskanischen Ordensgemeinschaft notwendig ist, standen Wahlen an. Wir trafen uns  um 11 Uhr zur gemeinsamen Messe. Pater Mateusz und der anwesende Pater Hermann-Josef aus Essen zelebrierten sie. Die Gemeinschaft wurde begrüßt. Die Lesung wurde von der derzeitigen Vorsteherin, Schwester Sigrid, vorgetragen.

Fastenessen

 

Im Anschluss trafen wir uns im Refektorium des Klosters. Nach einer unter Franziskanern üblichen herzlichen Begrüßung und dem ersten Austausch von Informationen und Neuigkeiten wurde zu Tisch gebeten. Schwester Daniela hatte eine herrliche Fastensuppe zubereitet, wobei dieses Fastengericht wirklich kräftig, lecker und reichlich war. Alle Sorten von Gemüse und dicke, saarländische Fleischwurst in einer deftigen Brühe wurden gereicht, dazu frisches knackiges Flute.

 

Die meisten Menschen fasten ja heut‘ zu Tage nicht mehr ausschließlich im Bereich des Essens. So ist es auch nicht verwunderlich, dass die meisten Leute nicht mehr wissen, dass der Sonntag vom Fasten ausgenommen ist und man dann auch z.B. Fleisch essen darf. Erst am Montag geht es weiter mit dem Fasten. Aber das nur am Rande. Nachdem wir gemeinsam den Tisch abgedeckt und uns wieder versammelt hatten, begann die eigentliche Wahl zuerst mit einer Begrüßungs- und Vorstellungsrunde.

Franziskanische Tischgemeinschaft

 

Anwesend waren:

 

  • Pater Hermann-Josef aus Essen in der Funktion als Regionalassistent. In Essen arbeitet er als Seelsorger für Drogenabhängige und Obdachlose und wusste vieles darüber zu berichten, auch heitere Anekdoten, aber natürlich auch sehr ernste Hintergrundinformationen.
  • Benjamin Berger, aus dem dritten Orden aus Frankfurt, war extra am Morgen angereist, um als Mitglied des Regionalvorstandes und als Schriftführer zu fungieren. Er kam mit herzlichen Grüßen von Ursula Klemm im Gepäck.
  • Gisela, scheidende Schriftführerin
  • Martha, die derzeitige Bildungsbeauftragte
  • Renate, die zur Zeit mit keinem Amt betraut ist,
  • Daniela, die zur Zeit unsere Stellvertreterin  von der Vorsteherin OFS ist,
  • Sigrid, die Vorsteherin der Gemeinschaft des dritten Ordens
  • Elfriede und Gertrud waren aus Krankheitsgründen entschuldigt
  • und als noch (Dauer-) Postulantin, Beatrix und ich schreibe euch das Alles auch auf!

 

Pater Josef und Benjamin wollten wissen, wie sich unser Gemeinschaftsleben gestaltet, und so berichtete  Sigrid und die Anderen ergänzten mit Bemerkungen und Geschichten.

 

Im Allgemeinen trifft sich die Gemeinschaft jeden 4. Sonntag im Monat, mit Ausnahme von Feiertagen. Wir treffen uns um 15 Uhr zur Vesper und gestalten diesen zumeist auch mit, es sei denn es sind Wahlfahrten oder sonstige Veranstaltungen in deren Rahmen zustande kommt. Beigetragen werden franziskanische Texte, Gebete und Lieder, die von der franziskanischen Spiritualität zeugen sollen. Ab ca. 16 Uhr treffen wir uns dann im Kloster. Mit Unterstützung unseres geistlichen Begleiters Pater Piotr werden dann franziskanische Themen erörtert und vertieft. Pater Piotr konnte an dieser Wahl leider nicht zugegen sein und wurde dieses Mal von Pater Mateusz vertreten.

 

Weitere Aktivitäten sind Unterstützung und Hilfe beim jährlichen Klosterfest, bei den Marienandachten im Mai. Die Vorsteherin macht seit kurzem einmal im Monat am Samstagabend einen Lobpreis, der sehr gut angenommen und besucht wird. Man muss es einmal erlebt und gefühlt haben, dann will man immer wieder kommen.

 

Wir treffen uns auch innerhalb des Gebetskreises, der immer am Donnerstagabend in der Gnadenkapelle stattfindet, im Winter um 18 Uhr und in der Sommerzeit um 19 Uhr. Zuerst beten wir gemeinsam den Rosenkranz. Die Meditationen werden in der Regel von einem der Teilnehmer oder einem der Patres vorgetragen. Im Anschluss findet dann wöchentlich im Wechsel die heilige Messe, stille Anbetung in der Gnadenkapelle, das Bibelteilen und die Katechese dann im Kloster statt. Auch hierzu ergeht an alle Interessierten herzliche Einladung mal vorbei zu schauen (und zu bleiben).

 

Die Gemeinschaft unternimmt –  wenn möglich – auch einmal im Jahr eine Pilgerreise, so im Jahr 2013 nach Assisi und hatte dabei Gelegenheit, den neu gewählten Papst Franziskus erleben und hören zu können. Letztes Jahr begaben wir uns auf die Spuren der heiligen Elisabeth in Eisenach (Wartburg ihrer ersten Wirkungsstätte) und dann in Marburg.

 

Es werden eigene Einkehrtage im Kloster Blieskastel angeboten, die immer sehr interessant und viel zu schnell vorüber sind. Dazu werden dann auch andere Gemeinschaften des dritten Ordens eingeladen. Auch Benjamin bekundete direkt Interesse, sodass wir dieses Jahr nicht vergessen sollten ihn rechtzeitig dazu einzuladen.

 

Aber auch wir werden eingeladen z.B.  auf der Distriktsebene von Sonja Koch und ihrem Mann Gerhard und auch von Karl-Heinz Schwarz und seiner Frau Irene. Diese Treffen finden zumeist im Kloster Maria Rosenberg statt.  Manchmal werden wir auch eingeladen, gemeinsam zu verreisen, wie letzten Oktober nach Maria Eck am Chiemsee, wo wir im Franziskaner-Minoriten Kloster vom Pater Joachim viele geistliche Impulse erhielten. Auch dies war eine wunderbare Erfahrung.

 

Es werden aber auch Flyer und die Internetseite gestaltet, damit Interessierte uns finden und zu uns kommen können oder das Interesse geweckt wird. Neugierige sind willkommen und sollen ruhig mal bei uns „reinschnuppern“.  Aber ich warne! Wer einmal da war, will immer wieder kommen! Ich sage dies aus eigener Erfahrung!

 

 

Dann wurde es aber ernst und die Wahlen begannen.

 

Wir begangen mit einer Lesung aus dem Korintherbrief (12, 4-11) und einem Gebet des hl. Franziskus.

Das Ergebnis der zumeist geheimen Wahlen für die nächsten drei Jahre ist wie folgt:

 

Vorsteherin:                                                                  wiedergewählt einstimmig – Sigrid

 

Stellvertreterin:                                                            Daniela

 

Schriftführerin:                                                             Martha

 

Kassenwart:                                                                  Elfriede

 

Bildungsbeauftragte:                                                  Daniela

 

Delegierte für das Regionalkapitel:         Sigrid (dies erfolgt durch die Wahl als Vorsteherin automatisch)

Daniela und Martha (offene Abstimmung)

Im Kreis OFS

 

Beglückwünscht wurden nun alle Gewählten rundum freudig und es folgten die Abschlussworte und das Schlussgebet.

 

So kam auch wieder die Zeit, dass wir uns trennen und jeder seiner Wege ziehen musste. Aber die nächsten Termine sind schon geplant und so können wir uns bereits auf das nächste Zusammensein freuen.

Fastenpredigt am 5. Fastensonntag 2015

Am 5. Fastensonntag kamen mit Schwester Judith Velten im wahrsten Sinne des Wortes „die Frauen zu Wort“. Unter Beisein von Pater Mateusz, Pater Józef, Pater Rafael und Bruder Jakub stellte sie den rund 40 Gläubigen, die zur Andacht gekommen waren, ihren Orden, die Kongregation der Schwestern vom Göttlichen Erlöser (Niederbronner Schwestern) vor.

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Die Gründerin des Ordens Elisabeth Ettinger  wird am 9. September 1814 in Niederbronn im nördlichen Elsass geboren. Die Zeit ist geprägt von Hungersnot, Epidemien, politischen Unruhen und Konflikten. Kinder, alte und kranke Menschen bleiben sich oft selbst überlassen. Elisabeth wächst auf in der Geborgenheit von Familie, Nachbarschaft und Pfarrei. Früh hilft sie in Haus und Feld, betreut die kleinen Geschwister.

 

Sie spürt früh die Sehnsucht nach Gott. In der Schule ist ihr der Religionsunterricht am liebsten. Sie will nur von Gott hören und nur von Gott sprechen. Als Jugendliche trifft sie sich mit Gleichgesinnten zu Gebet und religiösen Gesprächen, aber auch um Kranke, Arme, Alleinstehende, Familien in Not zu besuchen und zu unterstützen.

 

Mehrfach wird sie von Krankheit lange ans Bett gefesselt, muss Ängste, Glaubenszweifel und ihr Untätigsein aushalten. 1845 erkrankt sie neu und ist für Jahre bettlägerisch. In dieser Zeit kommen täglich bis zu 80 Besucher an ihr Krankenbett um sich auszusprechen und ihren Rat zu suchen. Elisabeth ist bekannt geworden als die Seherin von Niederbronn.

 

Ihr Wunsch, in eine Ordensgemeinschaft einzutreten wächst. Doch Bischof Räß von Strasbourg erkennt einen anderen Auftrag für sie, heißt sie warten. Elisabeth Eppinger gründet 1849 selbst einen Orden, die Kongregation der Schwestern vom Göttlichen Erlöser. Am 28. August zieht sie mit ihren Gefährtinnen ins Klösterle in Niederbronn ein. Ihr Ordensname wird Alfons Maria nach dem hl. Ordensgründer Alfons Maria von Liguori.

 

Junge Frauen aus der Umgebung und aus großer Entfernung treten in die junge, rasch wachsende Ordensgemeinschaft ein. Bald werden Schwestern zur Versorgung von Kranken und Bedürftigen erbeten. Immer mehr Niederlassungen werden eröffnet. Am 31. Juli 1867 stirbt Mutter Alfons Maria. Was sie begonnen hat wächst weiter und entfaltet sich weltweit.

 

„Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein; wenn es aber stirbt, bringt es reiche Frucht“. (Joh 12, 24) – „Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat“  (Joh 3, 16)

 

Aus diesem Glauben lebt Mutter Alfons Maria. Ihr ist das Charisma geschenkt, das Geheimnis der Erlösung zu betrachten, daraus zu leben und anderen zu helfen, Zugang zu diesem Geheimnis zu finden. Sie muss die Liebe Gottes weitergeben, muss Menschen helfen, leiblich und seelisch wieder in menschenwürdigen Verhältnissen zu leben. Dazu schickt sie ihre Schwestern in die Häuser zu den Ärmsten, zu Kranken und Verlassenen, sammelt bald streunende und elternlose Kinder ein, die endlich ein Heim und Heimat finden und versorgt alte, alleinstehende Dienst-mägde im Kloster.

 

Ihr Auftrag an uns findet sich im Prophetenbuch Jesaja, wo Gott sagt:

Das ist ein Fasten, wie ich es liebe!  (Jes 58, 6-10)

6   … die Fesseln des Unrechts zu lösen, / die Stricke des Jochs zu entfernen, die Versklavten freizulassen, / jedes Joch zu zerbrechen,

7   an die Hungrigen dein Brot auszuteilen, /die obdachlosen Armen ins Haus aufzunehmen, wenn du einen Nackten siehst, ihn zu bekleiden / und dich deinen Verwandten nicht zu entziehen.

8   Dann wird dein Licht hervorbrechen wie die Morgenröte /und deine Wunden werden schnell vernarben. Deine Gerechtigkeit geht dir voran, / die Herrlichkeit des Herrn folgt dir nach.

9   Wenn du dann rufst, / wird der Herr dir Antwort geben, und wenn du um Hilfe schreist, wird er sagen: / Hier bin ich. Wenn du der Unterdrückung bei dir ein Ende machst, / auf keinen mit dem Finger zeigst und niemand verleumdest,

10 dem Hungrigen dein Brot reichst /und den Darbenden satt machst, dann geht im Dunkel dein Licht auf / und deine Finsternis wird hell wie der Mittag.

 

Jesus selbst hat dieses Fastengebot gelebt, es an uns weitergegeben in seinem Gebot der Nächsten- und Feindesliebe und uns die Werke der Barmherzigkeit ans Herz gelegt. Mit seinem Leben ist er für diesen Auftrag eingestanden bis zum Kreuzestod, damit wir Menschen alle ins Leben in Fülle kommen.

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Schwester Judith gibt sodann einige Worte der Gründerin wieder, die den Christen eine kleine Hilfe auf ihrem Weg  zur Lebensfülle sein können:

 

„O, wie ist die Güte und Barmherzigkeit Gottes groß. Er gibt nicht acht auf unsere Schwachheiten.“ – Mutter Alfons Maria lebt aus dieser Erfahrung. Selbst krank, schwach, ungebildet schafft sie es, eine Ordensgemeinschaft mit vielen Werken der Barmherzigkeit aufzubauen und Ratsuchenden Orientierung und Glaubensstärke zu geben. Ergriffen und überwältigt von Gottes Liebe wünscht sie jedem Menschen diese Erfahrung. – Mit allem und in allem bedingungslos geliebt.

 

„Ihr sollt mit allen zuvorkommend und gefällig sein und keinen Unterschied machen zwischen Arm und Reich.“ – Allen zuvorkommend begegnen, die je eigene Art und Würde achten, offen sein für die Bedürfnisse jedes Einzelnen, alle gleich wertschätzen, ist ziemlich anspruchsvoll. Doch Mutter Alfons Maria verschärft diese Weisung noch. Sie sagt ihren Schwestern wie sie in der Gemeinschaft miteinander umgehen sollen: „Kommt einander in Achtung zuvor, liebt einander aufrichtig und herzlich.“

 

Die Ruhe, die Heiterkeit und die Freude stehen den Kindern Gottes zu. – Im Psalm 23 kündet der Beter von Gott, dem guten Hirten, der zum Ruheplatz am Wasser führt. Dieses Bild hat sie vor Augen, sicher auch die Zusage Jesu, von der uns der Evangelist Matthäus berichtet, „Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen.“ (Mt 11,28)

 

Wer seinen Wurzelgrund, seinen Ruheplatz kennt, zur inneren Ruhe gefunden hat, sie zumindest ab und zu spürt, ausgeglichen ist, kann frei, heiter und froh durchs Leben gehen – auch in schwierigen Zeiten – muss sich nicht unnötig um sein Leben sorgen, sagt Jesus (Mt 6,19-34) denn „Euer himmlischer Vater weiß, was ihr braucht“.

 

„Wenn ihr betet, wie es euch das Herz eingibt, dann betet ihr richtig.“ Es gibt kein falsches, zu kleines, zu geringes Gebet, auch Stammeln, hilfloses Schweigen, Schreien und Klagen kann Gebet sein. Auf der anderen Seite auch Singen, Lachen und Tanzen. Jede und jeder von uns kann und darf beten, mit Gott sprechen, einfach vor Gott da sein. Gebet ist das Atemholen der Seele. Alles hat Platz, weil Gott sowieso in den letzten Winkel des Herzens sieht, den Mensch besser kennt und mehr liebt, als wir selbst es können.

 

Abschließend zitiert Schwester Judith ein Bildwort von Mutter Alfons Maria: „Ein gut bearbeiteter Garten, dessen Erde gut und dessen Lage günstig ist, erzeugt prächtige Früchte. Dieser Garten seid ihr.“ Aufbrechen, graben, umspaten… Einen Traum, einen Plan angehen, sich den Risiken stellen, Hilfen anwenden, Hindernisse überwinden. Den Plan Gottes darin erkennen und bejahen, durch Leben und Handeln zu seiner Verwirklichung beitragen.

 

Schwester Judith fordert die Anwesenden zum Abschluss auf: „Werden und bleiben wir gut bearbeiteter und damit fruchtbringender Garten, wie Mutter Alfons Maria es anregt und wie Papst Johannes XXIII uns mitgibt: „Wir sind nicht auf der Erde, um ein Museum zu hüten, sondern um einen blühenden Garten voller Leben zu pflegen.“

 

Fruchtbar werden in der Weisung Jesu: „Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein. Wenn es aber stirbt, bringt es reiche Frucht“  (Joh 12, 24)

Fastenpredigt am 3. Fastensonntag

CHRISTUS das Zentrum der Spiritualität

von  Pater Mark Bylander LC,

Kongregation der Legionäre Christi, Bad Münstereifel

Pater Thomas Fox begrüßte rund 50 Gläubige sowie die Blieskasteler Brüder Pater Mateusz, Pater Josef, Pater Rafael und Bruder Jakub. Im Anschluss bat er seinen Mitbruder Pater Mark Bylander, um seine Fastenpredigt. Zunächst stellte der Prediger seine eigenen Aufgaben vor. Er sei Studienpräfekt an der apostolischen Schule Bad Münstereifel. Dort lehrt er Griechisch, Latein, Spanisch und Englisch.

In der „Apostolischen Schule“ wird Jugendlichen, die eine mögliche Berufung zum Priestertum in sich spüren, ein Ort angeboten, an dem sie sich ganzheitlich entfalten, zu überzeugten, frohen Christen heranreifen und über ihre Berufung Klarheit gewinnen können. Sie stehen in der Tradition der Kleinen Seminare bzw. Knabenseminare.

Die interessante Predigt brachte den Anwesenden die Spiritualität der Legionäre Christi in Bezug auf die Fastenzeit näher:

P. Mark B

  1. CHRISTUS, unsere Mitte

Die Legionäre Christi sind eine sehr junge Ordensgemeinschaft, die 1941 gegründet wurde. Nach einem langen Erneuerungsprozess wurde erst letztes Jahr eine neue Ausgabe der Konstitutionen  vom Vatikan approbiert. Die Gründung erfolgte in Mexiko einige Jahre nach der großen Christenverfolgung. Viele Priester und Laien gaben ihr Leben für CHRISTUS hin, in dem sie „¡Viva Cristo Rey!“ (es lebe CHRISTUS, der König) gerufen haben. Daher ist CHRISTUS das Zentrum der Spiritualität der Legionäre Christi.

Die Ausbildung dient dazu, sich  immer mehr in CHRISTUS zu verwandeln. Das Apostolat wird nach dem Beispiel Christi entwickelt. Vor allem soll die Liebe Christi in den Herzen herrschen. Das Bild des Heiligen Herzens Jesu, das vor Liebe für die Menschen brennt, ist ausschlaggebend. Der Zugang zu CHRISTUS erfolgt nach den geistlichen Übungen des Heiligen Ignatius von Loyola, dem Gründer der Jesuiten, in drei Schritten: CHRISTUS kennen lernen, ihn lieben und ihn nachahmen. Das Kennenlernen muss ein persönlicher Schritt sein. In Gebet und Meditation lernt der Legionär CHRISTUS kennen, um ihn dann ich der Eucharistie lieben zu können.

Die Nachahmung Christi ist ebenfalls ganz entscheidend und umfasst viele Elemente des Lebens, unter anderem auch das Fasten. Fasten dürfe nicht nur in Bezug auf Essensverzicht verstanden werden. Es sei vielmehr eine bewusste Nachfolge Christi auf dem Weg des Kreuzes. Niemand wird sich dazu entscheiden, das Kreuz im Leben anzunehmen oder das der anderen Menschen tragen zu helfen, es sei denn er wird von der Liebe Christi bewegt.

Die Nachfolge Christi gibt dem Fasten seinen Sinn. CHRISTUS ist das Ziel und ER muss uns vor Augen stehen. Man soll sich selber aus dem Blickwinkel Gottes betrachten und verstehen, damit man wirklich im Geiste wachsen könne. Der Legionär Christi gehört an erster Stelle CHRISTUS an, und lässt sein Leben um IHN kreisen.  CHRISTUS ist Maßstab, Zentrum und Vorbild des ganzen Lebens.

  1. Umkehr als „Sich-neu-Zentrieren“ in CHRISTUS

Um das Fasten richtig zu verstehen, muss man CHRISTUS zum Mittelpunkt des eigenen Lebens machen. Man steht nicht mehr im Zentrum des eigenen Lebens. JESUS ist die Sonne, das Licht, das das Leben erhellt. Diese Wende im Leben ist die eigentliche „Bekehrung“. Das Fasten soll dabei helfen, die Schwerkraft des eigenen Egoismus zu überwinden, um auf Gottes Standpunkt zu kommen und zu erkennen, wie die Welt in Wahrheit aussieht. Deshalb muss man von Herzen zu CHRISTUS umkehren, seine Denk- und Handlungsweise ändern, um sich um den wahren Mittelpunkt zu drehen.

  1. Das Maß der großen sind die kleinen Dinge

Um diese Wende zu vollziehen, soll man sich auf die kleinen Dingen des Alltags konzentrieren. Wenn man sie mit außergewöhnlicher Liebe und Hingabe verrichtet, dann behält man das große Ziel stets vor Augen. Dann wird man im Geiste wachsen. So entsteht eine Verbindung der Begriffe „Fasten“ und „Spiritualität“. Denn das Fasten beschäftigt sich mit kleinen Dingen, während die Spiritualität auf das große Ziel schaut, das uns dabei vor Augen steht.

Das ist keine Erfindung der Legionäre Christi. Viele Meister des geistlichen Lebens, wie die Heilige Theresia vom Kinde Jesu oder der Heilige Josemaría Escrivá, haben dasselbe gepredigt. Wir wachsen in der Liebe, sagen sie, wenn wir die geringsten Dinge besonders gut und aus Liebe tun. Auch die Legionäre Christi legen viel Wert darauf, die kleinen Dinge stets mit dem großen Ziel vor Augen zu tun.

  1. Konkrete Fastenübungen

Die meisten Fastenübungen werden dem einzelnen Legionär überlassen, damit jeder sich da besonders anstrengen kann, wo er es nötig hat. Aber es gibt einige Schwerpunkte, die allen ganz besonders empfohlen werden. Die Legionäre üben sich besonders im Schweigen, in der Beobachtung der kirchlichen Fasttage und schauen sich keine reinen Unterhaltungssendungen, wie Spielfilme oder Sportereignisse an.

Ein ganz wichtiger Punkt,ist die gute Nachrede. Man vermeidet, andere zu kritisieren und versucht, immer positiv über sie zu denken und zu reden. Wichtig ist auch der häufige Austausch mit den Mitbrüdern, auch über geistliche Themen. In Verbindung mit den Gelübden findet man viele Möglichkeiten zum Fasten. Durch den Gehorsam fastet der Legionär  nach  eigenem Willen,  manchmal auch nach  der eigenen Meinung und Gedanken. Er bemüht sich  um eine solche Einfachheit, dass er sofort die Anweisung des Oberen annehmen kann, ohne auf die eigenen Pläne zu schauen.

Im Bereich der Armut suchen die Ordensbrüder das Einfache, Geschmackvolle und Nüchterne in der Kleidung. Sie bitten nur um die Dinge, die wirklich ihrer Sendung für das Reich Christi dienen. Dabei legen sie ganz besonderen Wert auf die Nutzung der Zeit. Jede Minute, die Gott schenkt, ist kostbar. Daher soll man keine Zeit mit unnützen Dingen vergeuden.

Die Keuschheit versteht man als einen„Verzichten auf“, doch legt der Legionär das Gewicht auf die Option für CHRISTUS. Durch die Keuschheit könne er CHRISTUS ganz angehören. ER ist seine wahre Liebe, seine Leidenschaft, und ER erfüllt ihn. In der Fastenzeit wird allen Mitgliedern vorgeschlagen, ein wenig früher aufzustehen, um den Kreuzweg zusammen mit JESUS vor der Aufopferung des Tagewerks betrachten  zu können.

Zum Schluss forderte Pater Bylander die Anwesenden auf, diese Fastenzeit ganz besonders mit CHRISTUS vereint zu leben. ER sei in die Wüste gegangen, um sich auf seine Sendung vorzubereiten. Vierzig Tage in der Wüste mit IHM seien nicht nur eine Übung, sondern machen uns zu wahren Zeugen der Passion und der Auferstehung CHRISTI. So treten wir unseren Wettlauf mit neuem Eifer an, um auch den Preis zu erhalten.