Der Rosenkranzmonat Oktober

Kreuz, Rosenkranz, Gebetsbuch, GoldrandDie katholische Kirche feiert jeden Oktober als Rosenkranzmonat und am 7. Oktober das Rosenkranzfest. Im Jahr 1571 treffen die Türken Vorbereitungen zu einer riesen Flottenexpedition. Sie wollen die Herrschaft über das Mittelmeer erringen. Europa ist im Begriff, in einer mächtigen Zange eingeschlossen zu werden. Als die Nachricht vom Fall Zyperns eintrifft, zerstreiten sich die christlichen Befehlshaber. Der spanische König Philip II. beauftragt in höchster Not Don Juan, das Mittelmeer von der osmanischen Gefahr zu befreien. Papst Pius V. rief die ganze Christenheit zum Sturmgebet mit dem Rosenkranz auf. Es ging um Sein oder Nichtsein des christlichen Abendlandes.

Die heiligmäßige Katharina von Cardonne, die Erzieherin Don Juans, sah in einer Vision, dass es sich im Letzten um ein Ringen der göttlichen Gerechtigkeit mit der göttlichen Barmherzigkeit handelte. Am Tag der Schlacht sah sie ein gewaltiges Geschehen: Gottes erhabene Majestät und ebenso viele dämonische Geister, welche die unzähligen Sünden der Christen in Europa vor Gott brachten und unerbittlich das Eingreifen von Gottes Gerechtigkeit forderten. Gleichzeitig sah sie Maria, von Engeln begleitet, Gott alle Rosenkränze darbringen, die gebetet wurden. Durch das Gebet des Rosenkranzes wurde der Kampf der beiden Flotten zugunsten der Christen am 7. Oktober entschieden. Die christliche Flotte konnte einen vollständigen Sieg über die Schiffe der Muslime erringen, obwohl sie zahlenmäßig weit unterlegen war.

Katharina von Cardonne sagte: „Wir müssen der hl. Jungfrau danken! Sie hat durch ihre mächtige Fürbitte den glänzendsten Triumph erlangt!“ Der Papst bestimmte den Tag des Triumphes zum Rosenkranzfest. Es wird nicht das letzte Mal sein, dass das Gebet des Rosenkranzes in den Lauf der Geschichte einwirkt. Mit Gebet und Fasten können sogar Kriege verhindert werden, sagt die Muttergottes öfters.

Quelle: kath.net;
Artikel von Pfarrer Dr. Richard Kocher ,Programmdirektor von Radio Horeb/Deutschland

Tiersegnung

Tiersegnung am 3. Oktober im Kloster Blieskastel

Es ist schon Usus geworden, dass wir, die Franziskaner Minoriten Blieskastel, jedes Jahr am Tag der Deutschen Einheit, dem 3. Oktober, zur Tiersegnung einladen.

Auch in diesem Jahr findet die Tiersegnung wieder am 3. Oktober um 16 Uhr an der Statue des Heiligen Franziskus statt.

Dass wir ausgerechnet am 3. Oktober die Tiere segnen hat dabei weniger etwas mit dem Tag der Deutschen Einheit zu tun. Dieser Tag hat für die Franziskaner weltweit eine besondere Bedeutung. Es ist der Tag, an dem unser Ordensgründer im Sterben lag. Da er Tiere sehr mochte, bietet sich dieser Tag förmlich zur Tiersegnung an.

Um 19 Uhr begehen wir dann „Transitus“.

 Transitus bedeutet soviel wie Übergang. Es ist die Todesfeier für den Heiligen Franziskus.

Am 4. Oktober feiern wir den Gedenktag des Heiligen Franziskus von Assisi mit einem Festgottesdienst um 9.15 Uhr in der Wallfahrtskirche.

Wir  freuen uns, wenn viele Gläubige aus nah und fern zu den Gottesdiensten, Andachten und zur Tiersegnung kommen.

Ihre Franziskaner Minoriten

Mariä Aufnahme in den Himmel – Maria Himmelfahrt

Das Hochfest der Aufnahme Marias in den Himmel  hat seine Wurzel in einem Marienfest, das Ende des 4. Jahrhunderts in Syrien, Mitte des 5. Jahrhunderts in Jerusalem begangen wurde. Im 6. Jahrhundert wurde der Tag Entschlafung Mariens gefeiert und Ende des 6. Jahrhunderts vom oströmischen Kaiser Mauritius auf den jetzigen Tag gelegt.

Das Fest entwickelte sich ab dem 8. Jahrhundert zum Himmelfahrtsfest, zunächst in Rom, am 15. August gefeiert. 813 wurde dieses Marienfest auch in Deutschland eingeführt. In der römisch-katholischen Kirche ist es Ausdruck der Glaubenslehre, dass der Leib Marias in den Himmel aufgenommen wurde. Papst Pius XII. verkündete im Jahr 1950 das Dogma von der ganzmenschlichen Aufnahme Mariens in den Himmel. Dabei wird – anders als in der volkstümlichen Benennung des Festes – unterschieden die Form der Himmelfahrt Christi, die als Aufstieg, bezeichnet wird, von der Marias, die als Aufnahme (in den Himmel) beschrieben ist.

Marias Leichnam schwang sich der Überlieferung nach in strahlender Lichtaura, von Engeln unterstützt, empor. 1216 schrieb Cäsarius von Heisterbach die Legende nieder, doch sind ältere Vorstellungen schon in einem Hymnus des 2. Jahrhunderts vorhanden, der Maria als Braut Christi und Ecclesia – Kirche – bezeichnet. Die das leere Grab umstehenden Apostel schauten der empor Schwebenden nach. Thomas, der zu spät gekommene Zweifler, erhielt Marias Gürtel zur Bestätigung, Marias Kleider aber blieben zur Stärkung der Gläubigen im Sarkophag; sie gehören zu den noch heute gezeigten Reliquien, so in TrierAachenPrato und anderswo.

Andere Legenden erzählen, dass die Jünger das Grab der Maria öffneten und darin nicht mehr Marias Leichnam, sondern nur noch Blüten und Kräuter fanden. Deshalb wird in der katholischen Kirche zu Maria Himmelfahrt eine Kräuterweihe vorgenommen – die frühesten Belege dafür stammen aus dem 10. Jahrhundert. Aus sieben verschiedenen Kräutern – die Zahl symbolisiert die sieben Sakramente oder die sieben Schmerzen Mariens – werden Sträuße gebunden und zur feierlichen Kräuterweihe gebracht. Die Sträuße werden dann auf dem Dachboden aufgehängt und sollen gegen Krankheiten, Unheil, Gewitter und Blitzschlag helfen, oft werden zerriebene Blätter davon kranken Tieren ins Futter gemischt.

Mariä Himmelfahrt wird in Süddeutschland und Österreich auch als Großer oder Hoher Frauentag begangen. Damit beginnen in der katholischen Kirche die Frauendreißiger – 30 Tage, in denen allerorten Marienprozessionen abgehalten wurden. Auch der Gedenktag Mariä Geburt am 8. September fällt in den Zeitraum dieser 30 Tage, die mit Mariä Namen am 12. September abgeschlossen werden. In dieser Zeit besonderer Marienverehrung wird allen Pflanzen, die gerade blühen, große Heilkraft zugeschrieben, an Mariä Himmelfahrt werden deshalb vielerorts Kräuter geweiht.

Quellen: Joachim Schäfer: Artikel Maria – Hochfest Assunta, „Mariä Himmelfahrt”, aus dem Ökumenischen Heiligenlexikon – https://www.heiligenlexikon.de/BiographienM/Maria_Assunta.html, abgerufen am 15. 8. 2018 

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/969828497 abrufbar.

Gedenktag der Heiligen Klara von Assisi

Klara war die älteste Tochter des adeligen Ritters Favarone di Offreduccio di Bernadino und der Ortolana; ihr Geburtshaus in Assisi wird direkt neben der Kathedrale San Rufino gezeigt. Ihrer Mutter hatte der Überlieferung nach schon vor der Geburt des Kindes ein Traum gezeigt, dass ein Licht von diesem ausgehen werde, um die christliche Welt zu erleuchten. Durch ihre Mutter erhielt sie eine solide Ausbildung in Hauswirtschaft und mit Erlernen der lateinischen Sprache. Während der Auseinandersetzungen zwischen dem Adel und dem aufstrebendem Bürgertum musste die Familie 1202 vorübergehend nach Perugia fliehen. Entgegen der Vorstellungen ihrer Familie, die eine standesgemäße Heirat erwartete, wurde Klara Anhängerin des Franziskus, der sie sehr beeindruckte und dem sich ihre Schwester Agnes schon zuvor angeschlossen hatte.

Im März 1212 floh Klara aus ihrem Elternhaus und ging mit Franziskus in die kleine Portiuncola-Kirche unterhalb der Stadt. Franziskus schnitt ihr feierlich die Haare ab, bekleidete sie mit dem groben Bußgewand, sie legte ihm die Gelübde von Armut, Keuschheit und Gehorsam ab. Es gelang ihr, den ihr nachstellenden Familienangehörigen die Unwiderruflichkeit ihrer Entscheidung klarzumachen, indem sie ihnen ihr geschorenes Haupt zeigte; als aber ihre Schwester Agnes ihr auch noch nachfolgte, schreckte die Familie selbst vor Gewalt nicht mehr zurück. Dennoch entstand die Gemeinschaft der pauperes Dominae de S. Damiano, der Armen Frauen von San Damiano; die Bezeichnung Klarissen bürgerte sich erst nach Klaras Tod ein.

Die Benediktiner vom Kloster San Angelo überließen ihnen das Kirchlein San Damiano, wo Klara ab 1215 als Äbtissin der sich rasch vermehrenden klösterlichen Gemeinschaft vorstand. Ihre Schwester Beatrice folgte ihr schließlich ebenso dorthin wie ihre Mutter Ortolana. 1216/17 verfasste Franziskus für Klara und ihre Gefährtinnen eine Regel für das gemeinsame Leben entsprechend der franziskanischen Urregel von 1209/10 mit dem Grundsatz höchster Armut, dies ließ Klara sich 1215/16 von Papst Innozenz III. in dem Privileg der seraphischen Armut ausdrücklich bestätigen. Eine vom Vatikan anerkannte Regel verfasste 1218/19 Kardinal Hugolino von Ostia, der spätere Papst Gregor IX. Entsprechend den Vorschriften des 4. Konzils im Lateran basierte sie auf der Benediktinerregel und berücksichtigte weder die Besitzlosigkeit noch die Verbindung zu den Franziskanern; Klara beachtete diese Regel nur, soweit sie nicht den Vorstellungen des armseligen Lebens widersprach.

Giotto: Franziskus und Klara, Fresko, 1279 - 1300, in der Oberen Basilika San Francesco in Assisi
Giotto: Franziskus und Klara, Fresko, 1279 – 1300, in der Oberen Basilika San Francesco in Assisi

Die schon als Kind kränkliche Klara war ab 1224, auch geschwächt durch ihre strenge Askese, ganz ans Bett gefesselt; von hier aus leitete sie ihren sich in mehreren Klöstern ausbreitenden Orden. Tiefe Frömmigkeit und Geduld in den schweren Leiden wurden ihr nachgesagt, als überaus liebevoll, zart in Wesen und Gesundheit, schildern sie die Legenden, zahlreiche wunderbare Heilungen und Begebenheiten sind berichtet. Als 1240 und noch einmal 1241 die Assisi belagernden und plündernden Soldaten des exkommunizierten Kaisers Friedrich II. schon die Mauerihres Klosters erstiegen hatten, ließ sich die schwer erkrankte Klara vor die Pforte tragen, hielt die Monstranz in ekstatischem Gebet empor und brachte die davon Erschreckten dazu, zu fliehen.

Papst Gregor IX. bat sie 1241 um ihr Fürbittengebet in der Stunde seines Todes mit dem Hinweis: Ich bin sicher, dass du beim höchsten Richter erwirken wirst, was immer deine Beharrlichkeit in der Hingabe und deine zahllosen Tränen erbitten. Papst Innozenz IV. erließ 1245 eine Regel, die gemeinsames Eigentum gestattete, was Klara wiederum ablehnte. Ab 1247 verfasste Klara die eigene Regel für den Klarissenorden, die sich an der Franziskus-Regel orientierte, am Ideal vollkommener Armut festhielt, sich aber in Fragen der Ordensstruktur an die päpstlichen Vorstellungen anpasste. Um deren Anerkennung kämpfte sie bis an ihr Lebensende: zwei Tage nach der Bestätigung durch Papst Innozenz IV. – er tat sich schwer, das Ideal vollkommener Armut zu übernehmen – starb Klara.

 

In der gotischen Kirche Santa Chiara in Assisi, erbaut 1257 bis 1265, befindet sich die Grabstätte mit dem bis heute unverwesten Leichnam; das in dieser Kirche geweihte Klara-Wasser helfe Augenkranken. DasKloster San Damiano ist fast unverändert erhalten, im Garten dieses Klosters schrieb Franziskus seinen berühmten Sonnengesang. Der später als Klarissen- oder Franziskanerinnenorden bezeichnete Orden fand alsbald ungeheuer weite Verbreitung.

Kanonisation: Schon am 12. August 1255 wurde Klara durch Papst Alexander IV. heiliggesprochen. Durch Papst Pius XII. wurde sie 1958 zur Patronin des Fernsehens ernannt aufgrund der an ihr gerühmten (tele-)visionären Begabung: in der Weihnachtsnacht 1252 war ihr die Gnade zuteil geworden, von ihrer Zelle aus die Feiern mitzuverfolgen, die in der Kirche stattfanden.

 Attribute: Äbtissinnenstab, Kreuz, Lilie, Regelbuch, Einhorn, Lampe, Monstranz oder Ziborium
 Patronin von Assisi; der Wäscherinnen, Stickerinnen, Glaser, Glasmaler und Vergolder; der Blinden; der Telegrafen, Telefone und des Fernsehens; gegen Fieber und Augenleiden; bei schwerer Geburt, für gutes Wetter

Quelle: Joachimm Schäfer: Artikel Klara von Assisi, aus dem Ökumenischen Heiligenlexikon – https://www.heiligenlexikon.de/BiographienK/Klara_von_Assisi.htm, abgerufen am 10. 8. 2018
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/969828497 abrufbar.

Edith Stein – Teresia Benedicta a Cruce

Am 9. August gedenken wir der Heilige Teresia Benedicta a Cruce, Edith Stein, Ordensfrau und Märtyrerin. 

* 12. OktEdith Steinober 1891 in Breslau, heute Wrocław in Polen 

† 9. August 1942 in Auschwitz, heute Oświęcim in Polen

Edith Stein, jüngstes von elf Kindern jüdischer Eltern, war Tochter eines wohlhabenden Holzhändlers. Im Alter von 15 Jahren verabschiedete sie sich von ihrem traditionell-jüdischen Kinderglauben und bezeichnete sich dann als Atheistin. Sie studierte ab 1911 Psychologie, Philosophie, Germanistik und Geschichte in Göttingen und Breslau. 1915 arbeite sie als Freiwillige in einem Lazarett des 1. Weltkrieges, 1916 promovierte sie summa cum laude bei Edmund Husserl an der Universität in Freiburg über das Thema Einfühlung und wurde Assistentin des berühmten Philosophen; als jüdischer Frau verwehrte man ihr aber die Habilitation.

1922 konvertierte sie nach der Lektüre der Biografie der Teresia von Ávila zur katholischen Kirche, ließ sich in Bad Bergzabern taufen und wollte Nonne werden; ihr geistlicher Führer, der Erzabt des Klosters in Beuron, empfahl ihr aber ein weiteres Wirken in der Welt. Sie war ab 1923 als Lehrerin an der Schule der Dominikanerinnen von St. Magdalena in Speyer tätig und setzte sich in Reden und Schriften für die Emanzipation der Frauen ein. Zwischen 1928 und 1933 hielt sie sich häufig zu stillen Tagen im Benediktinerkloster in Beuron auf.

Je höher die Erkenntnis ist, desto dunkler und geheimnisvoller ist sie, desto weniger ist es möglich, sie in Worte zu fassen. Der Aufstieg zu Gott ist ein Aufsteig ins Dunkel und Schweigen.
Edith Stein: Endliches und ewiges Sein – Versuch eines Aufstiegs zum Sinn des Seins, 1937

1932 wurde Edith Stein Dozentin am Lehrstuhl für wissenschaftliche Pädagogik in Münster; nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten verließ sie 1933 das katholische Institut, um dessen Leitung und die Mitarbeiter nicht in Gefahr zu bringen. Im Oktober 1933 konnte sie in Köln ins Kloster der Karmelitinneneintreten und nahm den Ordensnamen Teresia Benedicta vom Kreuz an. Im Nachdenken über die Nachfolge Jesu entwickelte sie ein neues Bewusstsein auch über ihre jüdischen Wurzeln. 1937 stellte sie ihre philosophisch-theologische Schrift Endliches und ewiges Sein – Versuch eines Aufstiegs zum Sinn des Seins vor. Im Jahr der großen Judenpogrome 1938 legte sie ihre Gelübde ab. Mehrfach versuchte sie ab 1933, Papst Pius XI. zu einer Stellungnahme gegen Antisemitismus und Pogrome der Nazis zu bewegen. Schon im April 1933 hatte sie dem Papst geschrieben: Wir alle, die treue Kinder der Kirche sind und die Verhältnisse in Deutschland mit offenen Augen betrachten, fürchten das Schlimmste für das Ansehen der Kirche, wenn das Schweigen noch länger anhält.

Edith Stein am Tag ihrer Einkleidung im Orden, gekleidet wie bei einer Hochzeit
Edith Stein am Tag ihrer Einkleidung im Orden, gekleidet wie bei einer Hochzeit

Anlässlich der Volksabstimmung zum Anschluss Österreichs 1938 wurde die jüdische Abstammung von Teresia Benedicta offenbar; die Priorin ihres eigenen Klosters verriet den Nazis, dass sie jüdischer Abstammung ist. 1 Deshalb floh sie am 31. Dezember 1938 vor den Nationalsozialisten ins Kloster nach Echt in den Niederlanden. Im selben Jahr noch verfasste sie ihr Testament mit der Erklärung ihrer Hingabe an das Kreuz Jesu, das zu tragen sie für ihre Kirche und ihren Orden, für das jüdische Volk und für Deutschland sowie alle, die mir Gott gegeben mit jeglicher Todesart bereit sei.

Bei einer Polizeiaktion gegen Juden, die zum Christentum konvertiert waren, wurden Teresia Benedicta vom Kreuz und ihre Schwester Rosa am 2. August 1942 in Echt verhaftet – wohl ein Racheakt gegenüber der katholischen Kirche, weil deren Bischöfe eine Woche vorher in den Kirchen der Niederlande ein Protestschreiben gegen die nationalsozialistischen Besatzer hatten verlesen lassen. Ihre Schwester Rosa lebte seit dem Tod der Mutter 1936 als ständiger Gast und Tertiarin im Karmeliterkloster in Echt und arbeitete dort an der Pforte mit. 2 Am 7. August wurde Teresia Benedicta vom Kreuz nach Auschwitz – dem heutigen Oświęcim – verschleppt und dort zusammen mit ihrer Schwester sofort in der Gaskammer ermordet. Komm, wir gehen für unser Volk, sagte sie dabei zu Rosa. Auf die zuvor mögliche Flucht in die Schweiz hatte sie verzichtet, weil diese nur ohne ihre Schwester möglich gewesen wäre.

Das katholische Gotteslob enthält die Vertonung des Stein-Gedichtes Erhör, o Gott, mein Flehen (GL 439). 1999 wurde ein Edith-Stein-Denkmal vor dem Priesterseminar in Köln errichtet, 2006 eine Skulptur in einer der letzten freien Außenkonchen des Petersdomes in Rom aufgestellt und von Papst Benedikt XVI. geweiht. Sie zeigt Edith Stein, die eine Torarolle und ein Kreuz hält, wobei das Kreuz die Torarolle überragt. auf der in hebräischen Buchstaben Schema JisraelHöre, Israel steht. In Echt wurde ein Edith-Stein-Gedenkweg eingerichtet, der Stationen ihres Lebens in Echt in Erinnerung ruft. 2008 wurde Edith Stein auf Beschluss der Bayerischen Staatsregierung in die Ruhmeshalle Walhalla in Donaustauf bei Regensburg aufgenommen.

 Kanonisation: Teresia Benedicta vom Kreuz Stein wurde beim Deutschlandbesuch von Papst Johannes Paul II. am 1. Mai 1987 seliggesprochen, am 11. Oktober 1998 erfolgte durch ihn die Heiligsprechung. Sie ist die erste geborene Jüdin in der Kirchengeschichte, die offiziell heilig gesprochen wurde. 1999 wurde sie von Papst Johannes Paul II. zusammen mit Birgitta von Schweden undKatharina von Siena zur Schutzheiligen Europas erklärt.

Quelle: Joachim Schäfer: Artikel Edith Stein – Teresia Benedicta vom Kreuz, aus dem Ökumenischen Heiligenlexikon – https://www.heiligenlexikon.de/BiographienE/Edith_Stein.html, abgerufen am 5. 8. 2018
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/969828497 abrufbar.

Glaubensseminar – Was nehmen wir mit?

Fünf Tage lang dauerten die charismatischen Exerzitien mit Thomas Paul – Zeit, Bilanz zu ziehen. Das tat Pater Meteusz Kłosowski’, der in Vertretung von Pater Mateusz Micek den letzten Tag der Exerzitien begleitete. So fragte er uns, die Gläubigen, welchen Sinn diese Exerzitien hatten. „Welchen Sinn hatte euer Aufenthalt in Blieskastel? Was ist das Besondere?“, fragte er.

Und Pater Mateusz beantwortete diese Frage selbst: „Hier wurde das Evangelium verkündet! Das Wort Gottes. Alle, die hierhergekommen sind, konnten an der göttlichen Ewigkeit teilnehmen. Wenn wir in seinem am Kreuz weit geöffneten Herzen bleiben, vollbringt er in unserem Leben die größten Wunder. Er macht uns heilig. Und unser Leben wird für die Welt wie ein Sauerteig… Wenn jeder von uns heilig wird, wird auch irgendwann diese Stadt, dieses Land, diese Welt wach… Unsere Heiligkeit macht unsere Welt charismatisch.“

Für mich persönlich war das noch nicht alles: Es ist was Besonderes, dass sich heutzutage noch Christen treffen, um sich über die frohe Botschaft auszutauschen. Die Vorträge von Thomas Paul waren absolut hörenswert. Die Predigten von Pater Mateusz Micek rüttelten auf, ob er nun zum Umgang der Christen mit seelischen Wunden predigte, ob er den Portiunkula-Ablass in seiner Predigt thematisierte, ob er zum Reich Gottes predigte, für das keine Mühe zu groß ist, ich habe es genossen, dass ich auch an Werktagen eine Predigt hören konnte.

Was gab es noch Besonderes? Die Art des Lobpreises, eine Gitarre und unsere Stimmen, das war alles, und doch war es so viel mehr „Richtet die Augen auf zum Herrn, und voll Freude erstrahlt“ – „Magnificat anima mea dominum“ – „Herr gib uns deinen Frieden“ – um nur einige zu nennen – eine Palette von Lobpreisliedern, die sonst so nicht in den Gottesdiensten vorkommt und zu dieser besonderen Atmosphäre beitrug.

Was ich aber besonders mitnehme ist das gemeinsame Beten und Singen um Heilung, bei dem den Gläubigen von Thomas Paul und einem Pater die Hände aufgelegt wurden und bei Liedern wie „Komm heil’ger Geist mit deiner Kraft“ von der gesamten Gemeinde für den Betreffenden um Heilung und Stärkung gebetet und gesungen wurde.
Ich für meinen Teil habe das Besondere an dieser Exerzitienwoche in den kleinen Dingen entdeckt.

Andrea Weinmann, Gersheim

Umbau- und Renovierungsarbeiten

Wegen Umbau- und Renovierungsarbeiten ist das Kloster Blieskastel bis auf Weiteres geschlossen. Die Kirche und die Kapelle sind weiterhin für die Gläubigen geöffnet. Die Gottesdienste finden wie gewohnt statt. Zu den gewohnten Zeiten können Sie das Sakrament der Beichte empfangen. Die Beichtzimmer sind zwar derzeit geschlossen, Beichtwillige können in den Beichtstühlen der Klosterkirche beichten. Bedienen Sie bitte die Beichtglocke am Seiteneingang der Klosterkirche. Es besteht auch die Möglichkeit zum Beichtgespräch in einem separaten Raum der Pilgerrast.

 

Klosterfest 2018 mit Bierpredigt eröffnet

Wie auch schon in den vergangenen Jahren wurde auch das diesjährige Klosterfest durch einen Gottesdienst um 11 Uhr eröffnet. Aber in diesem Jahr begeisterte Guardian Pater Mateusz Micek mit einer Eröffnungspredigt der besonderen Art. „Ich predige über das Bier“, hatte er im Vorbereitungsteam angekündigt. Zuerst besang er nach der Melodie des Kinderkirchenlieds „Wir feiern heut ein Fest“ das Klosterfest mit den Worten:

Wir feiern Klosterfest und trinken Bier zusammen,

Wir feiern Klosterfest, weil Gott uns alle liebt.

Herbei, herbei, wir trinken eins und zwei,

herbei, herbei, wir trinken zwei und drei.“

Diese Passage alleine brachte viele Gläubige schon zum Schmunzeln. Als er aber die eigentliche Predigt mit dem Satz begann:

„Hopfen und Malz“, da schallte es aus den Reihen der Gläubigen zurück wie aus einem Munde:

„Gott erhalt’s“.

Munter ging es mit der Predigt weiter. Pater Mateusz wusste  in Reimform zu berichten, dass das Bier 16mal in der Bibel Erwähnung findet, er streifte die Bierherstellung im Mittelalter, die die Mönche schließlich von den Hausfrauen übernahmen und fand mit dem Reim

Das Wasser gibt dem Ochsen Kraft,

dem Menschen Wein und Gerstensaft.

Drum danke Gott als guter Christ,

dass du ein Mensch geworden bist

auf lustige Weise den Übergang zum hier und heute.

Bei strahlendem Sonnenschein wurde der „weltliche Teil“ des Festes mit dem Fassbieranstich durch die Schrimherrin, Frau Bürgermeisterin Annelie Faber-Wegener, Herrn Ortsvorsteher  Hans Jürgen Trautmann und dem Guardian Pater Mateusz Micek zunftig eröffnet. Zünftig und kurzweilig ging es dann auch weiter bei Blasmusik, Speise und Trank und herrlichem Wetter, für das – nach Aussage des Vorsitzenden des Kreuzkapellen-Vereins Blieskastel Peter Kostyra – die Patres verantwortlich zeichnen, denn die haben Ja bekanntlich den besten Draht nach oben.

Bis kurz vor der Abschlussmesse um 19 Uhr hatten die fleißigen Helferinnen und Helfer alle Hände voll zu tun, sei es beim Kochen und Verkaufen der Speisen, im Kuchenzelt, im Getränkestand oder beim Abräumen vom Geschirr. Ihnen, sowie den Musikerinnen und Musikern, dem Team der Kreissparkasse Saarpfalz, dem Team der Pilgerrast, allen, die beim Auf und Abbau halfen, oder die Kreativecke gestalteten, gilt unser herzlicher Dank.

Das Klosterfest-Team

13. Blieskasteler Klosterfest

Das 13. Blieskasteler Klosterfest findet in diesem Jahr am Sonntag, 10. Juni 2018, statt. Die Schirmherrschaft übernimmt die Bürgermeisterin der Stadt Blieskastel, Frau Annelie Faber-Wegener.

Unter Leitung von Pater Mateusz trat das eingespielte Organisationsteam zusammen und stellte die Weichen für ein weiteres erfolgreiches Klosterfest. Man kann schon seit Jahren von einem Traditionsfest sprechen, für einige hat es sogar schon einen Kultstatus. Die einmalige Atmosphäre, die vielen angenehmen Begegnungen, Gespräche über Gott und die Welt, Wiedersehen mit bekannten „Gesichtern“ aber auch neue Gäste, darauf freuen sich die Patres und alle Helferinnen und Helfer und Besucher.

Das Programm wird wie in den vergangenen Jahren wieder abwechslungsreiche Unterhaltung für die ganze Familie bieten. Nach der heiligen Messe wird gegen 12:00 Uhr der traditionelle Fassbieranstich durch die Schirmherrin Annelie Faber-Wegener und den Guardian Pater Mateusz erfolgen. Im folgenden Programm unterhalten verschiedene Musikvereine und Chöre die Gäste bis zur Abendmesse um 19:00 Uhr.

Es beginnt wie in den vergangenen Jahren der Orchesterverein Lautzkirchen, der seit 2006 als „Mitbegründer“ des Klosterfestes ununterbrochen die Besucher begeistert. Auch die beliebten „Rover-von-der-Leyen“ sind seit vielen Jahren mit ihren bekannten Fahrtenliedern zum Mitsingen wieder dabei.

Für zünftige Speisen und Getränke sorgt wie immer das Klosterfest-Team gemeinsam mit dem Team von der „Pilgerrast“. So stehen Spießbraten, Leberknödel, Flammkuchen und der berühmte Klostereintopf „Bigos“ zu familienfreundlichen Preisen auf der Speisekarte. Bei der Essens- und Getränkeausgabe unterstützen wie in den letzten Jahren die Teams der Kreissparkasse Saarpfalz und des Pfarrgemeinderats Biesingen sowie viele Einzelpersonen aus verschiedenen Vereinen, Verbänden und Organisationen. Neben den üblichen alkoholfreien Getränken wird „Blieskasteler KlosterBergBier“ – gebraut von der Mallersdorfer Klosterbrauerei – frisch gezapft.

Die Organisatoren wie auch alle kuchenbegeisterten Besucher freuen sich wieder über Kuchenspenden der vielen Hausfrauen von nah und fern. Während des gesamten Festes wird eine Kinderbetreuung mit Kreativbasteln angeboten. Der Erlös des 13. Klosterfestes wird wieder in vollem Umfang der Renovierung des Klosters (Innenbereich) zu Gute kommen.

Wie im letzten Jahr veranstaltet die Stadt Blieskastel in diesem Jahr parallel den „Tag der Offenen Gartenpforte“. In der ehemaligen Stadtgärtnerei nahe dem Kloster können interessierte Bürger ganztägig den Blieskasteler Biosphärenbürgergarten besichtigen.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!