Im KREUZ ist Heil, im KREUZ ist Leben, im KREUZ ist Hoffnung

KARFREITAG

Buch Jesaja 52

Er wurde verachtet und von den Menschen gemieden, ein Mann voller Schmerzen, mit Krankheit vertraut. Wie einer, vor dem man das Gesicht verhüllt, war er verachtet; wir schätzten ihn nicht. Aber er hat unsere Krankheit getragen und unsere Schmerzen auf sich geladen. Wir meinten, er sei von Gott geschlagen, von ihm getroffen und gebeugt. Doch er wurde durchbohrt wegen unserer Verbrechen, wegen unserer Sünden zermalmt. Zu unserem Heil lag die Strafe auf ihm, durch seine Wunden sind wir geheilt.

Fotos: zu Karfreitag geschmückte Gnadenkapelle

TRIDUUM PASCHALE

Liebe Leserinnen,

 

liebe Leser,
wir laden Sie herzlich ein, die Karwoche und Ostern mit uns zu feiern.
Für die Klostergemeinschaft
Pater Mateusz Micek
Guardian

TRIDUUM PASCHALE  

Donnerstag, 29.03.2018      HOHER DONNERSTAG/GRÜNDONNERSTAG
                         19.00 Uhr      Messe vom Letzen Abendmahl
                                                 Stille Anbetung bis 22.00 Uhr in der Kapelle

Freitag,           30.03.2018      KARFREITAG
                            9.15 Uhr       Laudes mit Lesehore in der Gnadenkapelle
                          15.00 Uhr       Feier vom Leiden und Sterben Christi
                                                  und Novene zur Göttlichen Barmherzigkeit
                                                  Stille Anbetung bis 22.00 Uhr in der Kapelle
Samstag,        31.03.2018      KARSAMSTAG – GRABESRUHE DES HERRN
                           9.15 Uhr        Laudes mit Lesehore in der Gnadenkapelle
                                                  AUFERSTEHUNG DES HERRN

                        21.00 Uhr        Feier der Heiligen Osternacht

 

Sonntag,        01.04.2018      Ostersonntag – Hochfest der Auferstehung des Herrn

                                               „Ihr sucht Jesus von Nazaret, den Gekreuzigten; er ist  
                                                auferstanden.“ Mk 16, 1-7/ Mt 28, 1-10
                         9.00 Uhr       Eucharistie in der Kirche
                       11.00 Uhr      Eucharistie in der Kirche
                       15.00 Uhr      Feierliche Ostervesper
Montag,         02.04.2018    Ostermontag
                        7.00 Uhr       Eucharistie in der Kirche
                        9.00 Uhr       Eucharistie in der Kirche
                      11.00 Uhr       Eucharistie in der Kirche
                                              4. Tag der Novene zur Göttlichen Barmherzigkeit

Karfreitag – Tag des Kreuzes – Zeichen der Hoffnung

Maria unter dem Kreuz
Kreuzkapelle Blieskastel

 Das Kreuz ist grausam. Es ist eines der grässlichsten Folterinstrumente, das sich Menschen ausgedacht haben. Gerade heute fällt es vielen Menschen schwer, seinen Anblick zu ertragen. Sie verschließen die Augen vor allem, was nach Schmerz und Leid aussieht und können dadurch doch die Welt um keinen Deut besser machen. Weiterlesen: Karfreitag – Tag des Kreuzes – Zeichen der Hoffnung

Impuls zum Ostersonntag

„Das ist der Tag, den der HERR gemacht; lasst uns jubeln und SEINER uns freuen. HALLELUJA.“ (Gesang vor dem Evangelium).

Osterschmuck der Kirche

Das ist der froheste Tag im Jahr, obwohl „des Lebens FÜRST starb, DER herrscht nun lebend.“(aus der Sequenz) Wenn JESUS nicht auferstanden wäre, dann hätte SEINE Menschwerdung uns nicht geholfen und der Tod hätte den Menschen kein Leben gegeben. „Wenn aber CHRISTUS nicht auferweckt worden ist, dann ist euer Glaube nutzlos.“ (1 Kor 15,17) – schreibt hl. Paulus. Wer könnte wirklich glauben und auf einen Verstorbenen seine Hoffnung setzen? Aber CHRISTUS ist nicht gestorben, sondern ER lebt. „Ihr sucht JESUS von Nazareth, den GEKREUZIGTEN. ER ist auferstanden; ER ist nicht hier.“(Mk 16,6)

Im ersten Moment weckt diese Nachricht Befürchtungen und Angst, dass die Frauen „das Grab verließen und flohen…Und sie sagten niemanden etwas davon; denn sie fürchteten sich.“(Mk 16,8) Aber unter diesen Frauen war Maria von Magdala und als sie „sah, dass der Stein vom Grab weggenommen war“, lief sie schnell zu Petrus und Johannes und brachte ihnen die Nachricht: „Man hat den HERRN aus dem Grab weggenommen und wir wissen nicht, wohin man IHN gelegt hat.“(Joh 20, 1-2)
Sie liefen schnell und gingen in das Grab hinein und sie „sahen die Leinenbinden liegen und das Schweißtuch…zusammengebunden daneben an einer besonderen Stelle.“(Joh 20, 6-7) Sie sahen und glaubten. Das ist ein erster Glaubensakt der Kirche, der vom auferstandenen CHRISTUS hervorgebracht und wegen der Sorge der Maria von Magdala ob des gefundenen Schweißtuches im leeren Grab hervorgerufen wurde.
Wenn der Leichnam geraubt worden wäre, hätte niemand das Tuch mit dieser Sorgfalt zusammengebunden. GOTT benutzt einfache Dinge, um SEINE Jünger zu erleuchten, die „noch nicht aus der Schrift wussten, dass ER von den Toten auferstehen musste.“(Joh 20, 9) Petrus und Johannes nahmen die Zeichen des AUFERSTANDENEN auf: die Nachricht über die Auferstehung durch Maria von Magdala, das leere Grab und das zusammengebundene Schweißtuch.

Die „Zeichen“ der Auferstehung sind auch gegenwärtig in der heutigen Welt. Das sind:
-das heroische Glaubenszeugnis bis zum Martyrium;
-das Leben der demütigen Seelen;
-die Lebendigkeit der Kirche, die wegen der äußern Verfolgungen und der inneren Kämpfe ihre Kräfte nicht verliert;
-die Eucharistie-die lebendige Gegenwart des AUFERSTANDENEN.
Jeder Christ sollte diese Zeichen annehmen und so glauben, wie die Apostel glaubten, und ständig seinen Glauben stärken.

Die Pascha-Liturgie erinnert uns an Petrus‘ bewegende Rede über die Auferstehung CHRISTI: „GOTT aber hat IHN am dritten Tag auferweckt und hat IHN erscheinen lassen…vorbestimmten Zeugen: uns, die wir mit IHM nach SEINER Auferstehung von den Toten gegessen und getrunken haben.“(Apg 10,40-41) In diesen Worten ist noch die Ergriffenheit des Petrus wegen der großen Ereignisse, die er erlebte, zu spüren, und die Vertrautheit, in der er mit JESUS war, als er mit IHM am Tisch saß und aß.

Die Osterfeier lädt uns alle zum Tisch des HERRN ein, an dem ER selbst die Speise und der Trank ist. „Unser PASCHALAMM ist geopfert: CHRISTUS. So lasst uns das Festmahl feiern im HERRN.“(1 Kor 5, 7b-8a) Der heilige Paulus bezieht sich auf den Ritus, der vorschreibt, das Osterlamm mit dem ungesäuerten Brot zu essen. Paulus ermutigt uns, dass wir „den alten Sauerteig….die Bosheit und Schlechtigkeit wegschaffen“, um das Pascha zu feiern „mit den ungesäuerten Broten der Aufrichtigkeit und Wahrheit.“ (1 Kor 5,7-8)

Zum Tisch des HERRN, zum wahren geopferten LAMM muss man mit einem reinen Herzen kommen, mit dem Herzen, das von der Sünde frei ist, das in der Reinheit und Wahrheit erneuert ist, um es mit anderen Worten zu sagen, mit dem Herzen des Auferstandenen zu verweilen. Die Auferstehung CHRISTI, SEIN Übergang vom Tod zum Leben, soll sich in der Auferstehung der Gläubigen widerspiegeln – der Übergang von der Schwäche des alten Menschen zum neuen Leben in CHRISTUS.

Pater Mateusz

Impuls zur Feier der Osternacht

Der Karsamstag ist der Tag zur Kontemplation des Paschageheimnisses des Leidens, des Todes und der Auferstehung des HERRN.

Kreuzkapelle Blieskastel 2013
Kreuzkapelle Blieskastel 2013

In diesem Geheimnis verwirklicht sich die ganze Geschichte des Heilswerkes. Zu dieser Kontemplation ruft uns die heutige Liturgie auf, in der ausgewählte Lesungen vorgetragen werden, die von den wichtigsten Etappen des wunderschönen Heilswerkes erzählen.
Die erste Lesung aus dem Buch Genesis 1, 1-2,2 erzählt uns vom Werk der Schöpfung, die GOTT erschuf und ansah: „GOTT sah alles an, was ER gemacht hatte: es war sehr gut.“(Gen 1, 31) Von GOTT können nur gute Dinge kommen. Aber als die Sünde so früh die Schöpfung zerstritt, hatte GOTT schon den neuen Plan, den SEIN SOHN GOTTES vollendete. Isaak, den Abraham aus Gehorsam gegenüber GOTTES Befehl aufopfern musste (Gen 22, 1-18), war SEINE prophetische Figur. Isaak war befreit vom Tod und CHRISTUS starb und erstand auf.
Ein anderes bedeutsames Ereignis ist der wunderschöne „Durchzug“ des israelitischen Volkes durch das Rote Meer (Ex 14, 15-15,1) dank der Hilfe GOTTES. Dieser Durchzug ist das Symbol der Taufe, durch die der Gläubige von der Sklaverei der Sünde zur Freiheit und zum Leben der Kinder GOTTES „übergehen“ kann.
Dann kommen wunderschöne prophetische Texte über die erlösende Barmherzigkeit GOTTES. Wegen der Untreue der Menschen will GOTT nicht aufhören, sie zu erlösen. GOTT ruft alle zu sich aus Liebe und Erbarmen trotz der Sünden der Menschen: „Nur für eine kleine Weile habe ICH dich verlassen, doch mit großem Erbarmen hole ICH dich heim. Einen Augenblick nur verbarg ICH vor dir MEIN Gesicht in aufwallendem Zorn; aber mit ewiger Huld habe ICH Erbarmen mit dir, spricht DEIN ERLÖSER, der HERR.“(Jes 54, 7-8)
Das ist ein Aufruf, an dieser Stunde der Barmherzigkeit GOTTES nicht vorbeizulaufen: „Sucht den HERRN, solange ER sich finden lässt, ruft IHN an, solange ER nahe ist. Der Ruchlose soll seinen Weg verlassen, der Frevler seine Pläne. Er kehre um zum HERRN, damit er Erbarmen hat mit ihm und zu unserem GOTT; denn ER ist groß im Verzeihen.“ (Jes 55, 6-7) Wenn diese Wahrheit für das Volk Israels galt, ist sie auch für uns gegeben. Denn diese Barmherzigkeit GOTTES vollbrachte sich im Paschageheimnis. CHRISTUS ist unser PASCHA, das geopferte LAMM für die Erlösung der Welt. ER ruft uns, dass wir die Sünde verlassen und zum Haus des Vaters zurückkommen: „Geh deinen Weg im Glanz ihres Lichtes!…Glücklich sind wir, das Volk Israel; denn wir wissen, was GOTT gefällt.“(Ba 4, 2.4.)
Die Heilsgeschichte erreicht ihre Höchstform im Geheimnis CHRISTI. Sie wurde auch die Geschichte jedes Menschen durch die Taufe, die uns an dieses Geheimnis bindet. „Wir wurden mit IHM (CHRISTUS) begraben durch die Taufe auf den Tod; und wie CHRISTUS durch die Herrlichkeit des VATERS von den Toten auferweckt wurde, so sollen auch wir als neue Menschen leben.“(Röm 6,4) Das erklärt, warum die Erneuerung des Taufversprechens im Vigil der Osterfeier eine so wichtige Rolle spielt. Das Pascha zu feiern oder zu begehen bedeutet „Übergang“ mit CHRISTUS vom Tod zum Leben: „Wenn wir nämlich IHM gleich geworden sind in SEINEM Tod, dann werden wir mit IHM auch in SEINER Auferstehung vereinigt sein.“(Röm 6,5)
Es geht nicht um einen schönen Ausdruck, sondern um eine unermessliche Wirklichkeit, die die Taufe vollbrachte. Oft vergessen wir das oder es ist uns nicht bewusst. Am Tod CHRISTI teilzunehmen bedeutet, den alten Menschen (den Menschen der Sünde) zu kreuzigen. Es bedeutet auch, mit CHRISTUS ein für allemal für die Sünde und jeden Tag für die Leidenschaften, Schwäche, Egoismus und Hochmut zu sterben.
Durch die Taufe zeigt sich das Volk GOTTES als das Volk, das durch ein „reines Wasser“ gewaschen und gereinigt wurde, das Ezechiel in seiner Lesung (Ez 36,25-26) voraussagte. Das Volk wurde durch das Wasser gereinigt, das aus der Seite CHRISTI herausfloss. Dieses Volk bekommt von GOTT „ein neues Herz“ und „einen neuen Geist“ – also die wahren Paschagaben. Auf diese Weise ist jeder Gläubige bereit, das Halleluja zu singen und die Freude über die Auferstehung CHRISTI zu begehen.

Pater Mateusz

Impuls zum Karfreitag

Die Liturgie des Karfreitags ist die bewegende Kontemplation des Geheimnisses des Kreuzes. Sie ruft jeden Gläubigen nicht nur zur Betrachtung des Kreuzes, sondern auch zum Erleben des schmerzhaften Leidens CHRISTI auf. Die beiden großen Texte des heutigen Wortgottesdienstes sprechen davon. Der erste ist die Prophezeiung, die Jesaja zugeschrieben wird (Jes 52,13;53,12). Der zweite beinhaltet die historische Beschreibung des Evangelisten Johannes (Joh 18,1-19, 42).

Golgotha in der Grabkirche

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Grabskirche – Golgotha

Zwischen diesen Texten liegt eine Zeitspanne von über 7 Jahrhunderten. Die Übereinstimmung der Fakten ist ergreifend. Der Prophet Jesaja beschreibt das Leiden des GOTTESKNECHTES. Der Evangelist verfasst den Bericht über den letzten Tag JESU auf der Erde.
Jesaja schreibt: „Viele haben sich über IHN entsetzt, so entstellt sah ER aus, nicht mehr wie ein Mensch, seine Gestalt war nicht mehr die eines Menschen…ER wurde verachtet und von den Menschen gemieden, ein Mensch voller Schmerzen, mit Krankheit vertraut.“(Jes 52,13; 53,3) Johannes und die anderen Evangelisten erzählen, dass JESUS ausgeliefert, verachtet, geohrfeigt, mit den Dornen gekrönt, verspottet, zum Gespött gemacht, verurteilt und gekreuzigt wurde.
Der Prophet weist auf die Ursache dieses großen Leidens hin: „Doch ER wurde durchbohrt wegen unserer Verbrechen, wegen unserer Sünden zermalmt.“ Er verdeutlicht auch den Sinn des Leidens CHRISTI, der für uns die Schuld getragen hat: „Zu unserem Heil lag die Strafe auf IHM, durch SEINE Wunden sind wir geheilt.“(Jes 53, 5) Es mangelt auch nicht an Ablehnung: „Wir meinten, ER sei von GOTT geschlagen, von IHM getroffen und gebeugt.“(Jes 53,4)
Dann hören wir JESUS rufen: „GOTT, mein GOTT, warum hast du mich verlassen?“ (Mt27, 46) Der GOTTESKNECHT opfert sich freiwillig, „der SEIN Leben als Sühneopfer hingab.“ (Jes 53, 10) CHRISTUS liefert sich den Soldaten freiwillig aus. ER lässt sich freiwillig zum Tod führen und sagt: „Niemand entreißt MEIN Leben mir, sondern ICH gebe es aus freiem Willen hin.“(Joh 10,18) Hierin ist die Freiwilligkeit des Opfers ersichtlich.
Der Prophet Jesaja sagt sogar das Ende des freiwilligen Leidens voraus: „Nachdem ER so vieles ertrug, erblickt ER das Licht…Deswegen gebe ich IHM meinen Anteil unter den Großen…, weil ER sein Leben dem Tod preisgab.“(Jes 53, 11-12) JESUS sagt, als er sich an sein Leiden erinnert: „Und ICH, wenn ICH über die Erde erhöht bin, werde alle zu MIR ziehen.“(Joh 12,32)
Das alles weist darauf hin, dass das Kreuz CHRISTI der Kern der Heilsgeschichte ist, die schon im Alten Testament durch die Beschreibung des leidenden GOTTESKNECHTES vorausgesagt wurde. Diesen Weg sollte jeder Gläubige gehen, um erlöst zu werden und mit dem HEILAND am Aufbau des Reiches GOTTES mitzuwirken.
In der Karfreitagsliturgie zwischen der Lesung nach Jesaja und dem Evangelium nach Johannes schreibt Paulus in seinem Brief an die Hebräer: „Wir haben ja nicht einen Hohepriester, der nicht mitfühlen könnte mit unserer Schwäche, sondern einen, der in allem wie wir in Versuchung geführt worden ist, aber nicht gesündigt hat.“ (Hebr 4, 15) Das erkennt man im Leben JESU vor allem an SEINER Leidensgeschichte, bei der ER alle Beschwerden, Leiden, Traurigkeiten, Schwächen der menschlichen Natur verspürte. Auf dieser Weise ist ER Hohepriester und Opfer zugleich.
JESUS betet im Garten Getsemani: „ABBA, VATER, alles ist DIR möglich. Nimm diesen Kelch von MIR! Aber nicht, was ICH will, sondern was DU willst (soll geschehen).“(Mk 14, 36) Aus diesem Gehorsam zum Wille des VATERS gibt sich JESUS dem Tod hin. Als ER die Bitterkeit des Todes kostet, wird ER durch die Auferstehung befreit und „für alle, die IHM gehorchen, der URHEBER des ewigen Heils“.(Hebr 5, 9) CHRISTUS gehorsam zu sein, heißt SEIN Kreuz anzunehmen und auf den Willens des VATERS zu hören: „VATER, IN DEINE HÄNDE LEGE ICH MEINEN GEIST.“(Lk 23,46)
Im Augenblick des Todes wird JESUS gepriesen. Der Hauptmann ruft aus: „Das war wirklich ein gerechter Mensch. Und alle, die zu diesem Schauspiel herbeigeströmt waren und sahen, was sich ereignet hatte, schlugen sich an die Brust…“(Lk 23, 47-48) Die Kirche tut das gleiche, wenn sie den Tod CHRISTI beweint und den gekreuzigten HERRN in der Verehrung des Kreuzes anbetet: „Dein Kreuz, o HERR, verehren wir, und DEINE heilige Auferstehung preisen und rühmen wir: Denn siehe, durch das Holz des Kreuzes kam Freude in die Welt.“ (Messbuch Kreuzverehrung)
Auch die Karfreitagsliturgie lädt uns zur Stärkung mit der Eucharistie ein, in der die Wirklichkeit des Gedächtnisses des Todes CHRISTI heute besonders strahlt. Im Herzen erschallt das Wort des HERRN: „Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird. Tut dies zu meinem Gedächtnis!“ (Lk 22,19) und auch das Wort des hl. Paulus: „Denn sooft ihr von diesem Brot esst und aus dem Kelch trinkt, verkündet ihr den Tod des HERRN, bis ER kommt.“(1 Kor 11,26)
Pater Mateusz

Impuls zum Gründonnerstag

Die Feierlichkeiten des Pascha-Geheimnisses bilden die Mitte des Heilswerkes CHRISTI.

Das letzte Abendmal von Raffaelli

Sie beginnen mit der abendlichen Messe am Gründonnerstag, die uns an das letzte Abendmahl erinnert. Alle Schriftlesungen betreffen das Thema des Pascha-Abends.
Das Buch Exodus (12, 1-8; 11-14) erzählt von der Einsetzung des ersten Paschas. GOTT befahl den Juden, in jeder Familie „ein fehlerfreies, männliches, einjähriges Lamm“ zu schlachten. Mit seinem Blut sollten sie die Türpfosten des Hauses bestreichen, um die Erstgeborenen bei Mensch und Vieh vom Tod zu retten. Dann aßen sie das Lamm. In derselben Nacht begannen die Israeliten den Siegeszug ins Gelobte Land.
Diesen Ritus sollten sie jedes Jahr zur Erinnerung an den Auszug aus Ägypten wiederholen. „Es ist die Paschafeier für den HERRN“ (Ex 12,11). Sie erinnert an den „Übergang“ Israels – von der ägyptischen Sklaverei zu seiner Befreiung.
JESUS wählte die Feier des jüdischen Paschas, um das neue Pascha einzusetzen, in dem ER das wahre MAKELLOSE UNSCHULDIGE LAMM ist, das für die Erlösung der Welt geopfert wurde. Als ER mit SEINEN Jüngern am Tisch saß, führte ER den neuen Ritus ein.
In der zweiten Lesung (1 Kor 11, 23-26) schreibt Paulus: „JESUS, der HERR, nahm in der Nacht, in der ER ausgeliefert wurde, Brot, sprach das Dankgebet, brach das Brot und sagte: Das ist MEIN Leib für euch…Ebenso nahm ER nach dem Mahl den Kelch und sprach: Dieser Kelch ist der Neue Bund in MEINEM Blut.“ Das Brot wurde wunderbar in den Leib CHRISTI verwandelt. Im Kelch war kein Wein mehr, sondern das Blut CHRISTI. Beides kündigt den Tod unseres HERRN an, denn ER opferte für uns SEIN ganzes Blut.
Heute sind sie das lebendige Gedächtnis. „Tut dies zu MEINEM Gedächtnis!“ In diesem Licht zeigt Paulus die Eucharistie, wenn er schreibt: „Denn sooft ihr von diesem Brot esst und aus dem Kelch trinkt, verkündet ihr den Tod des HERRN.“ Die Eucharistie ist das lebendige Brot, das den Menschen das ewige Leben gibt (Joh 6,51). Sie ist das Gedächtnis des Todes CHRISTI, in dem SEIN Leib für uns hingegeben und SEIN Blut vergossen wurde – zur Vergebung unserer Sünden.(Lk 22,19; Mt 26,28).
Die Menschen wurden genährt mit dem Leib CHRISTI, gereinigt und abgewaschen in SEINEM Blut. Sie können ihre Mühe der irdischen Pilgerschaft ertragen und übergehen von der Gefangenschaft der Sünde zur Freiheit der Kinder GOTTES, durch die Wüste ins Gelobte Land: zum Haus des VATERS.

„Nehmet und esset alle davon: Das ist MEIN Leib…Nehmet und trinket alle daraus: Das ist der Kelch.. MEIN Blut…“(Messbuch). Die heutige Liturgie fordert die Gläubigen, deren Glaube schwach ist, auf, dass sie darüber hinwegkommen. Sie sollen tiefer und mit Liebe auf die unvorstellbare Wirklichkeit dieses Geheimnisses blicken. Es vollzog sich zum ersten Mal im Abendmahlssaal unter den erstaunten Aposteln und erneuert sich heute mit derselben Wirksamkeit auf dem Altar. Es ist immer derselbe HERR JESUS in der Person des Sakramentsverwalters (IN PERSONA CHRISTI), der die Konsekration (die Wandlung) durchführt. Besonders heute, am Gedenken der Einsetzung der Eucharistie und des Vigils (Vorabend) des Todes CHRISTI, ist dieser Akt ergreifend.
„Da Er die Seinen, die in der Welt waren, liebte, erwies ER ihnen SEINE Liebe bis zur Vollendung.“(Joh 13,1-15), so beginnt die Erzählung des Evangelisten Johannes vom Letzten Abendmahl . Die unendliche Liebe JESU „bis zur Vollendung“, bis zum Tod, – stehen im krassen Gegensatz zum Verrat des Menschen, zu seinem Verleugnen und seiner Verlassenheit. Die Eucharistie ist die Antwort des HERRN auf den Verrat SEINER Geschöpfe.
Unser HERR wartete ungeduldig auf die schwachen, treulosen Menschen, um sie zu erlösen. Deswegen kündigte ER SEINEN Tod mystisch an, indem ER ihnen SEINEN Leib, den ER am Kreuz opferte, und SEIN Blut, das ER bis zum letzten Tropfen vergoss, schon am Vorabend SEINES Todes gab. Die Eucharistie verewigt SEINE lebendige wahre Gegenwart bis zur Ewigkeit.
JESUS hinterließ der Kirche im Sakrament der Liebe das Testament der Liebe, nämlich SEIN neues Gebot. Die Zwölf sahen JESUS, ihren MEISTER, kniend vor sich als DIENER, der das Wasser in den Schüssel goss und die Füße SEINER Jünger wusch. Diese Szene endet mit der Mahnung: „Wenn nun ICH ,der HERR und MEISTER, euch die Füße gewaschen habe, dann müsst auch ihr einander die Füße waschen.“(Joh 13, 14).
Es geht nicht um die Nachahmung der äußerlichen Tat, sondern um die ehrliche Demut in gegenseitigen Beziehungen. Die Jünger sollten sich wie Diener verhalten. Nur solche Demut macht es möglich, dass sich das Gebot erfüllt, das uns JESUS gab: „Liebt einander! Wie ICH euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben.“(Joh 13,34).
Die Fußwaschung, die Einsetzung der Eucharistie und der Tod am Kreuz zeigen uns, wie man seine Brüder und Schwestern lieben soll, um das Gebot des HERRN zu erfüllen.

Pater Mateusz