zum Palmsonntag

Palmsonntag

Die Karwoche beginnt mit der Erinnerung an den triumphalen Einzug von CHRISTUS in Jerusalem, der am Sonntag vor SEINEM Leiden stattfand. JESUS leistete immer Widerstand gegen jegliche Art von öffentlicher Verehrung und lief weg, als die Menschen IHN zum König machen wollten: „Da erkannte JESUS, dass sie kommen würden, um IHN in ihre Gewalt zu bringen und zum König zu machen. Daher zog ER sich wieder auf den Berg zurück, ER allein.“(Joh 6,15) .

Aber heute lässt ER sich in freudigem Triumphschrei huldigen. Erst als ER zum Tod geführt wurde, stimmte ER zu, IHN als MESSIAS öffentlich bekannt zu geben. Als ER am Kreuz starb, wurde ER im vollsten Sinne des Wortes MESSIAS, ERLÖSER, KÖNIG und SIEGER. ER ließ sich KÖNIG nennen, aber ein KÖNIG, der besondere Eigenschaften hat:

– ER zog demütig und still sitzend auf dem Esel in die heilige Stadt ein.

– SEINE königliche Würde bestätigte ER dann vor den Tribunalen und ließ zu, dass die Inschrift „JESUS von Nazareth, KÖNIG der Juden“ am Kreuz befestigt wurde.

– Der feierliche Einzug CHRISTI in Jerusalem war eine Ehrerbietung des Volkes an JESUS, der durch SEIN Leiden und SEINEN Tod zur vollen Offenbarung SEINER göttlichen und königlichen Würde gelang.

– Die Menschenmenge, die das Hosanna rief, konnte die ganze Bedeutung dieses Faktums nicht verstehen. Die Gemeinschaft der Gläubigen aber, die heute dasselbe wiederholt, kann diesen tiefen Sinn verstehen: „Hosanna dem SOHNE Davids! Gepriesen, der kommt im Namen des HERRN, der KÖNIG von Israel. Hosanna in der Höhe!“(Mt 21,9).

Palmsonntag in Blieskastel

Die Liturgie ruft dazu auf, dass die Gläubigen den Blick auf die Ehre CHRISTI und auf den ewigen KÖNIG werfen sollen. Dann nämlich können sie SEIN erniedrigendes Leiden als den unbedingten Weg zur endgültigen Erhöhung verstehen. Es geht nicht darum, JESUS in der Stunde SEINES Triumphs zu begleiten, sondern IHM zum Kalvarienberg nachzufolgen, auf dem ER am Kreuz starb, um für immer über die Sünde und den Tod zu triumphieren.

Diese Gefühle drückt die Kirche aus, wenn sie bei der Palmsegnung betet: „Allmächtiger GOTT, am heutigen Tag huldigen wir CHRISTUS in SEINEM Sieg und tragen IHM zu Ehren Zweige in den Händen. Mehre unseren Glauben und unsere Hoffnung, erhöre gnädig unsere Bitten und lass uns in CHRISTUS die Frucht guter Werke bringen.“ Es gibt keine schönere Weise, des Leidens CHRISTI zu gedenken als IHM ähnlich zu sein, um mit IHM die Sünde zu besiegen.

Die heilige Messe führt uns gut in das Thema des Leidens CHRISTI ein. Die Prophezeiung Jesajas und der Psalm deuten mit ergreifender Genauigkeit auf manche Einzelheiten hin: „Ich hielt meinen Rücken denen hin, die mich schlugen, und denen, die mir den Bart ausrissen, meine Wangen. Mein Gesicht verbarg ich nicht vor Schmähungen und Speichel.“ (Jes 50,6).

Warum so eine große Fügsamkeit? – Damit CHRISTUS zum DIENER des HERRN wurde, den der Prophet beschrieb. JESUS war ganz und gar bereit, den Willen SEINES VATERS zu tun und sich für die Menschen als Opfer hinzugeben, um sie zu erlösen:

„GOTT, der HERR, hat mir das Ohr geöffnet. Ich aber wehrte mich nicht und wich nicht zurück.“(Jes 50,5). ER wurde vor das Tribunal geführt, dann zum Kalvarienberg und dort ans Kreuz genagelt: „Sie durchbohren MIR Hände und Füße. Man kann all MEINE Knochen zählen“(Ps 22, 17-18). JESUS wurde nur aus einem Grund derart zugerichtet: nämlich aus Liebe zu SEINEM VATER, dem ER SEINEN Ruhm geben wollte, und aus Liebe zu den Menschen, die ER mit GOTT, SEINEM VATER, versöhnen wollte.

Nur aufgrund der unendlichen Liebe kann man diese Erniedrigungen des SOHNES GOTTES erklären. „ER war GOTT gleich, hielt aber nicht daran fest, wie GOTT zu sein, sondern ER entäußerte sich und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich.“(Phil 2, 6-7).

Während SEINES Leidens ging JESUS bis an die letzten Grenzen SEINES Verzichtes: ER gab nämlich die Rechte SEINER GOTTHEIT auf. Nicht nur, dass ER sie in der Gestalt SEINER menschlichen Natur versteckte. ER entäußerte sich ihrer, übergab sich der Strafe der Kreuzigung und war bereit, bittere Beschimpfungen über sich ergehen zu lassen: „Anderen hat ER geholfen, sich selbst kann ER nicht helfen. Der MESSIAS, der KÖNIG von Israel! ER soll doch jetzt vom Kreuz herabsteigen, damit wir sehen und glauben.“ (Mk 15, 31-32) .

Altarschmuck

Sowohl der Evangelist Markus als auch die Kirche zögern nicht, den Gläubigen die Betrachtung des Leidens CHRISTI in ihrer harten Wirklichkeit zu vergegenwärtigen. Denn die Menschen sollen verstehen, dass ER der wahre GOTT ist und der wahre MENSCH war, der auch litt. ER ließ in SEINER gequälten menschlichen Natur SEINE GOTTHEIT auszehren, um zum BRUDER der Menschen zu werden und mit ihnen den Tod zu teilen, aber auch, um sie zur an SEINER göttlichen Natur teilhaben zu lassen.

„ER (JESUS) erniedrigte sich selbst und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz, darum hat IHN GOTT über alle erhöht und IHM den Namen verliehen, der größer ist, als alle Namen“ (Phil 2,8-9). Aus der tiefsten Auszehrung kommt die größte Erhöhung. CHRITUS wurde nicht nur als GOTT, sondern auch als MENSCH, als HERR aller Geschöpfe, eingesetzt. ER führt SEINE Macht in der Einheit mit SEINEM VATER aus, um die Menschen von der Sünde zu erlösen und ihnen Anteil am Leben GOTTES zu geben.

Pater Mateusz

zum 5. Fastensonntag

Die Liturgie des heutigen Tages lädt uns zum Nachdenken über das nahende Paschafest unter dem Blickwinkel der Sündenbefreiung ein. CHRISTUS erwirkte diese einmal auf ewig für alle. Die Vergebung der Schuld muss jedoch jeder Mensch für sich erbitten. Weil die Menschen ihren Freveln (Schwächen) ihr ganzes Leben hindurch ausgesetzt sind, müssen sie immer wieder diesen Akt der Befreiung wiederholen und erneuern.

GOTT tat viele Wunder, um das auserwählte Volk aus der ägyptischen Gefangenschaft herauszuführen. ER versprach ihm noch mehr, nämlich es von der babylonischen Gefangenschaft zu befreien. „Seht her, nun mache ICH etwas Neues…Ja, ICH lege einen Weg an durch die Steppe und Straßen durch die Wüste….Denn ICH lasse in der Steppe Wasser fließen und Ströme in der Wüste, um MEIN Volk, MEIN erwähltes Volk zu tränken.“(Jes 43, 19-20)
Diese Prophezeiung erleuchtete die messianische Zukunft. Denn GOTT wollte für das neue Israel, die Kirche JESU CHRISTI, völlig neue Taten vollbringen. Dabei geht es nicht um materielle Dinge, sondern um den eingeborenen Sohn, den GOTT der Welt gab, damit ER „ein Weg“ der Erlösung werde. Es geht auch nicht um das Wasser, das den Durst stillt und den Menschen erfrischt, sondern um das lebendige Wasser der Gnade, das vom Opfer CHRISTI kam, um den Menschen von der Sünde zu reinigen und seinen unendlichen Durst zu stillen.

Wer ohne Sünde ist

Diese neue Perspektive wird besonders deutlich im neutestamentlichen Geschehen mit der Ehebrecherin. Diese wurde zu JESUS gebracht, damit ER ein Urteil über sie fälle: „MEISTER, diese Frau wurde beim Ehebruch auf frischer Tat ertappt. Mose hat uns im Gesetz vorgeschrieben, solche Frauen zu steinigen. Nun was sagst DU?“(Joh 8,4) Doch JESUS tat etwas Neues, das das alte Recht nicht berücksichtigte. ER verkündete kein Urteil, auf das die Ankläger und die Angeklagte warteten, sondern ER sagte: „Wer von euch ohne Sünde ist, werfe als Erster einen Stein auf sie.“(Joh 8,7)

Alle Menschen sind Sünder. Niemand hat das Recht, über die anderen zu urteilen. Dieses Recht hat nur ER, der unschuldigste HERR. Aber ER profitierte davon nicht, sondern benutzte SEINE Macht als HEILAND: “ Hat dich keiner verurteilt? …Auch ICH verurteile dich nicht. Geh‘ und sündige von jetzt an nicht mehr.“(Joh 8, 10-11)

Nur CHRISTUS, der sein Leben hingab, um die Menschen zu erlösen, kann diese Frau von ihrer Sünde befreien, sie lossprechen und sagen: „Sündige nicht mehr.“ SEIN Wort ist erfüllt von der Gnade, die von seinem Opfer ausging. Im Bußsakrament besteht die Möglichkeit für jeden, eine so befreiende und versöhnende Geste von CHRISTUS zu empfangen, um gegen die Sünde anzukämpfen und „nicht mehr zu sündigen“.

Die zweite Lesung hilft uns, diese Überlegung zu vertiefen. Der heilige Paulus, der seine Tradition, Kultur und Lebensweise aufgab, „hielt sie für Unrat, um JESUS zu gewinnen.“(Phil 3,8) Und er lädt uns Christen dazu ein, für dieses Ziel alles aufzugeben, was uns nicht zum Herrn führt und was ihm widerspricht.

Das ist der Weg, um sich ganz von der Sünde zu befreien und CHRISTUS ähnlich zu werden, denn „SEIN Tod soll mich prägen. So hoffe ich, auch zur Auferstehung von den Toten zu gelangen.“(Phil 3,10-11) Dieser Weg verlangt von uns nach neuen Siegen und nach der ständigen Befreiung, um uns an CHRISTUS festzubinden. Niemand sollte denken, er habe das Ziel schon erreicht. Jeder sollte weitergehen, um seinen Weg zu vollenden und um Christus zu gewinnen, „weil er (ich) allein von JESUS CHRISTUS ergriffen worden ist (bin).“ (Phil 3,12)

Pater Mateusz

zum 4. Fastensonntag

Der Gedanke an das neue und alte Pascha, das die Versöhnung des Menschen mit GOTT  ausdrückt, wird immer deutlicher in der Liturgie der österlichen Bußzeit. Die erste Lesung berichtet über das auserwählte Volk Israel, das nach 40 Jahren der Wanderung in der Wüste endlich im gelobten Land ankam.

Die Wüste

 Mit großer Freude feierte es sein erstes Paschafest. GOTT  vergab SEINEM Volk seine Untreue und hielt SEIN Versprechen. ER gab Israel das Land der Verheißung, in dem es den Tempel  zu GOTTES Ehre aufbaute.

Aber „das Alte ist vergangen, Neues ist geworden.“(2 Kor 5,17), schreibt Paulus in seinem Brief.  Die große Neuigkeit ist das christliche Pascha, das an die Stelle des alten tritt: Das Pascha nämlich, in dem CHRISTUS aufgeopfert wurde, um die Menschen mit  GOTT zu versöhnen.

Es ist weder das Blut des Lammes, das die Menschen erlöste, noch der Ritus der Beschneidung, noch das Opfer von Erdenfrüchten, was GOTT gefiel, sondern GOTT allein erlöste die Menschen, als ER SEINEN eingeborenen SOHN hingab. „Ja GOTT war es, der in CHRISTUS die Welt mit sich versöhnt hat, indem ER den Menschen ihre Verfehlungen nicht anrechnete und uns das Wort von der Versöhnung anvertraute.“ (2 Kor 5,19)

NUR GOTT konnte dieses Heilswerk vollbringen. NUR SEINE Liebe konnte dieses Heilswerk einhauchen und NUR SEINE Barmherzigkeit konnte es verwirklichen. Der unschuldige CHRISTUS vertrat den sündigen Menschen. Die Menschheit wurde von der großen Last der Sünden befreit. Unsere Sünden jedoch wurden JESUS auf  die Schultern gelegt: „Er hat den, der keine Sünde kannte, für uns zur Sünde gemacht, damit wir in ihm Gerechtigkeit Gottes würden.“(2 Kor 5,21)

Barmherziger Jesus

Die Fastenzeit ruft uns zum Nachdenken über die Barmherzigkeit GOTTES auf, die im Paschageheimnis CHRISTI geoffenbart wurde. Dank dieses Geheimnisses CHRISTI wurde der Mensch „ein neues Geschöpf“  in CHRISTUS, das von der Sünde befreit, mit GOTT versöhnt nach Hause zu SEINEM VATER umkehrt. Es gibt zwei Gleichnisse, die von der Umkehr erzählen. JESUS benutzte sie, um den Menschen das Geheimnis der Barmherzigkeit GOTTES verständlich zu machen.

JESUS kam, um  den Sündern das Leben zu geben. Unser HERR ist wie ein Hirte, der SEINE Herde nicht zurücklässt und der dem verlorenen Schaf nachgeht. „Und wenn es gefunden hat, nimmt er es voll Freude auf die Schultern.“ (Lk 15,5) CHRISTUS sucht jeden Menschen. SEINE Gnade und Liebe gehen mit ihm, denn er ist erlöst durch SEIN Blut. Jeder Mensch sollte erlauben, dass der HERR ihn erreicht, dass er sich von IHM ergreifen lässt, um das bessere Leben zu gewinnen.

Das nächste Gleichnis erzählt vom verlorenen Sohn, der sein Haus und seinen Vater verließ und sein ihm zustehendes Erbteil verlangte, um in materieller Unabhängigkeit und Freiheit zu leben. Durch seine Missetaten verschwendete er sein Gut und seine Freiheit. Er wurde ein Sklave der Leidenschaften und ein elender Schweinehirte. Die Ursache der Umkehr waren seine Gewissensbisse – das Echo der Stimme Gottes.

GOTT, der VATER, wartet unermüdlich auf seine Söhne, die IHN verlassen haben. Durch die erlittenen Enttäuschungen und durch Gewissensbisse treibt ER sie zur Umkehr an. Wenn GOTT, der Vater,  seine Söhne auf dem Weg der Reue sieht, läuft ER  ihnen entgegen, um die Versöhnung zu beschleunigen, ihnen den väterlichen Kuss der Vergebung zu geben und ein fröhliches Fest zu feiern.

An diesem Fest mussten auch die anderen Söhne teilnehmen, die zu Hause geblieben waren.  Sie waren eher ihren Verpflichtungen treu als der Liebe. Deswegen konnten sie die väterliche Liebe zu dem verlorenen Sohn und die Freude des Vaters über die Umkehr seines Sohnes nicht verstehen und nicht teilen.

Alle Menschen sind Sünder. Selig sind die, die diesen Zustand mit großer Demut annehmen, die sich mit GOTT versöhnen wollen, die sich immer mehr zu SEINER Liebe und zur Nächstenliebe bekehren.

P. Mateusz

zum 3. Fastensonntag

Die Aufforderung zur Umkehr steht im Mittelpunkt der heutigen Liturgie. Die erste Lesung (Ex 3,1-8a. 13-15) erzählt von der Berufung Mose zum Führer des Volkes Israels, der den Auszug aus Ägypten organisierte. Dieses Geschehen begann mit der Theophanie, mit der Offenbarung GOTTES. GOTT erschien Mose im brennenden Dornbusch, ER ließ Mose SEINE Stimme hören und rief ihn mit seinem Namen: „Mose, Mose!“ (Ex 3,4).

Dornbusch
Foto P. Piotr „Dornbusch am Sinaiberg“

GOTT beauftragte  Moses, Israel von der Sklaverei  des Pharaos zu befreien.  So begann der Wüstenmarsch der Hebräer, der nicht nur die Befreiung Israels  von der Tyrannei Ägyptens bedeutete, sondern auch eine tiefere Bedeutung hat: Diese Befreiung verhinderte, dass die Israeliten weiterhin Kontakt zum götzendienerischen Volk der Ägypter hatten und reinigte die Tradition der Israeliten. Das Volk kam von den irdischen Gütern los, um zu seiner reinsten Religion, zu seiner Gemeinschaft mit GOTT und zu seinem verheißenen Besitz im Gelobten Land zu gelangen.

 Der Exodus des auserwählten Volkes ist ein Weg des Loskommens und der Umkehr, den jeder Mensch – besonders in der Fastenzeit – gehen sollte. Die Geschichte des Volks Israels,  das 40 Jahre lang in der Wüste verbrachte, das GOTT nicht immer  treu war und dem GOTT zahlreiche Güter gab,  ist eine ermahnende Geschichte für uns, dem neuen Volk  GOTTES.

Sinai
Foto P. Piotr – Das Katharinenkloster im Sinai in Ägypten

Der heilige Apostel Paulus erwähnt in seinem Brief die zahlreichen Wohltaten, die die Juden in der Wüste GOTT verdankten. Er schreibt: „Alle aßen auch die gleiche gottgeschenkte Speise (Manna) und alle tranken den gleichen gottgeschenkten Trank (das Wasser, das aus dem Felsen herausfloss); denn sie tranken aus dem Leben spendenden Felsen, der mit ihnen zog. Und dieser Fels war CHRISTUS. GOTT aber hatte an den meisten von ihnen keinen Gefallen; denn er ließ sie in der Wüste umkommen.“(1 Kor 10, 3-5). Das ist das traurige Ende der Geschichte der Untreue und  des Verbrechens.

Die Zugehörigkeit zum Volk GOTTES, der Empfang der göttlichen Speise in der Eucharistie oder der Empfang der anderen Sakramente sichern noch keine Erlösung, wenn der Mensch sich keine Sorgen um die eigene Umkehr und um seine Bindung an GOTT macht. Niemand kann auf einen Posten in der Kirche,  auf eigene Tugenden oder auf geleistete Dienste zählen, wenn er gedankenlos mit seinem Glauben und den Sakramenten umgeht, denn „Wer also zu stehen meint, der gebe Acht, dass er nicht fällt.“(1 Kor 10, 12).

Dieselbe Lehre hören die heutige Gläubigen. Im Evangelium antwortete der HERR auf die politische Unterdrückung unter Pilatus, die viele Opfer forderte. ER sagte: „Meint ihr, dass nur diese Galiläer Sünder waren, weil das mit ihnen geschehen ist, alle anderen Galiläer aber nicht? Nein, im Gegenteil: Ihr alle werdet genauso umkommen, wenn ihr euch nicht bekehrt.“ (Lk 13,2-3).

Das sind harte Worte, die aber von GOTT aus Liebe zu uns gesprochen werden. Das bedeutet aber auch, dass man über IHN und mit IHM keine Scherze machen kann. Jedoch bemüht sich GOTT um die Erlösung all SEINER Geschöpfe. Heute spricht GOTT zu seinem Volk  nicht durch Mose, sondern durch SEINEN Sohn. ER offenbart sich nicht im brennenden Dornbusch, sondern in SEINEM eingeborenen Sohn,  der  die Menschen zur Umkehr ruft, dessen Barmherzigkeit mit uns unendlich ist und der mit uns Mitleid hat.

Dank dieser Barmherzigkeit bittet JESUS SEINEN VATER um Zeitverlängerung, dass ER noch ein bisschen wartet, damit jeder zur Vernunft kommt. Ähnlich macht es der Weingärtner im Gleichnis, bei dem der Eigentümer des Weinberges keine Früchte am Feigenbaum fand. „Der Weingärtner erwiderte: Herr, lass ihn dieses Jahr noch stehen; ich will den Boden um ihn herum aufgraben und düngen. Vielleicht trägt er doch noch Früchte: wenn nicht, dann lass ihn umhauen.“(Lk 13, 8-9).

JESUS gibt jedem SEINE Gnade, erleuchtet ihn durch die Verdienste SEINES Leidens, nährt jeden mit SEINEM Leib und Blut, erwirkt für jeden die Barmherzigkeit bei SEINEM Vater. – Was könnte ER noch mehr tun? – Der Mensch sollte diese Wohltaten nicht missbrauchen, sondern er sollte sich ihrer besser bedienen, um die Früchte des wahren christlichen Lebens zu tragen.

P. Mateusz

zum 2. Fastensonntag

Impuls zum 2. Fastensonntag

In der heutigen Liturgie feiern wir die Verklärung Christi. Sie ist die Ankündigung der Auferstehung des Herrn und gleichzeitig die Voraussetzung unserer Auferste­hung. Die erste Lesung erzählt von Gottes Bund mit Abraham. (Gen 15, 5-12., 17-18) Gott versprach ihm zum dritten Mal eine zahlreiche Nachkommenschaft: „Sieh doch zum Himmel hinauf und zähl‘ die Sterne, wenn du sie zählen kannst.“ Und er sprach zu ihm: „So zahlreich werden deine Nachkommen sein.“ (Gen 15, 5)  Gott zeigte ihm auch das Land, das ihm zu Eigen gegeben wird.

Abraham bat Gott mit demütiger Zuversicht. Gott stimmte zu und schloss mit ihm einen Bund  nach dem damaligen Nomadenbrauch. Abraham bereitete  ein Tieropfer vor, auf das Gott in der Gestalt  des Feuers in der Nacht herabkam. So schloss Gott mit Abraham den Bund: „Deinen Nachkommen gebe ich dieses Land…“(Gen 15,18)  Durch den Heilsplan  des neuen und endgültigen Bundes, den Gott im Blut Christi besiegelte, bekamen die Menschen nicht nur das Recht auf die Erdenheimat sondern auch auf die himmlische und ewige Heimat.

Auf dem Berg Tabor (LK 9, 26-36) engagierte sich Gott  noch einmal für den Menschen. Im verklärten Jesus  nämlich zeigt er uns SEINEN geliebten SOHN: „Das ist MEIN auserwählter SOHN, auf IHN sollt ihr hören.“ (Lk 9, 35)  GOTT gab uns SEINEN SOHN als Lehrer;  auf dem Kalvarienberg gab er Ihn jedoch für uns als Opfer hin.

Der Evangelist Lukas verdeutlicht, dass die Verklärung auf dem Berg stattfand, auf dem Jesus betete: „Und während ER betete, veränderte sich das Aussehen SEINES Gesichtes und SEIN Gewand wurde leuchtend weiß.“ (Lk 9, 29)  JESUS erlaubte, dass SEINE GOTTHEIT SEINE menschliche Gestalt erleuchtete. Er zeigte SEINEN Jüngern, dass „ER der Abglanz der Herrlichkeit SEINES VATERS und das Abbild SEINES Wesens ist.“(Hebr 1,3)

Die Sonne über Blieskastel

Es war das Bedürfnis der Väter des Alten Testaments und der Heiligen des Neuen Testaments, das Antlitz Gottes zu sehen: „Dein Angesicht, HERR, will ich suchen. Verbirg nicht DEIN Angesicht vor mir.“(Ps 27, 8-9) Wenn Gott uns eine solche Gnade gibt, dann dauert sie nur einen kleinen Moment. Und sie hat – wie auf dem Berg Tabor – das  Ziel , unseren Glauben zu stärken und uns Mut zum Kreuztragen zu geben.

Neben dem verklärten Herrn zeigten sich noch zwei Menschen: Mose und Elija. Der erste repräsentiert das Recht und der zweite die Propheten. Jesus kam, um das Recht vollkommen zu machen, die Lehre der Propheten zu ergänzen und die Prophezeiungen zu erfüllen. Die Anwesenheit von Mose und Elija bewahren die Kontinuität zwischen dem Alten und Neuen Testament. Ihr Gespräch kündete das Leiden CHRISTI an: „Sie erschienen in strahlendem Licht und sprachen von SEINEM Ende, das sich in Jerusalem erfüllen sollte.“(Lk 9, 31)

Wie Mose und Elias litten und für GOTTES Sache verfolgt wurden, so wird auch JESUS leiden müssen. Diese Verklärung JESU und das Sehen SEINER Herrlichkeit  sind demnach verbunden mit dem Gespräch von SEINEM Leiden. Das sind zwei verschiedene Aspekte des österlichen Geheimnisses CHRISTI, die sich nicht widersprechen, nämlich Tod und Auferstehung, Kreuz und Herrlichkeit.

Die zweite Lesung (Phil 3, 17-4,1) ist eine Ermunterung zum Tragen des Kreuzes CHRISTI, um irgendwann  Anteil  an SEINER Herrlichkeit zu erhalten. „Denn viele – von denen ich oft zu euch gesprochen habe, doch jetzt unter Tränen spreche – leben als Feinde des Kreuzes CHRISTI.“(Phil 3,18) Der Apostel prangert das Verhalten der Christen an, die sich einem Vergnügen oder leiblichen Genüssen hingeben und die sich in ihrem Leben von irdischen Dingen leiten lassen.

Diese Situation erinnert uns an die Verklärung Jesu auf dem Berg Tabor: „Unsere Heimat ist aber im Himmel. Von dort her erwarten wir  auch JESUS CHRISTUS, den HERRN, als Retter, der unseren armseligen Leib verwandeln wird in die Gestalt SEINES verherrlichten Leibes.“(Phil 4,20-21)

Jeder Mensch wird seine Verklärung erst im ewigen Leben erlangen. Hier auf der Erde wurde sie mit der Taufe begonnen. Nur wenn  wir mit Jesus das Kreuz tragen, verwandelt uns diese Taufgnade CHRISTI von innen und wandelt  uns in das Abbild Gottes um.

P. Mateusz

zum 1. Fastensonntag

Der erste Sonntag der Fastenzeit führt uns in die Wüste (Lk 4, 1-13), wo JESUS „durch den Geist umher geführt wurde“. In der  Bibel ist die Wüste ein privilegierter Ort der Begegnung mit GOTT. Israel wohnte 40 Jahre lang in der Wüste. Elias verbrachte dort 40 Tage und Johannes der Täufer lebte dort von Jugend an. JESUS hält an dieser Tradition fest und heiligt sie durch das vierzigtägige Fasten in der Wüste.

Stein in der Wüste

Die Wüste ist für JESUS nicht nur ein Ort der Einsamkeit und der Vertrautheit mit GOTT, sondern auch ein Ort des Kampfes, an dem „JESUS vom Teufel in Versuchung geführt wurde“. Der Satan stellt dem HEILAND den triumphierenden Messianismus (Heilserwartung/das Kommen des Erlösers) vor Augen. Warum soll ER leiden und hungern?  Wenn er GOTTES Sohn ist, soll er dem Stein befehlen, zu Brot zu werden.

Warum soll ER unter den wegen der Armut und der politischen Unterdrückung verbitterten Menschen wie ein elender Landstreicher auf den Straßen Palästinas leben? Wenn JESUS sich vor Satan niederwirft, bekommt ER von ihm das Reich und die Macht.  Warum stellt sich JESUS gegen die Priester, die Schriftgelehrten und die Herrscher des Volkes? Wenn JESUS sich vom Tempel hinabstürzt, werden die Engel IHN auf ihren Händen tragen und alle nennen ihn MESSIAS.

Der Satan, der  wegen seines Hochmutes in die Hölle gefallen war, konnte  JESUS keine anderen Vorschläge machen. Aber JESUS, der Sohn GOTTES, „entäußerte  sich und wurde  wie ein Sklave“ (Phil 2,7).  ER wusste genau, dass die menschliche Sünde des Widerstandes und des Hochmutes  mit  der Demütigung, dem Gehorsam und dem Kreuz  gesühnt werden können. Weil JESUS der wahre MESSIAS ist, erlöst ER die Welt nicht durch den Triumph, sondern durch SEIN Leiden „bis zum Tod am Kreuz“ (Phil 2,8).

Die Versuchungen JESU in der Wüste belehren uns, dass sich dort, wo ambitioniertes Streben nach Macht, Erfolg und Ruhm auftauchen,  immer die Satanslist versteckt. Um solche Versuchungen zu bekämpfen, sollte man sich an das Wort JESU halten: „Vor dem HERRN, deinem GOTT, sollst du dich niederwerfen und IHM allein dienen“(Lk 4,8). Man muss also jegliche Versuchung entschieden ablehnen, die uns GOTT und unserem Dienst entfremden.

Den Begriff der Treue gegenüber GOTT vergegenwärtigen uns die zwei ersten Lesungen des heutigen Tages. Die erste (Dtn 26, 4-10) stellt uns das Glaubensbekenntnis des alten Volkes GOTTES und die zweite (Röm 10, 8-13) des neuen Gottesvolkes vor Augen. Jeder Jude, der  ins gelobte Land gekommen war, sollte GOTT den Ernteertrag opfern und das Gebet sprechen, das die Geschichte Israels in drei Punkten zusammenfasst:

  1. die Wahl der Patriarchen und der Vorfahren des zahlreichen Volkes,
  2. das Wachstum des Volkes in Ägypten und
  3. den Exodus durch die Wüste, der im Land der Verheißung endet.

Auf diese Weise belebte ein frommer Israelit seinen Glauben an GOTT, zeigt IHM die Dankbarkeit für die Wohltaten, die Verbundenheit mit IHM und den Willen,  IHM zu dienen. Das war sein „ich glaube“, das durch sein Wort und sein Leben ausgedrückt wurde.

Ähnlich  – aber in anderem Kontext –  ruft der heilige Paulus uns zu unserem Glaubensbekenntnis auf:“Denn wenn du mit deinem Mund bekennst: „JESUS ist der HERR“ und in deinem Herzen glaubst: „GOTT hat IHN von den Toten auferweckt“, so wirst du gerettet werden“ (Röm 10,9). Der Apostel macht uns auf zwei Dinge aufmerksam: Erstens: Ich glaube an JESUS, der mein HERR ist . Zweitens: Ich glaube an SEINE Auferstehung.

Der Glaube fordert von uns zwei Haltungen: Die innere Haltung; das heißt das Anliegen des Verstandes und des Herzens an CHRISTUS, der den Menschen rechtfertigt. Die äußere Haltung; das heißt das öffentliche Glaubensbekenntnis durch liturgische Gebete oder das öffentliche Bekenntnis zu CHRISTUS, wie es die Märtyrer getan haben.

Wer auf JESUS gründet, sollte keine Angst haben, denn „wer an IHN glaubt, wird nicht zugrunde gehen“ (Röm 10,11) und siegt in SEINEM Namen in jedem Kampf. JESUS lehnte  Satan in der Wüste ab und sagte zu ihm: „In der Schrift heißt es: Der Mensch lebt nicht nur von Brot, sondern von jedem Wort, das aus GOTTES Mund kommt“ (Mt 4,4). Dieser Verweis ist bestimmt gut für die Fastenzeit.

Indem Christen ihren Leib mit  Enthaltsamkeit und Fasten kasteien, sollen sie sich auch um  die Stärkung ihres Geistes durch GOTTES Wort bemühen. Wer mit dem Wort GOTTES lebt, es ins Leben einführt und es in seinen Gedanken, Bedürfnissen und Taten anwendet, der kommt nicht durch den Bösen abhanden. Ein aufmerksames Hören und eine Vertiefung des Wortes GOTTES erleuchten den Weg der Erlösung und der Heiligung. „Seid heilig, denn ICH, der HERR, euer GOTT, bin heilig“(Lev 19,1).

P. Mateusz