Der Brauch des Blasiussegens

Spendung des Blasiussegens

Spendung des Blasiussegens

Sankt Blasius, einen Heiligen neu kennenlernen

Das Wichtigste in Kürze:

Seit dem 16. Jahrhundert gibt es den Brauch des Blasiussegens. Dabei werden zwei geweihte Kerzen gekreuzt vor den Hals gehalten, was bei Halsschmerzen, Ersticken und anderen Halserkrankungen helfen soll. Dieses Brauchtum geht auf das volkstümliche Wunder der Heilung des Jungen mit der Fischgräte zurück:

Blasius war vor den Statthalter Agricola gebracht worden, weigerte sich aber, die Götterbilder anzubeten, und wurde ins Gefängnis geworfen. Dort soll er einen Jungen, der eine Fischgräte verschluckt hatte, durch sein Gebet vor dem Erstickungstod gerettet haben. Eigentlich wäre damit genug ausgesagt, warum jährlich der Blasiussegen gespendet wird.

 Aber es würde St. Blasius nicht gerecht, wenn man bei ihm  „nur“ dieses Heilsereignis und seinen Märtyrertod vor Augen hätte. Das waren zweifelsohne die herausragenden Ereignisse in seinem Leben. Recherchen im Internet, insbesondere im ökumenischen Heiligenlexikon, zeigen mir St. Blasius in vielen Fassetten:

 Zur Person:

Der Name „Balsius“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet: der Lispelnde/der  Stammelnde. St. Blasius war Bischof von Sebaste, wurde zum Märtyrer und wird in der katholischen Kirche als einer der 14 Nothelfer verehrt. Geboren wurde er in der  2. Hälfte des 3. Jahrhunderts in Sebaste, heute Sivas, in der Türkei, wo er um 316 den Märtyrertod erlitt.

 Beruf und Berufung:

St. Blasius war von Beruf Arzt und wurde Bischof von Sebaste, das damals Hauptstadt der römischen Provinz Armenien war. Unter Kaiser Licinius erlitt er der Überlieferung nach das Martyrium  wahrscheinlicher ist  es aber zur Zeit von Kaiser Diokletian. Nach der Legende soll Blasius sich wegen der Christenverfolgung in einer Höhle versteckt haben, wo er von wilden Löwen, Tigern und Bären bewacht wurde. Vögel trugen ihm Nahrung zu, er segnete die wilden Tiere und heilte ihre Verletzungen. Aus dieser Einsiedelei heraus leitete er sein Bistum.

 Martyrium:

Christus offenbarte Blasius eines Tages, dass die Stunde seines Martyriums gekommen sei. Er wurde trotz seiner tierischen Leibwache von Jägern verhaftet. Eine arme Frau, die durch Blasius’ Gebet ihr vom Wolf geraubtes Schwein zurück erhalten hatte, ernährte ihn, brachte Schweinskopf, Brot und Kerze. Für ihn hatte sie das wieder erlangte Schwein geschlachtet. Sie erhielt den Auftrag, jährlich in seinem Namen eine Kerze zu seinem Gedächtnis zu opfern.

 Da sich Blasius  weigerte,  die Götterbilder anzubeten, ließ ihm der Statthalter – durch seine Standhaftigkeit erbittert – mit eisernen Wollkämmen die Haut zerfetzen. Blasius wurde mit zwei Gefährten in einen Teich geworfen, er machte das Kreuzeszeichen über dem Wasser, Christus erschien, und trockenen Fußes schritten sie an Land. Die Heiden aber, die es ihnen gleichtun wollten, ertranken.

 Vor der Hinrichtung betete Blasius darum, dass alle, die ein Übel an der Kehle oder sonst ein Siechtum haben, Erhörung fänden, wenn sie in seinem Namen um Gesundung bäten. Eine Stimme vom Himmel versicherte ihm die Gewährung dieser Bitte. Mit den beiden Gefährten wurde er enthauptet.

 Die Blasbusverehrung:

Die Blasbusverehrung ist im Osten ab dem 6. Jahrhundert als Patron des Viehs bezeugt.  Im Westen wird er seit dem 9. Jahrhundert als Patron der Ärzte und Wollweber verehrt, seit dem 14. Jahrhundert als einer der 14 Nothelfer.

Das Brauchtum:

Das Brauchtum, sich am 3. Februar  “den Hals segnen” zu lassen, hat sich über Jahrhunderte gehalten. Der Februar ist der Monat, dem schon die alten Römer den Namen “Februarius”, “Fiebermonat” gegeben haben. Das Segenswort lautet im Benediktionale: “Auf die Fürsprache des heiligen Blasius bewahre dich der Herr vor Halskrankheit und allem Bösen” oder “Der allmächtige Gott schenke dir Gesundheit und Heil; er segne dich auf die Fürsprache des heiligen Blasius durch Christus, unsern Herrn”.

 Reliquien:

Seine Reliquien soll Findanus von Rheinau, wohin sie 855 gekommen waren, nach St. Blasien gebracht haben. Weitere Reliquien sind in Paris, Braunschweig, Dubrovnik und Maratea in Süditalien, wohin sie der Überlieferung durch einen Schiffbruch im Jahr 732 kamen, als sie eigentlich nach Rom gebracht werden sollten.

Bauernregeln:

Der Blasiustag bezeichnete den Bauern das Winterende und wurde begangen, indem Kerzen geweiht, Wein, Wasser und Brot in seinem Namen gesegnet wurden. Junge Hühner und Gänse erhielten “Blasiwasser” und waren damit gegen Füchse geschützt, Hirten schnitzten den Namen des Heiligen in den Hirtenstab. Blasius gehört in die Reihe der 14 Nothelfer.

Blasius heute:

Was kann mir St. Blasius im heutigen Leben mit auf den Weg geben? Ich denke, es ist nicht „nur“ das Versprechen, mich von Halserkrankungen zu beschützen. Auch das wäre zu kurzsichtig gedacht.

Vielmehr bleibt mir bei St. Blasius in Erinnerung, wie unerschrocken er sich vor den Mächtigen seiner Zeit zu seinem Glauben bekannt hat. Ein schier unendlich großes GOTTVERTRAUEN muss dieser Heilige gehabt haben. Und ich frage mich: Hätte auch ich den Mut, so viele körperliche Leiden um des Glaubens Willen auf mich zu nehmen? Wäre ich in der Lage,meinen Glauben sogar mit dem Tod zu bezeugen wie St. Balsius und viele andere Märtyrer in der Geschichte der Christenheit?

 Andrea Weinmann

Gersheim

 

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