zum 1. Fastensonntag

Der erste Sonntag der Fastenzeit führt uns in die Wüste (Lk 4, 1-13), wo JESUS „durch den Geist umher geführt wurde“. In der  Bibel ist die Wüste ein privilegierter Ort der Begegnung mit GOTT. Israel wohnte 40 Jahre lang in der Wüste. Elias verbrachte dort 40 Tage und Johannes der Täufer lebte dort von Jugend an. JESUS hält an dieser Tradition fest und heiligt sie durch das vierzigtägige Fasten in der Wüste.

Stein in der Wüste

Die Wüste ist für JESUS nicht nur ein Ort der Einsamkeit und der Vertrautheit mit GOTT, sondern auch ein Ort des Kampfes, an dem „JESUS vom Teufel in Versuchung geführt wurde“. Der Satan stellt dem HEILAND den triumphierenden Messianismus (Heilserwartung/das Kommen des Erlösers) vor Augen. Warum soll ER leiden und hungern?  Wenn er GOTTES Sohn ist, soll er dem Stein befehlen, zu Brot zu werden.

Warum soll ER unter den wegen der Armut und der politischen Unterdrückung verbitterten Menschen wie ein elender Landstreicher auf den Straßen Palästinas leben? Wenn JESUS sich vor Satan niederwirft, bekommt ER von ihm das Reich und die Macht.  Warum stellt sich JESUS gegen die Priester, die Schriftgelehrten und die Herrscher des Volkes? Wenn JESUS sich vom Tempel hinabstürzt, werden die Engel IHN auf ihren Händen tragen und alle nennen ihn MESSIAS.

Der Satan, der  wegen seines Hochmutes in die Hölle gefallen war, konnte  JESUS keine anderen Vorschläge machen. Aber JESUS, der Sohn GOTTES, „entäußerte  sich und wurde  wie ein Sklave“ (Phil 2,7).  ER wusste genau, dass die menschliche Sünde des Widerstandes und des Hochmutes  mit  der Demütigung, dem Gehorsam und dem Kreuz  gesühnt werden können. Weil JESUS der wahre MESSIAS ist, erlöst ER die Welt nicht durch den Triumph, sondern durch SEIN Leiden „bis zum Tod am Kreuz“ (Phil 2,8).

Die Versuchungen JESU in der Wüste belehren uns, dass sich dort, wo ambitioniertes Streben nach Macht, Erfolg und Ruhm auftauchen,  immer die Satanslist versteckt. Um solche Versuchungen zu bekämpfen, sollte man sich an das Wort JESU halten: „Vor dem HERRN, deinem GOTT, sollst du dich niederwerfen und IHM allein dienen“(Lk 4,8). Man muss also jegliche Versuchung entschieden ablehnen, die uns GOTT und unserem Dienst entfremden.

Den Begriff der Treue gegenüber GOTT vergegenwärtigen uns die zwei ersten Lesungen des heutigen Tages. Die erste (Dtn 26, 4-10) stellt uns das Glaubensbekenntnis des alten Volkes GOTTES und die zweite (Röm 10, 8-13) des neuen Gottesvolkes vor Augen. Jeder Jude, der  ins gelobte Land gekommen war, sollte GOTT den Ernteertrag opfern und das Gebet sprechen, das die Geschichte Israels in drei Punkten zusammenfasst:

  1. die Wahl der Patriarchen und der Vorfahren des zahlreichen Volkes,
  2. das Wachstum des Volkes in Ägypten und
  3. den Exodus durch die Wüste, der im Land der Verheißung endet.

Auf diese Weise belebte ein frommer Israelit seinen Glauben an GOTT, zeigt IHM die Dankbarkeit für die Wohltaten, die Verbundenheit mit IHM und den Willen,  IHM zu dienen. Das war sein „ich glaube“, das durch sein Wort und sein Leben ausgedrückt wurde.

Ähnlich  – aber in anderem Kontext –  ruft der heilige Paulus uns zu unserem Glaubensbekenntnis auf:“Denn wenn du mit deinem Mund bekennst: „JESUS ist der HERR“ und in deinem Herzen glaubst: „GOTT hat IHN von den Toten auferweckt“, so wirst du gerettet werden“ (Röm 10,9). Der Apostel macht uns auf zwei Dinge aufmerksam: Erstens: Ich glaube an JESUS, der mein HERR ist . Zweitens: Ich glaube an SEINE Auferstehung.

Der Glaube fordert von uns zwei Haltungen: Die innere Haltung; das heißt das Anliegen des Verstandes und des Herzens an CHRISTUS, der den Menschen rechtfertigt. Die äußere Haltung; das heißt das öffentliche Glaubensbekenntnis durch liturgische Gebete oder das öffentliche Bekenntnis zu CHRISTUS, wie es die Märtyrer getan haben.

Wer auf JESUS gründet, sollte keine Angst haben, denn „wer an IHN glaubt, wird nicht zugrunde gehen“ (Röm 10,11) und siegt in SEINEM Namen in jedem Kampf. JESUS lehnte  Satan in der Wüste ab und sagte zu ihm: „In der Schrift heißt es: Der Mensch lebt nicht nur von Brot, sondern von jedem Wort, das aus GOTTES Mund kommt“ (Mt 4,4). Dieser Verweis ist bestimmt gut für die Fastenzeit.

Indem Christen ihren Leib mit  Enthaltsamkeit und Fasten kasteien, sollen sie sich auch um  die Stärkung ihres Geistes durch GOTTES Wort bemühen. Wer mit dem Wort GOTTES lebt, es ins Leben einführt und es in seinen Gedanken, Bedürfnissen und Taten anwendet, der kommt nicht durch den Bösen abhanden. Ein aufmerksames Hören und eine Vertiefung des Wortes GOTTES erleuchten den Weg der Erlösung und der Heiligung. „Seid heilig, denn ICH, der HERR, euer GOTT, bin heilig“(Lev 19,1).

P. Mateusz

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