Eine Idee zum Fronleichnamsfest

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„Um 9 Uhr ist an Fronleichnam keine Heilige Messe, da die Patres in den umliegenden Dörfern bei den Fronleichnams-Prozessionen aushelfen“, so wird in jedem Jahr die Gottesdienstordnung im Kloster Blieskastel verlesen. Und, ich finde es gut, dass Dank des Einsatzes der Blieskasteler Patres die Fronleichnams-Prozessionen im Umkreis stattfinden können. Ganze Teams von freiwilligen Helferinnen und Helfern arbeiten Hand in Hand, um die Altäre, Häuser und Straßen zu schmücken. Eine wirklich schöne Tradition zu Ehren des Allerheiligsten Sakramentes des Altares.

Aber: Hat das Kloster eine Unterstützung bei den Vorbereitungen zu Fronleichnamsfest?
Und siehe da: Eine Idee war geboren und ließ mir keine Ruhe mehr. Deshalb fragte ich nach und rannte bei Pater Mateusz sofort offene Türen ein. Blumenteppich? Vielleicht problematisch, wenn wir nur wenige sind und wir kurzfristig wahrscheinlich nicht genügend Blumen zusammenkriegen. Also musste eine längerfristige Lösung her.

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Wie ich ausgerechnet auf Sägespäne kam, kann ich gar nicht so genau sagen. Jedenfalls kaufte ich mir Textilfarbe und begann auszuprobieren, ob man damit auch Späne färben kann. Das Resultat war verblüffend, die Farbe jedes Mal aufs Neue eine Überraschung. Die Herstellerfirma „Simplicol“ sponserte uns auf meine Anfrage hin die Farben. Die Späne wurden uns kostenlos von der Firma Becher in Blickweiler zur Verfügung gestellt. Also: Ran an die Arbeit.

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Sieben Wochen vor Fronleichnam begannen Pater Mateusz und ich mit dem Färben. Und das Wetter wollte nicht mitspielen, so dass sich das Trocknen der Späne fast noch schwieriger gestaltete als das Färben. Da man vom Teppich auch etwas sehen sollte, hatten wir die Idee, die Motive auf Spanplatten aufzutragen und die Sägespäne mit Kleister darauf festzukleben. Das war leichter gesagt als getan, insgesamt zwei Wochen lang war einer von uns beiden mindestens zwei Stunden lang mit Kleben, abföhnen, wieder überkleben beschäftigt.

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Die Franziskanische Jugend sah die vielen Späne, die überall im Gruppenraum verteilt auf dem Boden und auf den Tischen lagen. „Wozu braucht Ihr die?“ war die Frage. Ich erklärte es kurz und bot spontan an, dass die Jugendlichen gerne helfen dürfen, am Abend vor Fronleichnam noch einen großen Teppich im Chorraum zu legen. Und siehe da: Das Interesse war geweckt und die Jugendlichen hielten Wort. So kamen Mendy, Nicole, Lea und Matthias, der zuvor schon im Garten seines Opas unter dessen fachkundiger Anleitung Pfingstrosen und Farn geschnitten hatte. Unser Team fand in Mendys Mutter Daniela und in Bruder Jacob tatkräftige Unterstützer.

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Da im Altarteppich schon die Fronleichnams-Symbole – Kelch, Hostie, Taube, Auge Gottes, Brot, Ähren, Trauben und Fisch verarbeitet waren, machte mir Pater Piotr den Vorschlag, ich möge in den Teppich der franziskanischen Jugend Symbole aus dem Sonnengesang von Franz von Assisi einarbeiten. So sind auf diesem Teppich Sonne, Mond, Sterne, die Erde und Blumen zu sehen. Zentraler Punkt dieses Teppichs bildet das als Monstranz dargestellt „Tau“ mit der Hostie in der Mitte.

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Es hat mich erfreut, zu sehen, mit welchen Eifer die Jugendlichen bei der Sache waren, um die auf Packpapier aufgetragenen Motive mit den Sägespänen auszulegen. Alle blieben, bis der Teppich endgültig fertig war und waren begeistert von dem Ergebnis. „Die Arbeit hat sich gelohnt.“ oder „Schade, dass der Teppich so schnell wieder entfernt wird“, waren die Reaktionen der franziskanischen Jugend, als sie kurz vor Mitternacht, nach fast fünf Stunden Arbeit, ihr Werk bestaunten.

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Ich hoffe, ich konnte mit dieser Aktion einen kleinen Beitrag dazu leisten, dass die Tradition des Legens von Fronleichnamsteppichen nicht ausstirbt. Ich würde mich freuen, wenn ich auch im nächsten Jahr – vielleicht wieder mit unserer franziskanischen Jugend zusammen – die Klosterkirche Blieskastel mit Fronleichnamsteppichen schmücken dürfte.

Andrea Weinmann

 

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