Exerzitien mit Thomas Paul – Bericht Teil II

Am Samstag, 5. März 2016, besuchte ich wieder die Heilige Messe und das Heilungsgebet mit Thomas Paul. Auch dieses Mal war ich etwa 20 Minuten vorm Gottesdienst in der Kirche. Als ich eintraf, legten sich die Teilnehmer der Exerzitien gerade gegenseitig zum Lied „Sende deinen Geist aus“ die Hände auf. Immer wieder wurden die Partner gewechselt. Thomas Paul forderte die Gläubigen auf, Pärchen zu bilden und sich gegenseitig zu fragen: „Wofür möchtest du Gebet haben?“ So manche Emotion kochte hoch: Lautes Lachen und Weinen war zu hören.

 

Thomas Paul erklärte dazu: „Als ihr für jemanden gebetet habt, öffnete sich das Charisma. Das könnt ihr für jeden tun. Vielleicht habt ihr nicht sofort Resultate vorzuweisen. Erst wenn ihr die Kraft des Heiligen Geistes benutzt, spürt ihr in euch eine Kraft.“ Er selbst lebe schon seit 25 Jahren von der Vorsehung. Alle seine Ausgaben bestreite er aus den Spenden der Gläubigen. Gerade die Evangelisierung der Kinder und Jugendlichen liege ihm am Herzen. Vor allem dafür werden die Spenden verwendet.

 

Im anschließenden Gottesdienst predigte Pater Mateusz über das Gleichnis vom hochmütigen Pharisäer und dem demütigen Zöllner. „Wie du kommst gegangen, so wirst du empfangen.“ Doch muss das Äußere noch lange nichts über das Innere im Menschen aussagen. Natürlich freut man sich über die Bewunderung der anderen. Solange man auf dem Teppich bleibt, ist das auch grundsätzlich nicht schlimm. Mit Angebern aber möchte niemand gerne zu tun haben. Auch Jesus hat schon solche Menschen erlebt und deshalb das Gleichnis erzählt. Jesus störte es, dass sich die Pharisäer besser machten als andere Menschen.

 

Oft meint man, weniger wert zu sein, weil man das eine oder andere nicht kann. Das auszuhalten und zu ertragen sei schwer. So ging es auch dem Zöllner. Für die Juden waren die Zöllner Verräter, die den Leuten mehr an Steuern abnahmen, als sie den Römern geben mussten. Niemand wollte mit Zöllnern etwas zu tun haben. Doch der Zöllner war sich seiner Schuld bewusst und betet: „Gott sei mir Sünder gnädig.“ Gott weiß, was ich an Bösem getan habe, er weiß aber auch, dass es mit leid tut. Und dieses Verhalten ist wertvoll in Jesu Augen.

 

Wenn Menschen etwas leisten sollen, fragen sie oft nach dem Lohn, den sie dafür bekommen. „Was nichts kostet, ist nichts wert“, so ist die landläufige Meinung. Die Leute meinen auch, sich Liebe erkaufen zu müssen. Umsonst gibt es keine Erlösung. Doch Jesus lehrt uns, dass das für Gott keine Rolle spielt. Die Intention unseres Handels ist wichtig. Gott liebt jeden von uns, auch wenn wir etwas nicht gut können. Gott wünscht sich die Umkehrer, die wissen und bereuen, wenn sie etwas falsch gemacht haben. Deshalb dürfen wir Gott lieben und daran glauben, dass er alles ergänzt, was wir nicht gut gemacht haben.

 

Nach der heiligen Messe und dem Heilungsgebet lud Thomas Paul die Anwesenden zum Einzelsegen ein. Pater Mateusz und Thomas Paul legten jedem Einzelnen die Hände auf und beteten für ihn um Heilung. Die Gemeinde sang dazu das Lied: „Komm heil’ger Geist mit deiner Kraft.“ In seiner anschließenden Ansprache gab Thomas Paul den Namen seines Senders bekannt. 3LTV.
3L steht für
– Leben (Gott Vater)
– Licht (Gott Sohn)
– Liebe (Heiliger Geist)
Im Namen des Senders sei die Dreifaltigkeit Gottes symbolisiert. Die Ausstrahlung der Sendungen erfolge vor allem im deutschsprachigen Raum: Deutschland, Österreich und der Schweiz. Mit dem Programm versuche man, vor allem Kinder und Jugendliche zu erreichen.

 

Abschließend stand mir Thomas Paul für ein kurzes Interview zur Verfügung:
Ich fragte ihn: „Was hat Ihnen bei den Exerzitien am meisten gegeben?“
„Der Glauben vieler Menschen“, antwortet mir Thomas Paul. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren aufmerksam und haben die Vorträge positiv angenommen.“ Dass überwiegend ältere Menschen an den Exerzitien teilnahmen, sah Thomas Paul nicht als Negativum an. Er zeigte sich zuversichtlich, dass beispielsweise die Großeltern etwas an ihre Enkelkinder weitergeben werden.

 

„Was hat Ihrer Meinung nach der Vortrag bei den Gläubigen bewirkt?“
Die Erwachsenen sollen zur Erkenntnis der Barmherzigkeit Gottes gelangen. Sie sollen lernen, mehr auf die Weisheit Gottes zu bauen. Das ist die Verheißung Gottes aus Jesaja 59,21. Jetzt leben wir noch mehr in der Welt als in der Weisheit Gottes. Je mehr Menschen an Jesus glauben, desto mehr kommt die Weisheit Gottes in die Welt.

 

„Wie können Ihrer Meinung nach die Eltern in Europa die zunehmende Gottlosigkeit ihrer Kinder verhindern? Gerade Jugendliche reagieren oft widerspenstig gegen jede Art von Vorschriften, auch und gerade in Glaubensfragen.“

 

Thomas Paul antwortete mir, dass man auf Provokationen nicht reagieren solle.

„Widersprich den Kindern nicht. Bete vielmehr für sie. Höre nicht auf, für sie zu beten und rufe den Heiligen Geist an. Glaube nicht, dass du sie ändern kannst, dass du irgendjemand ändern kannst. Dass kann nur der Heilige Geist. Bete um Weisheit und vertraue auf die Kraft des Heiligen Geistes.“

 

Ich muss zugeben, dass ich von seiner Antwort überrascht war. Irgendwie war es nicht der Ansatzpunkt, den ich mir vorgestellt hatte. Denn eigentlich dachte ich immer, dass ich Zeugnis geben soll, gerade auch den Kindern und Jugendlichen. Kann ich aber Zeugnis geben, wenn ich zu Provokationen schweige? Eine Antwort darauf habe ich für mich noch nicht gefunden. Thomas Pauls Ansätze, die aus einem tiefen Glauben und Gottvertrauen herrühren, sind es allemal wert bedacht und erwogen zu werden. Jede Situation ist anders, sodass es meiner Meinung nach verschiedene richtige Ansätze geben kann. Aber in einem gebe ich Thomas Paul recht: Es ist immer gut und richtig, den Heiligen Geist um Beistand anzurufen.

 

Andrea Weinmann
Gersheim

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