Exerzitien mit Thomas Paul – Teil I

„Ein besonderes Erlebnis…“

 

… so war der durchweg positive Tenor bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Exerzitien mit Thomas Paul. Natürlich gab es im Vorfeld auch kritische Stimmen, wie zum Beispiel: „Haben wir nicht eigene Priester und Ordensleute genug, die solche Exerzitien halten können? Brauchen wir dazu einen indischen Guru?“ Aber wer Thomas Paul wirklich eine Chance ließ, wer ihm und seiner Art zu glauben unvoreingenommen – und nicht von vorne herein ablehnend gegenüberstand – der wurde nicht enttäuscht. Mir war es leider nicht möglich, die Exerzitien zu besuchen, aber was ich bei den Abend-Gottesdiensten und Heilungsgebeten erleben durfte, davon will ich hier gerne berichten:

 

Zum ersten Mal konnte ich am Freitagabend den Gottesdienst besuchen. Ich war zeitig in der Gnadenkapelle und lauschte noch dem Rest der Predigt von Thomas Paul über das Gebet des HERRN, das „VATER unser“. Er predigte gerade zur Bitte: „Unser tägliches Brot gib uns heute“. „Wenn du das Brot heute isst, dann gibt es dir das ewige Leben. Es ist die Speise unserer Seele für die Ewigkeit“, erläuterte Thomas Paul. „Der zentrale Punkt beim Vater unser ist das tägliche Brot. Es gibt uns das Recht, ins ewigen Leben einzutreten. Unsere Sünden werden vergeben. Es gibt uns die Kraft, nicht mehr zu sündigen. Glaubst du das?“, fragte der Prediger. Und einige riefen „Ja“ oder „ich glaube!“

 

„Dein Name ist heilig“ – Heilig, heilig, heilig ist der Name des HERRN. Unser VATER ist dreimal heilig. Was heißt das für uns als seine Kinder? Wir werden automatisch diese Heiligkeit erben als Kinder des dreimal heiligen VATERS. „Mein Kind, alles, was mein ist, ist dein“, so heißt es in der Bibel. Gott hat uns erschaffen, damit wir teilhaben können an SEINEM Leben. Alle Heiligen haben GOTT geschaut. Wir sind große Sünder, aber die Heiligen hatten großes Vertrauen in die Heiligkeit des VATERS. Und immer wieder stellte Thomas Paul die Frage: „Do you believe it? – Glaubst du das?“

 

„Dein Reich komme“ – dieses Reich GOTTES im Neuen Testament ist nicht durch die zehn Gebote, sondern durch die Liebe des HEILIGEN GEISTES geregelt. GOTT ist die Liebe. Im Tagesevangelium hören wird, dass das wichtigste Gebot ist: „Du sollst GOTT, den VATER, mit deiner ganzen Kraft, mit der Seele, mit der Psyche lieben. Und liebe deinen Nächsten“. Dann bist du mit deinem Denken schon sehr nahe bei IHM. Das Reich GOTTES wird geführt durch die Kraft des HEILIGEN GEISTES, wie das Leben JESU.

 

„Zwei Punkte sind wichtig“, so Thomas Paul: „gefüllt mit und geführt durch den HEILIGEN GEIST“. Gefüllt werden wir vom HEILIGEN GEIST in der Taufe, Firmung und Eucharistie. Bei der Führung durch den HEILIGEN GEIST ist das schon wesentlich schwerer. Oft werden wir durch unsere eigenen Ideen geführt. Stell dir vor, der HEILIGE GEIST sagt morgens um vier Uhr zu dir: „Steh auf, um zu beten.“ Zuruf aus dem Publikum: „Da höre ich noch nichts.“ Thomas Paul erklärte dann weiter: „Du sollst nicht fragen, warum, du sollst einfach tun, was ER sagt. Ich wollte heute für die Kranken beten und ihnen die Hände auflegen. Der HEILIGE GEIST hat mich aufgefordert, mein Programm zu ändern und um innere Heilung zu beten.„Dein Reich komme“, heißt für uns ein Leben geführt vom HEILIGEN GEIST. Glaubst du das?

 

Zuerst hatte ich ein Fahrrad, dann ein Fahrrad mit Motor… und es lief von selbst. Im Alten Testament wird den Juden viel abverlangt. Es ist anstrengend, die 10 Gebote zu halten. Im Neuen Testament haben wir gleichsam als Motor den HEILIGEN GEIST – und alles geht von allein. Viele bitten im Gebet, um das, was sie wollen und wundern sich dann, dass das Gebet nicht effektiv ist. Wir müssen fragen, was der Wille GOTTES ist. Wir müssen unseren eigenen Willen aufgeben.

 

„Vergib uns unsere Schuld wie wir den anderen ihre Schuld vergeben… und führe uns nicht in Versuchung…“ GOTT hat uns die Autorität gegeben, den anderen zu vergeben. GOTT führt niemand in Versuchung. Aber ER kann mich vor der Versuchung bewahren. Wir können beten: „Halte mich, halte mich, halte mich. VATER hilf mir, dass ich heute nicht in Versuchung falle. Thomas Paul gab den Anwesenden als Hausaufgabe auf, eine Stunde lang intensiv das Vater unser zu beten und zu meditieren. Wenn wir das üben, wird es einen Unterschied zu unserem bisherigen Beten geben. Barmherzige Liebe wird unser Herz erfüllen. Wenn unsere Kinder oder unsere Mitmenschen Schlimmes tun, bleiben wir ruhiger, weil wir wissen, dass GOTT sich um alles kümmert. Und für die anschließende Messe bat Thomas Paul, das „VATER unser“ ganz bewusst und ganz langsam für unsere Mitmenschen zu beten.

 

Es folgte die Heilige Messe. Es war eine Herausforderung, das „VATER unser“ langsam und bewusst zu beten. Es gelang nur mit mäßigem Erfolg. Im anschließenden Heilungsgebet herrschte eine ruhige Atmosphäre. Es war eine innere Anspannung und Ergriffenheit zu spüren. Jeder ging irgendwie anders mit der Situation um. Das scheint mir auch nicht verwunderlich zu sein, denn jeder bringt aus seinem Alltag völlig unterschiedliche Voraussetzungen mit. Ich denke, dass es auch einen Unterschied macht, ob man schon den ganzen Tag bei den Exerzitien dabei war oder erst immer zum Abschluss kommen konnte. Und doch lag da im wahrsten Sinne des Wortes „etwas in der Luft“, was mit Worten schwer zu beschreiben ist, aber eben diese besondere Atmosphäre ausmachte.

 

Zu Hause habe ich den Selbstversuch gestartet. Aber länger als 15, allerhöchstens 20 Minuten, brauchte ich nicht zum Beten und Meditieren des „Vater unsers“. Dann gingen mir die Ideen und Gedanken aus…

 

Soweit meine Erlebnisse von Freitag. Der Bericht über den Samstagabend folgt.

Andrea Weinmann
Gersheim

 

Ein Kommentar für “Exerzitien mit Thomas Paul – Teil I

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.