Fastenpredigt am 3. Fastensonntag

CHRISTUS das Zentrum der Spiritualität

von  Pater Mark Bylander LC,

Kongregation der Legionäre Christi, Bad Münstereifel

Pater Thomas Fox begrüßte rund 50 Gläubige sowie die Blieskasteler Brüder Pater Mateusz, Pater Josef, Pater Rafael und Bruder Jakub. Im Anschluss bat er seinen Mitbruder Pater Mark Bylander, um seine Fastenpredigt. Zunächst stellte der Prediger seine eigenen Aufgaben vor. Er sei Studienpräfekt an der apostolischen Schule Bad Münstereifel. Dort lehrt er Griechisch, Latein, Spanisch und Englisch.

In der „Apostolischen Schule“ wird Jugendlichen, die eine mögliche Berufung zum Priestertum in sich spüren, ein Ort angeboten, an dem sie sich ganzheitlich entfalten, zu überzeugten, frohen Christen heranreifen und über ihre Berufung Klarheit gewinnen können. Sie stehen in der Tradition der Kleinen Seminare bzw. Knabenseminare.

Die interessante Predigt brachte den Anwesenden die Spiritualität der Legionäre Christi in Bezug auf die Fastenzeit näher:

P. Mark B

  1. CHRISTUS, unsere Mitte

Die Legionäre Christi sind eine sehr junge Ordensgemeinschaft, die 1941 gegründet wurde. Nach einem langen Erneuerungsprozess wurde erst letztes Jahr eine neue Ausgabe der Konstitutionen  vom Vatikan approbiert. Die Gründung erfolgte in Mexiko einige Jahre nach der großen Christenverfolgung. Viele Priester und Laien gaben ihr Leben für CHRISTUS hin, in dem sie „¡Viva Cristo Rey!“ (es lebe CHRISTUS, der König) gerufen haben. Daher ist CHRISTUS das Zentrum der Spiritualität der Legionäre Christi.

Die Ausbildung dient dazu, sich  immer mehr in CHRISTUS zu verwandeln. Das Apostolat wird nach dem Beispiel Christi entwickelt. Vor allem soll die Liebe Christi in den Herzen herrschen. Das Bild des Heiligen Herzens Jesu, das vor Liebe für die Menschen brennt, ist ausschlaggebend. Der Zugang zu CHRISTUS erfolgt nach den geistlichen Übungen des Heiligen Ignatius von Loyola, dem Gründer der Jesuiten, in drei Schritten: CHRISTUS kennen lernen, ihn lieben und ihn nachahmen. Das Kennenlernen muss ein persönlicher Schritt sein. In Gebet und Meditation lernt der Legionär CHRISTUS kennen, um ihn dann ich der Eucharistie lieben zu können.

Die Nachahmung Christi ist ebenfalls ganz entscheidend und umfasst viele Elemente des Lebens, unter anderem auch das Fasten. Fasten dürfe nicht nur in Bezug auf Essensverzicht verstanden werden. Es sei vielmehr eine bewusste Nachfolge Christi auf dem Weg des Kreuzes. Niemand wird sich dazu entscheiden, das Kreuz im Leben anzunehmen oder das der anderen Menschen tragen zu helfen, es sei denn er wird von der Liebe Christi bewegt.

Die Nachfolge Christi gibt dem Fasten seinen Sinn. CHRISTUS ist das Ziel und ER muss uns vor Augen stehen. Man soll sich selber aus dem Blickwinkel Gottes betrachten und verstehen, damit man wirklich im Geiste wachsen könne. Der Legionär Christi gehört an erster Stelle CHRISTUS an, und lässt sein Leben um IHN kreisen.  CHRISTUS ist Maßstab, Zentrum und Vorbild des ganzen Lebens.

  1. Umkehr als „Sich-neu-Zentrieren“ in CHRISTUS

Um das Fasten richtig zu verstehen, muss man CHRISTUS zum Mittelpunkt des eigenen Lebens machen. Man steht nicht mehr im Zentrum des eigenen Lebens. JESUS ist die Sonne, das Licht, das das Leben erhellt. Diese Wende im Leben ist die eigentliche „Bekehrung“. Das Fasten soll dabei helfen, die Schwerkraft des eigenen Egoismus zu überwinden, um auf Gottes Standpunkt zu kommen und zu erkennen, wie die Welt in Wahrheit aussieht. Deshalb muss man von Herzen zu CHRISTUS umkehren, seine Denk- und Handlungsweise ändern, um sich um den wahren Mittelpunkt zu drehen.

  1. Das Maß der großen sind die kleinen Dinge

Um diese Wende zu vollziehen, soll man sich auf die kleinen Dingen des Alltags konzentrieren. Wenn man sie mit außergewöhnlicher Liebe und Hingabe verrichtet, dann behält man das große Ziel stets vor Augen. Dann wird man im Geiste wachsen. So entsteht eine Verbindung der Begriffe „Fasten“ und „Spiritualität“. Denn das Fasten beschäftigt sich mit kleinen Dingen, während die Spiritualität auf das große Ziel schaut, das uns dabei vor Augen steht.

Das ist keine Erfindung der Legionäre Christi. Viele Meister des geistlichen Lebens, wie die Heilige Theresia vom Kinde Jesu oder der Heilige Josemaría Escrivá, haben dasselbe gepredigt. Wir wachsen in der Liebe, sagen sie, wenn wir die geringsten Dinge besonders gut und aus Liebe tun. Auch die Legionäre Christi legen viel Wert darauf, die kleinen Dinge stets mit dem großen Ziel vor Augen zu tun.

  1. Konkrete Fastenübungen

Die meisten Fastenübungen werden dem einzelnen Legionär überlassen, damit jeder sich da besonders anstrengen kann, wo er es nötig hat. Aber es gibt einige Schwerpunkte, die allen ganz besonders empfohlen werden. Die Legionäre üben sich besonders im Schweigen, in der Beobachtung der kirchlichen Fasttage und schauen sich keine reinen Unterhaltungssendungen, wie Spielfilme oder Sportereignisse an.

Ein ganz wichtiger Punkt,ist die gute Nachrede. Man vermeidet, andere zu kritisieren und versucht, immer positiv über sie zu denken und zu reden. Wichtig ist auch der häufige Austausch mit den Mitbrüdern, auch über geistliche Themen. In Verbindung mit den Gelübden findet man viele Möglichkeiten zum Fasten. Durch den Gehorsam fastet der Legionär  nach  eigenem Willen,  manchmal auch nach  der eigenen Meinung und Gedanken. Er bemüht sich  um eine solche Einfachheit, dass er sofort die Anweisung des Oberen annehmen kann, ohne auf die eigenen Pläne zu schauen.

Im Bereich der Armut suchen die Ordensbrüder das Einfache, Geschmackvolle und Nüchterne in der Kleidung. Sie bitten nur um die Dinge, die wirklich ihrer Sendung für das Reich Christi dienen. Dabei legen sie ganz besonderen Wert auf die Nutzung der Zeit. Jede Minute, die Gott schenkt, ist kostbar. Daher soll man keine Zeit mit unnützen Dingen vergeuden.

Die Keuschheit versteht man als einen„Verzichten auf“, doch legt der Legionär das Gewicht auf die Option für CHRISTUS. Durch die Keuschheit könne er CHRISTUS ganz angehören. ER ist seine wahre Liebe, seine Leidenschaft, und ER erfüllt ihn. In der Fastenzeit wird allen Mitgliedern vorgeschlagen, ein wenig früher aufzustehen, um den Kreuzweg zusammen mit JESUS vor der Aufopferung des Tagewerks betrachten  zu können.

Zum Schluss forderte Pater Bylander die Anwesenden auf, diese Fastenzeit ganz besonders mit CHRISTUS vereint zu leben. ER sei in die Wüste gegangen, um sich auf seine Sendung vorzubereiten. Vierzig Tage in der Wüste mit IHM seien nicht nur eine Übung, sondern machen uns zu wahren Zeugen der Passion und der Auferstehung CHRISTI. So treten wir unseren Wettlauf mit neuem Eifer an, um auch den Preis zu erhalten.

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