Fastenpredigt am 4. Fastensonntag 2015

Zum vierten Mal in dieser Fastenzeit luden die Franziskaner Minoriten Blieskastel die Gläubigen zur Fastenpredigt ein, die von Pater Ernst Ziegler von den Steyler Missionaren Sankt Wendel gehalten wurde. Die Minoriten: Pater Mateusz, Pater Józef, Pater Rafael und Bruder Jakub, lauschten gemeinsam mit rund 40 Gläubigen den Ausführungen von Pater Ziegler.

P. Ernst Ziegler

Dieser erläuterte, die Kirche habe die Aufgabe, das Evangelium für die Menschen annehmbar zu machen. Daher müsse das Wort Gottes  in die Sprache der jeweiligen Zeit übertragen werden. Die Kirche sei ihrem Wesen nach missionarisch, denn JESUS habe seine Jünger mit dem Auftrag los gesandt:  Geht in alle Welt und lehret alle Völker und taufet sie auf den Namen des VATERS und des SOHNES und des HEILIGEN GEISTES.

 

Dieser Gedanke ließ auch Pater Arnold Janssen, den Ordensgründer der Seyler Missionare, seit seiner frühsten Jugend nicht los.  Doch seine Epoche war nicht besonders für den Missionsgedanken geeignet.  Der französische Spötter Voltaire sagte einmal: „Ich bin es satt, zu hören, dass 12 Männer genügt haben, um eine Religion einzupflanzen, ich habe Lust zu beweisen, dass einer genügt, um sie wieder auszurotten.“  Es ist ihm nicht gelungen.

 

Arnold Janssen lebte im Zeitalter der Monarchie und war geprägt vom Denken des Obrigkeitsstaates mit seinen autoritären Strukturen, gegen die sich erst allmählich demokratische Spielregeln durchsetzen konnten. Er war auch beeinflusst von der für die damalige Zeit charakteristischen Mentalität der ins Ghetto abgedrängten Katholiken. Zu den für die Kirche schmerzlichsten Gesetzten gehörten die sogenannten Maigesetze, die die Freiheit einschränkten.

 

Die Bischöfe lehnten jede Mitwirkung bei der Ausführung dieser Gesetze ab und untersagten dies auch ihren Priestern und Gläubigen. Deshalb wurde Priestern die Ausweisung aus dem deutschen Reich angedroht, Geldstrafen und im Falle der Nichtbezahlung Freiheitsstrafen verhängt. Von elf Bischöfen verbrachten 1874/75 fünf mehrere Monate im Gefängnis.

 

Die repressiven Maßnahmen von Seiten des Staates gegen die Kirche führten das Volk aber auch vielfach der Kirche wieder zu. Die katholische Bewegung erfasste allmählich das gesamte kirchliche Leben Deutschlands. Die alten Orden und Kongregationen zogen wieder junge Menschen an, neue wurden gegründet und boten echte Alternativen, in denen man sich selbst verwirklichen konnte.

 

Nach vielem Hin und Her, nach Entwürfen, Unsicherheiten und Bedenken von vielen Seiten entschloss sich Arnold Janssen schließlich, am 8. Sept. 1875 den Missionsorden zu gründen. Da es in Deutschland nicht möglich war, musste er über die Grenze nach Holland gehen, um seinen Gedanken zu verwirklichen. Er gründetet in Steyl seine erste bescheidene Niederlassung. Daher stammt der Name „Die Steyler“, obwohl der offizielle Name „Gesellschaft des göttlichen Wortes“ lautet, auf Latein „Societas Verbi Divini“, SVD in der Abkürzung geschrieben.

 

JESUS als das WORT GOTTES soll Fundament dieser Gemeinschaft sein, die das WORT   GOTTES in die Welt tragen will. Arnold Janssen rief noch zwei Schwesterngemeinschaften ins Leben, die sich mit den Steyler Missionaren dieser Aufgabe widmen sollen: Die Missionsschwestern, die in aller Welt ihre Aufgabe unter den Frauen übernehmen. Die Anbetungsschwestern, die im ständigen Gebet den anderen die notwendige Gnade für ihre Arbeit erflehen sollen.

 

Denn Mission ist nicht so sehr ein Werk der Organisation als der Gnade GOTTES. Die Frauen arbeiten in der Mission in Form von  Erziehung und Unterricht, Krankenpflege und Caritasdiensten, Seelsorgediensten und Katechumenat, Aufbau und Hilfe in Mütterkliniken, Krankenhäusern, Sanatorien, Waisen- und Altenheimen und Hauswirtschaftsschulen mit.

 

Nach 140 Jahren der drei Steyler Gemeinschaften zählen diese heute etwa 10.000 Mitglieder. In über 70 Ländern der Welt bieten sie ihre Dienste an. Menschen aus über 60 Nationen haben sich der SVD angeschlossen. Im Auftrag der Konstitutionen geben sie sich mit Eifer der Aufgaben hin, den Glauben dort zu verbreiten, wo er bisher noch nicht verkündet wurde.

 

Jeder soll sich entsprechend seinen Fähigkeiten einbringen und muss die Bereitschaft aufbringen, dorthin zu gehen wohin auch immer der Gerneralsuperior ihn schickt. Das Gebet für die Verbreitung des Glaubens soll von allen immer wieder gepflegt werden. Es ist die Grundlage der Arbeit, die der Orden übernommen hat.

 

Lange Jahre stellten die Deutschen und die Mitbrüder aus den Niederlanden die größte Zahl unter den Ordensangehörigen. Heute sind die Mitbrüder aus Indonesien die stärkste Gruppe und wirken selbst schon in vielen Missionsstationen. So können die Mitbrüder aus den „Missionsländern“ jetzt schon viele Aufgaben übernehmen und die Gemeinschaften in eine gute Zukunft führen.

 

Mission ist keine Einbahnstraße. Die Hauptaufgabe war immer die Arbeit in den auswärtigen Missionen. Es wurden auch jene katholischen Länder nicht ausgeschlossen, in denen die Kirche auf Hilfe von außen angewiesen war. Auch die in den Häusern Europas tätigen Kräfte leisteten ihren pastoralen Beitrag zur Kirche Europas. Aushilfen und Arbeit in Schulen, die für den Nachwuchs sorgten.

Predigt Pater Ernst

Finanzielle Unterstützung der Missionare, Pflege ihrer Gesundheit bei Heimaturlaub und schließlich Heimat sein und Pflege nach den Jahren der Arbeit, wenn sie die Kräfte verließen und Pflege und medizinischer Betreuung bedurften. Alles steht unter dem Motto, das der Stifter selbst geprägt hat. „Vor dem Lichte des Wortes und dem Geiste der Gnade, weiche die Finsternis der Sünde und die Nacht des Heidentums. Es lebe das Herz Jesu in den Herzen der Menschen.“

 

Das größte Werk der Nächstenliebe ist es doch, den Menschen den Glauben an den lebendigen Gott zu bringen, eine Hoffnung zu geben, die sonst niemand geben kann. Alle Christen sind nach ihren Möglichkeiten zur Mitarbeit berufen. Den Glauben selbst zu leben, ist der größte u schönste Beitrag, den jeder bringen kann.

 

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