Gedanken zu Aschermittwoch

aschenkreuz

„Am Aschermittwoch ist alles vorbei“, heißt es in einem bekannten Faschingsschlager vergangener Tage. Was ist an Aschermittwoch eigentlich vorbei? Das närrische Treiben der Faschingszeit, die Ausgelassenheit bei Umzügen und Prunksitzungen. Der Ernst des Alltags hat uns wieder. Und als Christ überwiegt der Gedanke: „Gedenke du bist Staub und kehrst zu Staub zurück“. So dachte ich bisher.

Und dann stolpert man in den Nachrichten über Begriffe wie „politischer Aschermittwoch einer Partei“. Man lobt im Internet die großartige Organisation der Veranstaltung. Bei näherem Hinsehen erkennt man, dass den Gästen auch Alkohol gereicht wird. Entsprechend wird auch der Fassbieranstich lobend erwähnt. Eine Blaskapelle spielt fröhliche Reigen, die an ein Volksfest erinnern. Was, so frage ich mich, ist aus dem christlichen Aschermittwoch, dem gebotenen Fast- und Abstinenztag heute geworden?

Wie kann es sein, dass der Sinn eines Glaubensfestes so verkehrt wird? Im Fernsehen, Radio und Internet ist der politsche Aschermittwoch weit verbreitet. Mit diesem Begriff können mit Sicherheit heute mehr Christen etwas anfangen als mit dem Ursprungsgedanken: „Gedenke, du bist Staub und kehrst zu Staub zurück.“

Der christliche Aschermittwoch erinnert uns daran, dass unsere Zeit hier auf Erden nur begrenzt ist. Auf unserem letzten Weg wird der Priester über uns am Grab sprechen „Asche zu Asche, Staub zu Staub.“ Ab uns zu sollten wir innehalten, uns auf unseren Ursprung besinnen. Dazu laden vor allem die Fastenzeit und die beiden gebotenen Fast- und Abstinenztage ein: Aschermittwoch und Karfreitag.

Es sind nur zwei Tage im Jahr, die besonders zur Besinnung, Umkehr und Buße auffordern. Muss man wirklich einen davon derart von seinem Ursprung entfernen? Gibt es nicht 363 weitere Tage im Jahr zum Feiern und Fröhlichsein? Wenn heute von vielen Christen schon nicht mehr gefastet wird, weil man den Sinn des Fastens nur allzu oft in Frage stellt, muss man diese beiden Tage auch noch „opfern“?
“Von der Erde bist du genommen, zur Erde kehrst du zurück.” .Ein Gedanke, der uns innehalten lässt, der uns spüren lässt, wie vergänglich und wie begrenzt wir doch sind. Im Psalm 144 steht: “Herr, was ist der Mensch, dass du dich um ihn kümmerst, des Menschen Kind, dass du es beachtest? Der Mensch gleicht einem Hauch, seine Tage sind wie ein flüchtiger Schatten.” Der Größe und Ewigkeit Gottes wird die Nichtigkeit und Vergänglichkeit des Menschen gegenübergestellt. Was wir sind, sind wir von Gott her. Er ist unser Anfang und unser Ende, das Alpha und das Omega.
Der Priester legt uns Asche im Kreuzzeichen auf und spricht dabei die oben bereits erwähnten Worte „Gedenke du bist Staub und kehrst zu Staub zurück“. Wir Christen verbinden damit die Bitte an GOTT, dass er uns helfen möge, rein zu werden – nicht äußerlich, sondern innerlich, dass er uns befreit von unseren Sünden, denn Jesus ist am Kreuz als Sühne für unsere Sünden gestorben.

Das Kreuz ist für uns Christen das Zeichen unserer Erlösung, die Asche das Zeichen der Vergänglichkeit. Das Aschenkreuz, das uns er Priester an Aschermittwoch auf die Stirn zeichnet wird für uns zum Symbol der Hoffnung, dass unser Sterben in Jesus Christus mit der Auferstehung enden wird. So steht der erste Tag der Fastenzeit ganz im Zeichen von Ostern, dem Fest der Auferstehung Jesu, der durch Leid und Kreuz zur ewigen Herrlichkeit gelangt ist. Aschermittwoch lädt uns also einerseits zur Besinnung, Umkehr und Buße ein, schenkt uns aber im Zeichen des Kreuzes auch die Hoffnung auf die Auferstehung.

Pater Mateusz

 

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