Gedanken zum Allerseelentag

Friedhof der KapuzinerAm Allerseelentag sind wir in Gedanken mit unseren Verstorbenen verbunden. Die Toten führen uns in diesen Tagen zusammen. Jeder und jede von uns erinnert sich an andere Menschen: an den Vater, an die Mutter, an einen Bruder, an eine Schwester, an ein Kind, an einen Großvater, an eine Großmutter. Ganz vage stehen sie manchmal in unserem Sinn. Was wir hier in unserem Leben erleben, ist Vorübergang, nichts Bleibendes, so wie das Leben unserer Vorfahren nichts Bleibendes war. Und dennoch bleibt etwas. Tag für Tag wird gleichsam ein Blatt unseres Lebenskalenders abgerissen. Es wird nicht weggeworfen, es wird aufgehoben. Da steht drauf, was wir an diesem Tag geworden sind: ob der Tag unnütz war oder Segen brachte; ob wir reicher geworden sind oder uns ärmer gemacht haben. Diese Zettel werden gleichsam hinübergeschickt. Es sind die Quartierzettel, die uns dort eine Wohnung bereiten.
Der Allerheiligen- und Allerseelentag und der Besuch an den Gräbern unserer Verstorbenen behandelt, wenn wir es richtig bedenken, folgende Themen: Tod und Leben, Sterben und Abschiednehmen, das Verbundensein mit liebgewordenen Menschen und den Schmerz, von ihnen getrennt zu werden, Träume und Hoffnungen auf eine bessere, freundlichere Zukunft. Wenn wir am Grab unserer Verwandten und Freunde stehen, dann kann uns bewusst werden, dass unser Leben unendlich viel an menschlicher Wirklichkeit und christlicher Botschaft enthalten ist.                                                                                                               Allerseelen

Wer gestorben ist, der ist nicht einfach so weg. Wir Christen wissen, dass Jesus uns in der Auferstehung vorausgegangen ist. Seinem Weg dürfen wir folgen. Das hat er uns zusagt im Johannes-Evangelium: „Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben.“

Pater Matthäus

 

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