Hochfest des Hl. Franziskus und Erntedank

User commentsIm Volksmund sagt man manchmal, dass Weihnachten und Ostern auf einen Tag fallen und bringt damit zum Ausdruck, dass einem ein außergewöhnliches – ja eigentlich unmögliches – Glück widerfahren ist. Dass aber das Hochfest des Heiligen Franziskus von Assisi und Erntedank auf einen Tag fallen, ist aufgrund des Sterbetages des Heiligen möglich, sodass ich diese besondere Konstellation in diesem Jahr zum ersten Mal bewusst mitfeiern durfte.

In der wegen Erntedank prachtvoll geschmückten Wallfahrtskirche zelebrierte Pater Mateusz die 11-Uhr-Messe. Er trug dabei ein goldglänzendes Messgewand mit dem Abbild des heiligen Franziskus. Gespannt war ich darauf, wie der Brückenschlag zwischen dem Hochfest des heiligen Franz von Assisi und Erntedank gelingen würde.

Pater Mateusz begann die Messe mit einer Danksagung, bei der zu spüren war, dass sie ganz tief aus seinem Innern kam. Heute vor 10 Jahren legte er in Krakau in der Basilika des heiligen Franziskus seine ewige Profess ab. So widmete er diesen besonderen Gottesdienst nicht nur dem heiligen Franz von Assisi und Erntedank, sondern dankte ganz persönlich für das Geschenk seiner Berufung.

Pater Mateusz predigte über das Schlüsselerlebnis des Heiligen Franziskus: Er überwindet seinen Ekel und küsst einen Aussätzigen. Als er sein Pferd wieder besteigt und sich noch einmal zu dem Aussätzigen umblicken will, ist dieser verschwunden. Franziskus wird bewusst, dass es der HERR selbst war, den er geküsst hat.

Diese Begegnung verändert sein Leben. Er will Buße tun, indem er den Armen Güte erweist. Die Erkenntnis, dass Christus als Aussätziger ihn zuerst umarmt hat, verändert sein Denken und Handeln. Er lebt in äußerster Armut und versucht, den GÖTTLICHEN Kuss an alle Geschöpfe weiterzugeben. Franziskus empfindet eine große Liebe zur Seele seines Nächsten. Indem er viele Seelen zu GOTT führen will, tritt er in die besondere Nachfolge Christi. Schließlich werden ihm durch einen Seraphen die Wundmale Jesu in seinem Körper eingeprägt. Pater Mateusz endete mit den Worten: Der Heilige Franz von Assisi war ein Geschenk GOTTES für die Welt.“

Den „Brückenschlag zu Erntedank machte Pater Mateusz kurz vor Schluss der Eucharistiefeier, indem er die Erntegaben am Altar segnete. Einer polnischen Tradition folgend segnete Pater Mateusz ein Kleinkind, das vor kurzem ein Jahr alt geworden war und dessen Eltern. Ein Dankgottesdienst der Superlative: Dank für Franziskus, Dank für die Jahresernte, Dank für die 10jährige ewige Profess und das Segensgebet für das Kleinkind – ein rundum gelungener und schöner Gottesdienst.

Andrea Weinmann
Gersheim

 

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