zum 2. Fastensonntag

Impuls zum 2. Fastensonntag

In der heutigen Liturgie feiern wir die Verklärung Christi. Sie ist die Ankündigung der Auferstehung des Herrn und gleichzeitig die Voraussetzung unserer Auferste­hung. Die erste Lesung erzählt von Gottes Bund mit Abraham. (Gen 15, 5-12., 17-18) Gott versprach ihm zum dritten Mal eine zahlreiche Nachkommenschaft: “Sieh doch zum Himmel hinauf und zähl’ die Sterne, wenn du sie zählen kannst.“ Und er sprach zu ihm: „So zahlreich werden deine Nachkommen sein.” (Gen 15, 5)  Gott zeigte ihm auch das Land, das ihm zu Eigen gegeben wird.

Abraham bat Gott mit demütiger Zuversicht. Gott stimmte zu und schloss mit ihm einen Bund  nach dem damaligen Nomadenbrauch. Abraham bereitete  ein Tieropfer vor, auf das Gott in der Gestalt  des Feuers in der Nacht herabkam. So schloss Gott mit Abraham den Bund: “Deinen Nachkommen gebe ich dieses Land…”(Gen 15,18)  Durch den Heilsplan  des neuen und endgültigen Bundes, den Gott im Blut Christi besiegelte, bekamen die Menschen nicht nur das Recht auf die Erdenheimat sondern auch auf die himmlische und ewige Heimat.

Auf dem Berg Tabor (LK 9, 26-36) engagierte sich Gott  noch einmal für den Menschen. Im verklärten Jesus  nämlich zeigt er uns SEINEN geliebten SOHN: “Das ist MEIN auserwählter SOHN, auf IHN sollt ihr hören.” (Lk 9, 35)  GOTT gab uns SEINEN SOHN als Lehrer;  auf dem Kalvarienberg gab er Ihn jedoch für uns als Opfer hin.

Der Evangelist Lukas verdeutlicht, dass die Verklärung auf dem Berg stattfand, auf dem Jesus betete: “Und während ER betete, veränderte sich das Aussehen SEINES Gesichtes und SEIN Gewand wurde leuchtend weiß.” (Lk 9, 29)  JESUS erlaubte, dass SEINE GOTTHEIT SEINE menschliche Gestalt erleuchtete. Er zeigte SEINEN Jüngern, dass “ER der Abglanz der Herrlichkeit SEINES VATERS und das Abbild SEINES Wesens ist.”(Hebr 1,3)

Die Sonne über Blieskastel

Es war das Bedürfnis der Väter des Alten Testaments und der Heiligen des Neuen Testaments, das Antlitz Gottes zu sehen: “Dein Angesicht, HERR, will ich suchen. Verbirg nicht DEIN Angesicht vor mir.”(Ps 27, 8-9) Wenn Gott uns eine solche Gnade gibt, dann dauert sie nur einen kleinen Moment. Und sie hat – wie auf dem Berg Tabor – das  Ziel , unseren Glauben zu stärken und uns Mut zum Kreuztragen zu geben.

Neben dem verklärten Herrn zeigten sich noch zwei Menschen: Mose und Elija. Der erste repräsentiert das Recht und der zweite die Propheten. Jesus kam, um das Recht vollkommen zu machen, die Lehre der Propheten zu ergänzen und die Prophezeiungen zu erfüllen. Die Anwesenheit von Mose und Elija bewahren die Kontinuität zwischen dem Alten und Neuen Testament. Ihr Gespräch kündete das Leiden CHRISTI an: “Sie erschienen in strahlendem Licht und sprachen von SEINEM Ende, das sich in Jerusalem erfüllen sollte.”(Lk 9, 31)

Wie Mose und Elias litten und für GOTTES Sache verfolgt wurden, so wird auch JESUS leiden müssen. Diese Verklärung JESU und das Sehen SEINER Herrlichkeit  sind demnach verbunden mit dem Gespräch von SEINEM Leiden. Das sind zwei verschiedene Aspekte des österlichen Geheimnisses CHRISTI, die sich nicht widersprechen, nämlich Tod und Auferstehung, Kreuz und Herrlichkeit.

Die zweite Lesung (Phil 3, 17-4,1) ist eine Ermunterung zum Tragen des Kreuzes CHRISTI, um irgendwann  Anteil  an SEINER Herrlichkeit zu erhalten. “Denn viele – von denen ich oft zu euch gesprochen habe, doch jetzt unter Tränen spreche – leben als Feinde des Kreuzes CHRISTI.”(Phil 3,18) Der Apostel prangert das Verhalten der Christen an, die sich einem Vergnügen oder leiblichen Genüssen hingeben und die sich in ihrem Leben von irdischen Dingen leiten lassen.

Diese Situation erinnert uns an die Verklärung Jesu auf dem Berg Tabor: “Unsere Heimat ist aber im Himmel. Von dort her erwarten wir  auch JESUS CHRISTUS, den HERRN, als Retter, der unseren armseligen Leib verwandeln wird in die Gestalt SEINES verherrlichten Leibes.”(Phil 4,20-21)

Jeder Mensch wird seine Verklärung erst im ewigen Leben erlangen. Hier auf der Erde wurde sie mit der Taufe begonnen. Nur wenn  wir mit Jesus das Kreuz tragen, verwandelt uns diese Taufgnade CHRISTI von innen und wandelt  uns in das Abbild Gottes um.

P. Mateusz

 

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