zum 3. Fastensonntag

Die Aufforderung zur Umkehr steht im Mittelpunkt der heutigen Liturgie. Die erste Lesung (Ex 3,1-8a. 13-15) erzählt von der Berufung Mose zum Führer des Volkes Israels, der den Auszug aus Ägypten organisierte. Dieses Geschehen begann mit der Theophanie, mit der Offenbarung GOTTES. GOTT erschien Mose im brennenden Dornbusch, ER ließ Mose SEINE Stimme hören und rief ihn mit seinem Namen: “Mose, Mose!” (Ex 3,4).

Dornbusch
Foto P. Piotr “Dornbusch am Sinaiberg”

GOTT beauftragte  Moses, Israel von der Sklaverei  des Pharaos zu befreien.  So begann der Wüstenmarsch der Hebräer, der nicht nur die Befreiung Israels  von der Tyrannei Ägyptens bedeutete, sondern auch eine tiefere Bedeutung hat: Diese Befreiung verhinderte, dass die Israeliten weiterhin Kontakt zum götzendienerischen Volk der Ägypter hatten und reinigte die Tradition der Israeliten. Das Volk kam von den irdischen Gütern los, um zu seiner reinsten Religion, zu seiner Gemeinschaft mit GOTT und zu seinem verheißenen Besitz im Gelobten Land zu gelangen.

 Der Exodus des auserwählten Volkes ist ein Weg des Loskommens und der Umkehr, den jeder Mensch – besonders in der Fastenzeit – gehen sollte. Die Geschichte des Volks Israels,  das 40 Jahre lang in der Wüste verbrachte, das GOTT nicht immer  treu war und dem GOTT zahlreiche Güter gab,  ist eine ermahnende Geschichte für uns, dem neuen Volk  GOTTES.

Sinai
Foto P. Piotr – Das Katharinenkloster im Sinai in Ägypten

Der heilige Apostel Paulus erwähnt in seinem Brief die zahlreichen Wohltaten, die die Juden in der Wüste GOTT verdankten. Er schreibt: “Alle aßen auch die gleiche gottgeschenkte Speise (Manna) und alle tranken den gleichen gottgeschenkten Trank (das Wasser, das aus dem Felsen herausfloss); denn sie tranken aus dem Leben spendenden Felsen, der mit ihnen zog. Und dieser Fels war CHRISTUS. GOTT aber hatte an den meisten von ihnen keinen Gefallen; denn er ließ sie in der Wüste umkommen.”(1 Kor 10, 3-5). Das ist das traurige Ende der Geschichte der Untreue und  des Verbrechens.

Die Zugehörigkeit zum Volk GOTTES, der Empfang der göttlichen Speise in der Eucharistie oder der Empfang der anderen Sakramente sichern noch keine Erlösung, wenn der Mensch sich keine Sorgen um die eigene Umkehr und um seine Bindung an GOTT macht. Niemand kann auf einen Posten in der Kirche,  auf eigene Tugenden oder auf geleistete Dienste zählen, wenn er gedankenlos mit seinem Glauben und den Sakramenten umgeht, denn “Wer also zu stehen meint, der gebe Acht, dass er nicht fällt.”(1 Kor 10, 12).

Dieselbe Lehre hören die heutige Gläubigen. Im Evangelium antwortete der HERR auf die politische Unterdrückung unter Pilatus, die viele Opfer forderte. ER sagte: “Meint ihr, dass nur diese Galiläer Sünder waren, weil das mit ihnen geschehen ist, alle anderen Galiläer aber nicht? Nein, im Gegenteil: Ihr alle werdet genauso umkommen, wenn ihr euch nicht bekehrt.” (Lk 13,2-3).

Das sind harte Worte, die aber von GOTT aus Liebe zu uns gesprochen werden. Das bedeutet aber auch, dass man über IHN und mit IHM keine Scherze machen kann. Jedoch bemüht sich GOTT um die Erlösung all SEINER Geschöpfe. Heute spricht GOTT zu seinem Volk  nicht durch Mose, sondern durch SEINEN Sohn. ER offenbart sich nicht im brennenden Dornbusch, sondern in SEINEM eingeborenen Sohn,  der  die Menschen zur Umkehr ruft, dessen Barmherzigkeit mit uns unendlich ist und der mit uns Mitleid hat.

Dank dieser Barmherzigkeit bittet JESUS SEINEN VATER um Zeitverlängerung, dass ER noch ein bisschen wartet, damit jeder zur Vernunft kommt. Ähnlich macht es der Weingärtner im Gleichnis, bei dem der Eigentümer des Weinberges keine Früchte am Feigenbaum fand. “Der Weingärtner erwiderte: Herr, lass ihn dieses Jahr noch stehen; ich will den Boden um ihn herum aufgraben und düngen. Vielleicht trägt er doch noch Früchte: wenn nicht, dann lass ihn umhauen.”(Lk 13, 8-9).

JESUS gibt jedem SEINE Gnade, erleuchtet ihn durch die Verdienste SEINES Leidens, nährt jeden mit SEINEM Leib und Blut, erwirkt für jeden die Barmherzigkeit bei SEINEM Vater. – Was könnte ER noch mehr tun? – Der Mensch sollte diese Wohltaten nicht missbrauchen, sondern er sollte sich ihrer besser bedienen, um die Früchte des wahren christlichen Lebens zu tragen.

P. Mateusz

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.