zum 5. Fastensonntag

Die Liturgie des heutigen Tages lädt uns zum Nachdenken über das nahende Paschafest unter dem Blickwinkel der Sündenbefreiung ein. CHRISTUS erwirkte diese einmal auf ewig für alle. Die Vergebung der Schuld muss jedoch jeder Mensch für sich erbitten. Weil die Menschen ihren Freveln (Schwächen) ihr ganzes Leben hindurch ausgesetzt sind, müssen sie immer wieder diesen Akt der Befreiung wiederholen und erneuern.

GOTT tat viele Wunder, um das auserwählte Volk aus der ägyptischen Gefangenschaft herauszuführen. ER versprach ihm noch mehr, nämlich es von der babylonischen Gefangenschaft zu befreien. “Seht her, nun mache ICH etwas Neues…Ja, ICH lege einen Weg an durch die Steppe und Straßen durch die Wüste….Denn ICH lasse in der Steppe Wasser fließen und Ströme in der Wüste, um MEIN Volk, MEIN erwähltes Volk zu tränken.”(Jes 43, 19-20)
Diese Prophezeiung erleuchtete die messianische Zukunft. Denn GOTT wollte für das neue Israel, die Kirche JESU CHRISTI, völlig neue Taten vollbringen. Dabei geht es nicht um materielle Dinge, sondern um den eingeborenen Sohn, den GOTT der Welt gab, damit ER “ein Weg” der Erlösung werde. Es geht auch nicht um das Wasser, das den Durst stillt und den Menschen erfrischt, sondern um das lebendige Wasser der Gnade, das vom Opfer CHRISTI kam, um den Menschen von der Sünde zu reinigen und seinen unendlichen Durst zu stillen.

Wer ohne Sünde ist

Diese neue Perspektive wird besonders deutlich im neutestamentlichen Geschehen mit der Ehebrecherin. Diese wurde zu JESUS gebracht, damit ER ein Urteil über sie fälle: “MEISTER, diese Frau wurde beim Ehebruch auf frischer Tat ertappt. Mose hat uns im Gesetz vorgeschrieben, solche Frauen zu steinigen. Nun was sagst DU?”(Joh 8,4) Doch JESUS tat etwas Neues, das das alte Recht nicht berücksichtigte. ER verkündete kein Urteil, auf das die Ankläger und die Angeklagte warteten, sondern ER sagte: “Wer von euch ohne Sünde ist, werfe als Erster einen Stein auf sie.”(Joh 8,7)

Alle Menschen sind Sünder. Niemand hat das Recht, über die anderen zu urteilen. Dieses Recht hat nur ER, der unschuldigste HERR. Aber ER profitierte davon nicht, sondern benutzte SEINE Macht als HEILAND: ” Hat dich keiner verurteilt? …Auch ICH verurteile dich nicht. Geh’ und sündige von jetzt an nicht mehr.”(Joh 8, 10-11)

Nur CHRISTUS, der sein Leben hingab, um die Menschen zu erlösen, kann diese Frau von ihrer Sünde befreien, sie lossprechen und sagen: “Sündige nicht mehr.” SEIN Wort ist erfüllt von der Gnade, die von seinem Opfer ausging. Im Bußsakrament besteht die Möglichkeit für jeden, eine so befreiende und versöhnende Geste von CHRISTUS zu empfangen, um gegen die Sünde anzukämpfen und “nicht mehr zu sündigen”.

Die zweite Lesung hilft uns, diese Überlegung zu vertiefen. Der heilige Paulus, der seine Tradition, Kultur und Lebensweise aufgab, “hielt sie für Unrat, um JESUS zu gewinnen.”(Phil 3,8) Und er lädt uns Christen dazu ein, für dieses Ziel alles aufzugeben, was uns nicht zum Herrn führt und was ihm widerspricht.

Das ist der Weg, um sich ganz von der Sünde zu befreien und CHRISTUS ähnlich zu werden, denn “SEIN Tod soll mich prägen. So hoffe ich, auch zur Auferstehung von den Toten zu gelangen.”(Phil 3,10-11) Dieser Weg verlangt von uns nach neuen Siegen und nach der ständigen Befreiung, um uns an CHRISTUS festzubinden. Niemand sollte denken, er habe das Ziel schon erreicht. Jeder sollte weitergehen, um seinen Weg zu vollenden und um Christus zu gewinnen, “weil er (ich) allein von JESUS CHRISTUS ergriffen worden ist (bin).” (Phil 3,12)

Pater Mateusz

 

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