Impuls zu Aschermittwoch 2015

Die Zeit des ausgelassenen Feierns ist vorbei. Fasching mit all seinen Facetten gehört der Vergangenheit an.

Aschermittwoch =   Beginn der Fastenzeit

Fastenzeit = Zeit der Rückbesinnung

Rückbesinnung = Neuausrichtung auf das Wesentliche im Leben, besonders auf die Eschatologie (aus altgriechisch: ta és-chata), die letzten Dinge

Eschatologie, die letzten Dinge = Gedenke, dass du Staub bist und zu Staub zurückkehrst.

 

Nach dem fröhlichen Feiern wird man nicht gerne daran erinnert, dass der Tod einem jeden Sein ein jähes Ende setzen wird. Ein Gegensatz wie er größer kaum sein könnte. In verschiedenen Fastenimpulsen werden wir die sieben Schmerzen Mariens betrachten. Der erste Schmerz passt gut zu Aschermittwoch. „Dir aber wird ein Schwert durch die Seele dringen“.

Im Tempel aufgeopfert
Fenster aus dem Kreuzkapelle Blieskastel

 

Man stelle sich vor: Maria will zusammen mit Josef nach jüdischem Brauch ihren erstgeborenen Sohn GOTT im Tempel weihen. Die Freude über die Geburt des ersten Sohnes ist riesengroß. Bestimmt haben sich Maria und Josef auf die Reise nach Jerusalem gut vorbereitet und sich lange darauf gefreut. Und dann treffen sie auf den greisen Simeon und Hannah. Und was die glückliche Mutter zu hören bekommt, wird sie sehr lange beschäftigen. Denn die Bibel sagt dazu, dass sie das Gesagte in ihrem Herzen bewahrte.

Simeon sagt über JESUS, dass er viele aufrichten werde, dass aber auch viele durch ihn zu Fall kommen werden. Er werde ein Zeichen sein, dem widersprochen werde. Simeon endet mit den Worten: „Dir selbst aber wird ein Schwert durch die Seele dringen.“ Und spätestens in dem Moment ist die ungetrübte Freude vorbei. Maria wird relativ unsanft auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Der greise Mann, der überall als Seher bekannt ist, kündigt ihr durch diese Metapher großes Leid und unsagbare Schmerzen an.

Rund 33 Jahre später wird sie verstehen, welches Schwert ihr durch die Seele dringen soll, welche grausamen Schmerzen sie durchleiden muss. Aber sie wird diese schlimmste aller Prüfungen in ihrem Leben bestehen. Sie wird nicht weg laufen, sondern ihrem Sohn beistehen bis zu Schluss. Was auf Golgotha so grausam endet wird sich an Ostern in reine Freude wandeln.

Gehen auch wir den Weg mit Maria. Durchleiden wir gleich und mit ihr sieben Schmerzen. Folgen wir ihr nach von der Ankündigung des Leidens durch Simeon bis zu Karfreitag. Beim Kreuz unseres Herrn wollen wir gemeinsam mit Maria verweilen, um mit ihr gemeinsam auch die Osterfreuden erleben zu dürfen. So sagt uns der heutige Aschermittwoch auch, dass mit dem Tod nicht alles aus und vorbei sein wird. Aschermittwoch, der Beginn der Fastenzeit, ist immer auch ein Hinweis auf das Ende der Fastenzeit, Ostern, das Fest der Auferstehung unseres HERRN und HEILANDS JESUS CHRISTUS.

 

Pater Mateusz Micek

 

 

 

Gedanken zu Aschermittwoch

 

 

Hältst du auch aus so mancherlei Beschwerden,

gedenke, dass du nicht ewig lebst auf Erden.

Mancherlei Sorgen, vielerlei Plag

bringt das Leben Tag für Tag.

 

Doch stehst du einst vor GOTTES GERICHT

und schaust IHN von Angesicht zu Angesicht,

was wird der HERR dich dann wohl fragen?

Was kannst du IHM als Antwort sagen?

 

Gedenke, bei GOTT sind alle gleich,

warst du auf Erden auch noch so reich,

wird dir dein Besitz sogar zur Last,

wenn du den Armen nichts abgegeben hast.

 

GOTT wird dich fragen: Wen hattest du lieb?

Darum immer großzügig Almosen gib.

GOTT wird dich fragen: Was hat du ihnen Gutes getan,

Gib Acht, dass niemand sich beklagen kann,

dass du verschlossen hast dein Herz

und nicht gelindert deines Bruders Schmerz.

 

„Was ihr dem Geringsten meiner Brüder habt getan,“

das – sagt JESUS – „rechnet uns GOTT im Himmel an.“

Bemühe dich, großzügig zu schenken

und an deinen HERRN zu denken.

Dann wird das Sterben nicht zur Last,

weil du einen Schatz im Himmel hast.

 

Verfasserin Andrea Weinmann

 

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