Impuls zum 1. Fastensonntag

"In Versuchung geführt" Federzeichnung, Rembrandt
“In Versuchung geführt”
Federzeichnung, Rembrandt

Am ersten Fastensonntag  gebraucht die Liturgie das Bild von der Sünde des Menschen einerseits und der Erlösung durch CHRISTUS andererseits, zwischen denen sich die Heilsgeschichte entwickelt. Der Mensch wurde von GOTT mit SEINEN Händen rein und makellos erschaffen (Gen 2,7-9; 3, 1-7). Er wurde auf SEIN Bild hin geschaffen, Ihm ähnlich. Er lebte mit seinem SCHÖPFER in Unschuld, Freude und in Freundschaft. Aber der Böse beneidete den Menschen um sein Wohlergehen im Paradies und bereitete die Falle vor. Der Mensch wurde vom Bösen versucht und aß vom Baum, von dem zu essen ihm verboten war. Der Mensch überschritt die Gebote GOTTES, aber GOTT wusste, dass der Mensch irregeführt worden war und deshalb versprach ER den HEILAND, der kommt, um den Menschen zu erlösen.

Um dieses Heilswerk zu erfüllen, kam der Sohn GOTTES auf die Welt und war dem Menschen ähnlich – jedoch ohne Sünde. ER ließ sich auch vom Bösen versuchen, wie wir im heutigen Evangelium lesen. Dann wurde JESUS vom GEIST in die Wüste geführt; dort sollte er vom Teufel in Versuchung geführt werden. (Mt 4,1) Die Wüste ist für JESUS nicht nur ein Ort der Zurückgezogenheit und des Gebetes mit SEINEM VATER, sondern auch der Ort des Kampfes. Auch hier, wie im Paradies, kommt der Teufel mit der dreifachen Versuchung – gegen die Abhängigkeit, gegen den Gehorsam und gegen die Ehre GOTTES.

Da trat der Versucher an ihn heran und sagte: Wenn du GOTTES Sohn bist, so befiehl, dass aus diesen Steinen Brot wird…und sagte zu ihm: Wenn du GOTTES Sohn bist, so stürz dich hinab; denn es heißt in der Schrift: Seinen Engel befielt er…und sagte zu ihm: Das alles will ich dir geben, wenn du dich vor mir niederwirfst und mich anbetest. (Mt 4, 3.6.9.) JESUS ist der wahre Sohn GOTTES, SEINE Macht ist unendlich, aber  GOTT VATER will nicht, dass JESUS SEINE Macht für eigene Vorteile nutzt. Der MESSIAS ist kein Triumphator, sondern der Diener GOTTES. Er wurde gesandt, um die Menschen durch SEINE Demut, SEINE Armut, SEINEN Gehorsam und durch SEIN Kreuz zu erlösen.

Die zweite Lesung vom heiligen Paulus (Röm 5, 12-19) fasst die ganze Heilsgeschichte zusammen: Wie durch den Ungehorsam des einen Menschen die vielen zu Sündern wurden, so werden auch durch den Gehorsam des einen die vielen zu Gerechten gemacht werden. (Röm 5, 19) Ungehorsam, Glaubensmangel am Wort GOTTES und der Hochmut der ersten Eltern – wurden von JESUS wiedergutgemacht durch SEINEN Gehorsam, durch SEINE Bindung an das Wort und den Willen des VATERS, auch durch SEINE Demut, mit der ER das Angebot des Triumphes ablehnte, um das Kreuz zu wählen.

Diese Wiedergutmachung wurde am Kreuz vollendet, aber  sie begann schon in der Wüste, als JESUS über  Satan siegte. Wo jedoch die Sünde mächtig wurde, da ist die Gnade übergroß geworden. (Röm 5,20) – Auf diese Weise wurde  der ganzen Menschheit die Erlösung geschenkt. Jeder Mensch kann mit seinem Glauben, seiner Demut und seinem Gehorsam alle Versuchungen des Feindes besiegen und JESUS, seinem HEILAND näher kommen.

Pater Mateusz

 

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