Impuls zum 5. Fastensonntag

Der 6. Schmerz Mariens: Der Leichnam Jesu wird in ihren Schoß gelegt

Wer kennt sie nicht, die zahlreichen Darstellungen der Pieta? JESUS liegt tot in Mariens Schoß. Auch das Bildnis „Unserer Lieben Frau mit den Pfeilen“ ist eine Pieta, noch dazu eine der ältesten, die es gibt. Und jährlich kommen mehrere Tausend Besucherinnen und Besucher zur Pilgerfahrt nach Blieskastel, um IHR die Ehre zu erweisen.

ULF mit den PfeilenNormalerweise wird man nicht gerne an Schmerzen und Pein erinnert. Woher kommt also die Anziehungskraft der Darstellung der Schmerzensmutter? In unserer heutigen Zeit wird nur allzu oft versucht, Kummer und Leid aus dem Alltag zu verbannen. Und doch existieren sie heute wie damals. Zwar mag sich die Art des Leidens teilweise verändert haben, doch ist es noch immer allgegenwärtig: Arbeitslosigkeit, schwere Krankheit, Alleinsein im Alter oder nach einer Scheidung, Hunger und Not in den sogenannten Ländern der Dritten Welt, um nur einige zu nennen. Die Menschheit hat es also bis heute nicht geschafft, eine gute und gerechte Welt für alle zu gestalten.

Auch die GOTTESMUTTER hat sehr viel durchgemacht: Verfolgung und Exil, Kindesverlust, Kreuzweg JESU und seine Hinrichtung am Kreuz. Wer könnte also besser die Not der Menschen verstehen als gerade eben MARIA? Und so ist es nicht verwunderlich, dass gerade das Betrachten des Bildnisses der Schmerzensmutter und das betende Verweilen den so Geplagten Trost spendet.

Da ist jemand, der mitfühlt. Da ist jemand, dem man sein Herz ausschütten kann. Da ist jemand, der zuhört. Da ist jemand, dem man vertrauen darf. Da ist jemand, der einen nicht auslacht oder verurteilt. Da ist jemand, der sich kein Urteil dem Anschein nach erlaubt. Da ist jemand, der einfach nur da ist und sich die Nöte anhört. Und da ist jemand, der einen nie allein lässt und auf die Bitten hört, ja sie erhört. Davon zeugen Votivtafeln an allen Marienheiligtümern, die Gebetserhörungen der unterschiedlichsten Art bezeugen.

 

So endet der Fastenimpuls mit der gebetshaften Zusammenfassung des 6. Schmerzes Mariens:

In DEINEN Armen liegt ER nun tot,

jede Mutter kann nachempfinden DEINEN Schmerz,

ER erfüllte SEINES VATERS Gebot,

Doch DIR, heiligste MUTTER, bricht fast das Herz.

 

Tief gebeugt in Trauer und Kram

beweinst DU DEIN Liebstes, DEIN totes Kind.

JESUS liegt leblos in Deinem Arm,

DEIN Leiden gar kein Ende nimmt.

 

Tief gebeugt in manchem Leid

finden viele Trost bei der Mutter voller Schmerzen.

So kommen auch die Menschen unserer Zeit

und bitten DICH aus ganzem Herzen,

auch ihnen in ihrer Not beizustehen

und ihren Kreuzweg mitzugehen.

 

MARIA, hilf allen, die vor der Pieta flehen und bitten,

Bitte GOTT für sie durch das was DEIN SOHN hat erlitten.

 

AMEN

(Gebetstext: Andrea Weinmann)

 

 

Pater Mateusz Micek

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