Impuls zum Palmsonntag 2015

Der 7. Schmerz Mariens

JESUS wird ins Grab gelegt

„Es ist nichts schlimmer für eine Mutter, als ihrem eigenen Kind ins Grab hinterher schauen zu müssen“, so sagte mir einmal eine Mutter, deren Kind gestorben war. „Hätte der HERRGOTT doch nur mich genommen, er hatte doch sein ganzes Leben noch vor sich“, auch diese Aussage einer Mutter ist mehr als nachvollziehbar. Jede Mutter will ihr Kind am Leben sehen, will sehen, wie es aufwächst, wie es selbständig wird, eine Familie gründet und vielleicht irgendwann mal selbst Kinder bekommt. Und dann nimmt das so Erhoffte mit dem Tod des Kindes ein jähes Ende.

Grablegung

Trauer, Trostlosigkeit, Verzagtheit, Zweifel bis hin zur Verzweiflung machen sich im Herzen einer guten Mutter breit. Und dieses furchtbare Gefühl der Ohnmacht. Je nach Einstellung der Mutter: Ohnmacht gegenüber dem unbeugsamen Schicksal, Ohnmacht gegenüber dieser ausweglosen Situation, Ohnmacht einem übermächtig erscheinenden GOTT gegenüber, dessen Ratschluss man nicht verstehen kann und der unter Umständen sogar an SEINER Existenz zweifeln lässt.

 

Wie verhält sich MARIA? Sie trauert wie jede Mutter. Die Bibel beschreibt ihren Schmerz mit „so groß wie das Meer…“, was wohl so viel heißt wie unsagbar groß, mit Worten nicht auszudrücken, maßlos, in seinen Dimensionen nicht vorstellbar. Aber in all ihrem Trauer, in all ihrem Schmerz hört sie nicht auf, GOTT zu vertrauen. Sie erinnert sich an das Versprechen GOTTES, das ihr durch den Engel kundgetan wurde: „Er wird groß sein und Sohn des Allerhöchsten genannt werden.“ So vertraut Maria, dass der Allerhöchste SEINEN Sohn nicht im Tode lässt.

 

Und trotzdem muss sie mit ansehen wie der Leichnam ihres Sohnes in Tücher und Binden gewickelt und in ein Grab gelegt wird. Sie ist Zeugin, dass der schwere Stein davor gewälzt wird. Und es zerreißt ihr fast ihr MUTTERHERZ. Es tut IHR weh, unsagbar weh, denn auch SIE muss lernen, ihr Liebstes los zu lassen, ja es GOTTES Ratschluss zu überlassen, der in dem Moment für sie mit Sicherheit ebenso schmerzlich war wie für eine heutige Mutter, wenn der Sarg ihres Kindes in die Erde eingelassen wird.

 

Bestattet war darin noch keiner – ein neues Grab

Josef von Arimathäa JESUS als letzte Ruhestätte gab.

Das Grab verschloss man mit einem schweren Stein,

keiner konnte so hinaus oder hinein.

 

Zwar ist MARIA vor Kummer tief gebeugt,

Zwar hat SIE  allen Grund zur Klage,

doch ist SIE  von der Allmacht GOTTES überzeugt,

ER ist der HERR über IHRE Tage.

 

So vertraut SIE selbst im Tod,

GOTT wird sein Versprechen halten,

ER wird wandeln IHRE Not

GOTT lässt seine Gnade walten.

 

Denn das Grab ist nicht das Ende

JESUS besiegte Leid und Tod,

drum falte bittend ich die Hände,

und erflehe Gnade bei GOTT

 

Amen

(Gebetstext: Andrea Weinmann)

 

 

Pater Mateusz Micek

Ein Kommentar für “Impuls zum Palmsonntag 2015

  1. Pater Mateusz‘ Impuls zum siebten Schmerz Mariens bekommt angesichts des Flugzeugabsturzes in den französischen Alpen eine neue Dimension. Für alle Angehörigen ist es eine schlimme Tragödie. Als Mutter zweier Söhne, die etwa im gleichen Alter sind wie die Kinder der Spanischklasse gilt mein Mitgefühl vor allem den Angehörigen dieser Kinder. Ich stelle mir vor, mein Kind hätte das „Glück“ gehabt, ausgelost zu werden. Ich hätte für den Flug eine Zeit lang angespart, um meinem Kind diesen Wunsch erfüllen zu können. Und dann kriege ich es im Sarg zurück. Bei dieser Vorstellung krampft sich in mir alles zusammen.

    Beten wir also für die verstorbenen Kinder und deren Eltern:
    HERR, sie hatten im Leben noch so viel vor.
    HERR, neige uns zu Dein gnädiges Ohr.
    HERR, vergib ihnen all‘ ihre Schuld,
    HERR, schenke Ihnen auf ewig Deine Huld.

    Untröstlich stehen die Angehörigen vorm Sarg ihrer Kinder,
    liebe GOTTESMTTER, Deine Trauer schmerzfe nicht minder,
    stehe ihnen bei in ihrer Not,
    bitte für sie bei unserem GOTT.

    Wir, die wir fassungslos vor so vielen Särgen stehen,
    wollen für jeden Verstorbenen GOTTES Gnade erflehen,
    Wir bitten für sie all zugleich,
    Nimm sie auf in Dein ewiges Reich.

    Amen

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