Impuls zur Feier der Osternacht

Der Karsamstag ist der Tag zur Kontemplation des Paschageheimnisses des Leidens, des Todes und der Auferstehung des HERRN.

Kreuzkapelle Blieskastel 2013
Kreuzkapelle Blieskastel 2013

In diesem Geheimnis verwirklicht sich die ganze Geschichte des Heilswerkes. Zu dieser Kontemplation ruft uns die heutige Liturgie auf, in der ausgewählte Lesungen vorgetragen werden, die von den wichtigsten Etappen des wunderschönen Heilswerkes erzählen.
Die erste Lesung aus dem Buch Genesis 1, 1-2,2 erzählt uns vom Werk der Schöpfung, die GOTT erschuf und ansah: “GOTT sah alles an, was ER gemacht hatte: es war sehr gut.”(Gen 1, 31) Von GOTT können nur gute Dinge kommen. Aber als die Sünde so früh die Schöpfung zerstritt, hatte GOTT schon den neuen Plan, den SEIN SOHN GOTTES vollendete. Isaak, den Abraham aus Gehorsam gegenüber GOTTES Befehl aufopfern musste (Gen 22, 1-18), war SEINE prophetische Figur. Isaak war befreit vom Tod und CHRISTUS starb und erstand auf.
Ein anderes bedeutsames Ereignis ist der wunderschöne “Durchzug” des israelitischen Volkes durch das Rote Meer (Ex 14, 15-15,1) dank der Hilfe GOTTES. Dieser Durchzug ist das Symbol der Taufe, durch die der Gläubige von der Sklaverei der Sünde zur Freiheit und zum Leben der Kinder GOTTES “übergehen” kann.
Dann kommen wunderschöne prophetische Texte über die erlösende Barmherzigkeit GOTTES. Wegen der Untreue der Menschen will GOTT nicht aufhören, sie zu erlösen. GOTT ruft alle zu sich aus Liebe und Erbarmen trotz der Sünden der Menschen: “Nur für eine kleine Weile habe ICH dich verlassen, doch mit großem Erbarmen hole ICH dich heim. Einen Augenblick nur verbarg ICH vor dir MEIN Gesicht in aufwallendem Zorn; aber mit ewiger Huld habe ICH Erbarmen mit dir, spricht DEIN ERLÖSER, der HERR.”(Jes 54, 7-8)
Das ist ein Aufruf, an dieser Stunde der Barmherzigkeit GOTTES nicht vorbeizulaufen: “Sucht den HERRN, solange ER sich finden lässt, ruft IHN an, solange ER nahe ist. Der Ruchlose soll seinen Weg verlassen, der Frevler seine Pläne. Er kehre um zum HERRN, damit er Erbarmen hat mit ihm und zu unserem GOTT; denn ER ist groß im Verzeihen.” (Jes 55, 6-7) Wenn diese Wahrheit für das Volk Israels galt, ist sie auch für uns gegeben. Denn diese Barmherzigkeit GOTTES vollbrachte sich im Paschageheimnis. CHRISTUS ist unser PASCHA, das geopferte LAMM für die Erlösung der Welt. ER ruft uns, dass wir die Sünde verlassen und zum Haus des Vaters zurückkommen: “Geh deinen Weg im Glanz ihres Lichtes!…Glücklich sind wir, das Volk Israel; denn wir wissen, was GOTT gefällt.”(Ba 4, 2.4.)
Die Heilsgeschichte erreicht ihre Höchstform im Geheimnis CHRISTI. Sie wurde auch die Geschichte jedes Menschen durch die Taufe, die uns an dieses Geheimnis bindet. “Wir wurden mit IHM (CHRISTUS) begraben durch die Taufe auf den Tod; und wie CHRISTUS durch die Herrlichkeit des VATERS von den Toten auferweckt wurde, so sollen auch wir als neue Menschen leben.”(Röm 6,4) Das erklärt, warum die Erneuerung des Taufversprechens im Vigil der Osterfeier eine so wichtige Rolle spielt. Das Pascha zu feiern oder zu begehen bedeutet “Übergang” mit CHRISTUS vom Tod zum Leben: “Wenn wir nämlich IHM gleich geworden sind in SEINEM Tod, dann werden wir mit IHM auch in SEINER Auferstehung vereinigt sein.”(Röm 6,5)
Es geht nicht um einen schönen Ausdruck, sondern um eine unermessliche Wirklichkeit, die die Taufe vollbrachte. Oft vergessen wir das oder es ist uns nicht bewusst. Am Tod CHRISTI teilzunehmen bedeutet, den alten Menschen (den Menschen der Sünde) zu kreuzigen. Es bedeutet auch, mit CHRISTUS ein für allemal für die Sünde und jeden Tag für die Leidenschaften, Schwäche, Egoismus und Hochmut zu sterben.
Durch die Taufe zeigt sich das Volk GOTTES als das Volk, das durch ein “reines Wasser” gewaschen und gereinigt wurde, das Ezechiel in seiner Lesung (Ez 36,25-26) voraussagte. Das Volk wurde durch das Wasser gereinigt, das aus der Seite CHRISTI herausfloss. Dieses Volk bekommt von GOTT “ein neues Herz” und “einen neuen Geist” – also die wahren Paschagaben. Auf diese Weise ist jeder Gläubige bereit, das Halleluja zu singen und die Freude über die Auferstehung CHRISTI zu begehen.

Pater Mateusz

 

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