Instandsetzung der Glasfenster

 

Endlich ist es so weit. Die Innenrestaurierung der Kreuzkapelle beginnt mit der Instandsetzung der Glasfenster, wofür ein eigenes Konzept erstellt wurde.

Die Fenster werden herausgenommen und von Staub, Ruß und Schmutz gereinigt. Anschließend werden die vorhandenen Schäden (z.B. Fehlstellen, Sprünge, Bleibrüche, Verschmutzungen) behoben. Die einzelnen Segmente werden einige Zentimeter nach innen versetzt, um die Belüftung zu ermöglichen.  Diese präzisen Arbeiten werden einige Wochen in Anspruch nehmen.

Die farbenprächtigen Fenster der Kreuzkapelle, die aus der Zeit zwischen 1913 und 1938 stammen, zeigen die Kindheits- und Leidensgeschichte Jesu .

Das erste Fenster auf der linken Seite zeigt den greisen Simeon und die Prophetin Anna. Simeon hält das Jesuskind auf den Armen. Vor ihm kniet Maria, die Mutter Jesu, an deren Seite Josef, ihr Mann, steht. Beide betrachten das Kind inniglich. Über der Gruppe schwebt ein Engel und schaut auf das Kind herab. Wie unter jedem Fenster, so steht auch hier ein passendes Bibelzitat: „Auch deine Seele wird ein Schwert durchbohren. Luk 2,35“.

Das gegenüberliegende Fenster  veranschaulicht die Aufforderung des Engels an Josef: „Stehe auf, nimm das Kind und seine Mutter und fliehe nach Ägypten. Matth. 2,13“. Es zeigt Josef, der einen Esel neben sich herführt. Auf diesem sitzt Maria, die das Jesuskind in ihren Armen hält. Über ihnen schweben zwei Engel.

Auf dieses Bild folgt inhaltlich das Zweite auf der linken Seite: Jesus sitzt als Knabe im Tempel und spricht mit den Schriftgelehrten, die in dicken Büchern und Schriftrollen herumblättern. Am Rand stehen die erleichterten Eltern und die Frage der Mutter: „Kind, warum hast du uns das angetan? Siehe, dein Vater und ich, haben dich mit Schmerzen gesucht. Luk 2,48“

Die Kindheitsgeschichte wird ergänzt durch drei Darstellungen zur Leidensgeschichte, beginnend mit dem zweiten Fenster auf der rechten Seite. Jesus, mit der Dornenkrone gekrönt, trägt das schwere Kreuz, von einem römischen Soldaten bewacht. So begegnet ER seiner liebevollen Mutter: „Siehe Herr, wie ich geängstigt bin und voll von Bitterkeit. Klagel 1,20“.

Dieser Schmerz, den die Mutter zu ertragen hat, wird noch eindringlicher im rechten Fenster des Chorraumes verdeutlicht: „Ihr alle, die ihr vorübergeht, habt acht und schaut, ob´s einen Schmerz gibt wie den meinen! Klagel 1,12“ Jesus hängt am Kreuz und schaut auf seine schmerzerfüllte Mutter und den Lieblingsjünger Johannes herab. Zwei Engel schweben oben neben der großen Inschrift am Kreuz: „INRI“ – Jesus Nazaremus Rex Judaeorem = Jesus von Nazareth, König der Juden. Zwei am Boden liegende Totenschädel und Knochen versinn-bildlichen das Wort „Schädelstätte“.

Die letzte Szene auf dem linken Chorfenster zeigt Jesus nach dessen Abnahme vom Kreuz. ER wird, in Tücher gehüllt, in den Schoß seiner Mutter gelegt. Zugegen sind außerdem Joseph von Arimathäa, Nikodemus, sein Jünger Johannes sowie Maria Magdalena.         „Groß wie das Meer ist deine Wunde. Wer könnte nur dich heilen. Klagel 2,13“, steht unter diesem Bild geschrieben.

 

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