Erbauung

Kreuzkapelle

Erbauung der Kreuzkapelle

Als die Erbauer der Kreuzkapelle in Blieskastel werden die Brüder Carl Caspar und Damian Adolph, beide Freiherren von der Leyen, genannt. Baumeister der Kapelle war Johann Simon Rosinus, der im Jahre 1699 Amtmann des Landes und der Freiherrschaft Blieskastel war.

Das genaue Datum der Erbauung der Kapelle ist nicht bekannt. Sicher ist,dass sie in der Zeit zwischen 1675 und 1685 anzusetzen ist.

Da die Brüder Carl Caspar und Damian Adolph erst seit 1675 Herren von Blieskastel waren, kann der Bau der Kapelle frühestens zu diesem Zeitpunkt begonnen haben. Vermutlich fanden die Bauarbeiten in den Jahren 1682/1683 statt. Urkundlich wird die Kapelle erstmals in einem Stiftungsbuch aus dem Jahre 1685 erwähnt. Sie erfreute sich schon damals regen Zustroms.

Die Kapelle steht auf einer sehr gut gelegenen Anhöhe unweit des Stadtkerns und des Schlosses erbaut worden. Dieser Platz war gut ausgewählt.

Kreuzkapelle

Foto: P. Piotr

Die Kapelle sollte der Förderung der Religiosität, ganz besonders der intensiven Verehrung des hl. Kreuzes dienen. Zu diesem Zwecke musste ein Platz gefunden werden, der den späteren Anforderungen gerecht worden konnte und ideal zum Beten sein würde. Das Volk wurde schon von jeher vom Haine auf dem Berg angezogen, der bereits in heidnischer Zeit eine Gebets- und Opferstätte war.

Der zweite Grund für diesen Bauplatz ist wohl die Ruhe und Stille, die an diesem Ort herrschen. Ruhe und Einsamkeit sind notwendige Bedingungen für ein inständiges Gebet.

Zudem liegt die Kapelle auf einer Anhöhe, die an den Kalvarienberg erinnert.

Luftbild
Luftbild

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zur Zeit der Französischen Revolution wurde die Kreuzkapelle entweiht und eine Zeit lang geschlossen. Anschließend wurde sie mit einem Notaltar ausgestattet und wieder für den gottesdienstlichen Gebrauch hergerichtet.

Der Schmuck im Innenraum der Kapelle

„Die Ausschmückung der Decke dürfte kurz nach Erbauung der Kapelle erfolgt sein; damals, nach den Siegen der christlichen Heere über den Halbmond, war die Verehrung des hl. Kreuzes besonders ausgeprägt.“

Decke in der Gnadenkapelle

Foto: Archiv

Das Deckengemälde besteht aus sechs Einzelbildern. Auf blauem Untergrund, als Symbol des Himmels, sind einige Wolken gemalt. Aus einer großen, in der Mitte befindlichen Wolke ragt der Oberkörper des Gottvaters hervor. Es ist eine typische Darstellung: ein alter Mann, Falten auf der Stirn, mit grauen Haaren und einem dicken, langen, grauen Bart. Er trägt ein weißes Gewand und über den Schultern einen goldenen Schal. Mit ausgebreiteten Händen schaut er auf den Altar herab, auf welchem das Messopfer gefeiert wird. Hinter seinem Kopf ist ein goldenes Dreieck zu sehen.

Auf den IHN umgebenden Wolken sitzen Engel, die auf den Altar blicken und gleichzeitig auf diesen zeigen.

In der Mitte der Decke befindet sich , auf einer größeren Wolke stehend, das siegreiche Kreuz Christi. Es wird von zwei Engeln auf rotbraunem Untergrund gehalten.

Eingerahmt wird dieses Kreuzbild von vier Darstellungen, die reichlich mit Blumen und Schnörkeln ausgeschmückt sind.

Auf allen vier Bildern sind dickbackige Engel gemalt, welche die Werkzeuge der Peiniger Christi in ihren Händen halten: die Dornenkrone, die Geisel, ein Rohr, die Nägel für die Kreuzigung, der dem Gekreuzigten dargereichte Becher mit Essig, sowie die Lanze.

Der hell – rosane Untergrund ist bei allen vier Bildern gleich.

Decke in der Gnadenkapelle 4

Foto: P. Piotr

Außer der Decke ist von der ehemaligen Ausstattung der Kapelle nichts mehr vorhanden.