Kinder-Mai-Andacht im Kloster Blieskastel

Kirchliche Traditionen scheinen immer mehr verloren zu gehen. Was Generationen vor uns noch heilig war, ist heute oftmals in Vergessenheit geraten. Um diesem Negativtrend entgegen zu wirken, luden die Franziskaner Minoriten zum ersten Mal zur Kinder-Mai-Andacht ein. Insgesamt sechs Kinder im Alter zwischen zwei und zehn Jahren waren der Einladung gefolgt. Eltern, Verwandte und andere Gläubige füllten die Gnadenkapelle, so dass alle Sitzplätze belegt waren.

Um 17 Uhr kamen die Kinder, um gemeinsam mit ihren Eltern Blumen im Klostergarten zu pflücken. Gemeinsam mit mir gestalteten einige Mütter den Mai-Altar und die Blumensträuße für die Kinder. Die Zeit verging wie im Flug. Schon läuteten die Glocken und Pater Mateusz kam, um mit den Kindern die Mai-Andacht zu feiern. Noch schnell ein paar letzte Handgriffe – und der Kinder-Mai-Altar war fertig, getreu dem Motto auf dem Einladungsschreiben: Oh pflückt, oh pflückt ihr Kinder die Blumen von der Au und schmückt und schmückt die hohe, die königliche Frau.

Unsere „Größte“, Franziska, hatte sichtlich Freude daran, die Lesung vorzutragen. Obwohl in der Gnadenkapelle keine Mikrofone installiert sind, trug sie mit Bravour gemeinsam mit mir im Wechsel die Meditationstexte vor. Was hatte Maria nicht alles durchgemacht und erlebt. Nach jeder Station aus dem Leben Mariens wurde Maria mit einer Blume verglichen und je ein Kind durfte seinen Blumenstrauß zur Gottesmutter bringen, während die Gemeinde betete: „Mutter Gottes, du bist auch Mutter für uns!“
So kamen nacheinander: Rafael und Teresia, Rafaela, Rosalia, und die kleine Nele, gerade mal zwei Jahre alt. Zum Teil zweistimmig stimmte die Gemeinde in so bekannte Marienlieder wie „Gegrüßet seist du Königin“, „Maria breit den Mantel aus“ und „Segne du Maria“ ein, aber auch das „Magnificat“ wurde als Kanon aus dem neuen Gotteslob gesungen. Nachdem Pater Mateusz den Abschlusssegen erteilt hatte, kamen alle Kinder beim Schlusslied „Segne du Maria“ zum Marienaltar vor und erhielten ein brennendes Teelicht aus der Gnadenkapelle. Sie stellten ihre Lichter zu Füßen der Mutter-Gottes-Statue auf den Altar. „Licht“, „Licht“, sagte unsere kleine Nele, als sie ihr Kerzchen mit Mamas Hilfe abstellte.

Strahlende Kinderaugen und durchweg positive Reaktionen bei den Erwachsenen machen Mut, auch im nächsten Jahr wieder zur Kinder-Mai-Andacht ins Kloster einzuladen. Mir selbst hat das Vorbereiten viel Freude gemacht. Ich würde mich freuen, wenn im nächsten Jahr noch mehr Kinder zur Kinder-Mai-Andacht kämen.

 

Andrea Weinmann

Gersheim

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