Was bedeutet Fasten?

Fasten ist der freiwilliger Verzicht auf feste Nahrung und Genussmittel für eine begrenzte Zeit. Die Fähigkeit, von gespeicherter Nahrung zu leben, ist nicht nur bei Tieren, sondern
gleichermassen auch bei Menschen vorhanden. Entwickelt hat sie sich wohl in vorgeschichtlicher Zeit, als unsre Vorfahren noch Jäger und Sammler waren. Blieb die Nahrung aus, lebten sie von den körpereigenen Fettdepots, die sie sich in nahrungsreicher Zeit zugelegt hatten – eine Überlebensstrategie. Aber der Mensch kennt nicht nur das schicksalhafte Hungern, sondern auch das freiwillige Fasten. Otto Buchinger, der als der einflussreichste Fastenlehrer unserer Zeit bezeichnet werden kann, schrieb 1935: „Es ist so alt wie die Völker der Erde“.

Tatsächlich auch in den letzten 3000 Jahren fasteten die Menschen. Das wissen wir aus Bibel und anderen schriftlichen Quellen. Moses fastete, bevor er die Gesetze Gottes in Empfang nehmen konnte, und Jesus fastete vierzig Tage, um sich auf seine Mission vorzubereiten. Für Hippokrates war das Fasten in Gesunheitsfragen die erste Wahl, noch vor jeder Arznei: „Sei mäßig in allem, atme reine Luft, treibe täglich Hautpflege und Körperübung … und heile ein kleines Weh eher durch Fasten als durch Arznei.“ Für die Menschen von damals ging es nicht ums Überleben durch Fasten, sie suchten nach tiefere Spiritualität, nach der Begegnung mit dem Göttlichem. Dies führte schliesslich dazu, dass das Fasten in allen grossen Weltreligionen Eingang fand.

WAS GEWINNEN WIR DURCH FASTEN IM KLOSTER?

Fastenzeit – Wachstumszeit
Fasten hat außer der Gewichtsreduktion viele weitere positive Auswirkungen auf unseren Körper und Psyche. Hier sind ein paar gute Gründe, warum Fasten uns so guttut:
• bessere Konzentration und geistige Klarheit
• besser in Kontakt mit sich selbst sein: erhöhte Sensibilität für alles, was an Gefühlen und Gedanken in einem vorgeht.
• besser leben durch mehr innere Ruhe – Verlangsamung des Lebenstempos durch das Spüren und eingehen auf den eigenen Rhythmus – das Finden der persönliche Balance zwischen Aktivität und Ruhe
• sich selbst besser kennen lernen und neue Impulse für sein Leben finde
• aktiviert unser Immunsystem
• es weckt die eigenen Regenerationskräfte
• reguliert den Stoffwechsel
• saniert Magen und Darm von Grund auf
• ist ein guter Einstieg in eine dauerhafte Gewichtsreduktion
• entgiftet und entschlackt unsere Körper
• wirkt als Kosmetik von innen
• bewirkt einen Anti – Age Effekt

WER DARF FASTEN?

Die Klosterfastenkurse sind ein Angebot an Gesunde. Beachten Sie bitte auch die Ausschließungsgründe für das Klosterfasten im Folgenden. Die Teilnahme an den Kursen erfolgt freiwillig und in eigener Verantwortung der Teilnehmer. Die deutsche Ärztegesellschafft Heilfasten und Ernährung (ÄGHE) definiert das „Fasten für Gesunde“ wie folgt: „Gesund ist, wer sich wohl fühlt, voll funktionstüchtig ist und keine Medikamente braucht. Er/sie muss seelisch-geistig stabil und entscheidungsfähig sein. Essstörungen und Abhängigkeiten (z. B. Alkohol, Drogen) sind Kontraindikationen.

WER DARF NICHT FASTEN?

• wenn Sie an einer chronischen Krankheit leiden und regelmäßig Medikamente einnehmen müßen.
• wenn Sie an Gicht oder an einer entzündlichen Gelenkerkrankung leiden
• wenn Sie depressionskrank sind oder immer wieder zu depressiven Verstimmungen neigen
• wenn Sie gerade operiert wurden, nach einer Infektionskrankheit noch geschwächt sind oder an allgemeinen Erschöpfungszuständen leiden
• wenn Sie schwanger sind oder Ihr Kind noch stillen.
• wenn Sie alt und pflegebedürftig sind und Ihre körperlichen und geistigen Fähigkeiten bereits eingeschränkt sind
• wenn Sie untergewichtig sind, an Magersucht oder einer anderen psychogenen Essstörungen leiden(z.b Bulimie)