„Maria Lichtmess – Darstellung des Herrn“

In seiner Predigt am 12. Januar 2014 erwähnte Pater Mateusz, dass nun offiziell die Weihnachtszeit beendet sei. Im Kloster Blieskastel bleiben jedoch die Tannenbäume und die Krippe bis zu Maria Lichtmess, dem Fest der Darstellung des Herrn, am 2. Februar stehen.

Lichtmesse

 Das ließ mich aufhorchen. Wie kann es sein, so fragte ich mich, dass dasselbe Fest zwei so unterschiedliche Namen hat. „MARIA Lichtmess“ rückt – rein von der Namensgebung betrachtet – MARIA in den Mittelpunkt des Geschehens, beim „Fest der Darstellung des HERRN“ wird der Blickwinkel automatisch in Richtung JESUS verschoben. Wie also hängen diese beiden Feste zusammen. Und warum werden an diesem Tag die Kerzen geweiht?

 Grundsätzlich war mir klar: Das Fest: „Darstellung des HERRN“ bezieht sich auf das Gesetz des Moses, das vorschrieb, dass der erstgeborene Sohn einer Familie innerhalb einer bestimmten Frist in den Tempel gebracht und GOTT geweiht, also IHM dargestellt werden musste. Die Bibel schildert in dem Zusammenhang die Begegnung von Maria und Josef mit dem greisen Simeon und der Prophetin Hanna, die JESUS als den Erlöser der Welt preisen. In Lukas 2,29-3 heißt es: „ Nun lässt du, Herr, deinen Knecht, wie du gesagt hast, in Frieden scheiden. Denn meine Augen haben das Heil gesehen, das du vor allen Völkern bereitet hast, ein Licht, das die Heiden erleuchtet, und Herrlichkeit für dein Volk Israel.“ Und siehe da: Ein erster Hinweis auf das „Licht“.

Kerzesensegnung Lichtmess’ – so fand ich dann im Internet heraus – hat seinen Namen von den Kerzen, welche an diesem Tag für das ganze Jahr geweiht werden unter Hinweis auf den biblischen Bezug: in Anspielung auf die Worte des Simeon: „Ein Licht, zu erleuchten die Heiden”. Also war meine Schlussfolgerung richtig. Das Brauchtum hat sich in der Kirche aus diesem biblischen Bezug entwickelt.

 Aber, was ich nicht wusste: Das Fest hatte früher noch einen anderen Namen: Fest „Maria Reinigung.“ Erstaunt las ich, dass die Frau nach jüdischem Glauben nach der Geburt eines Sohnes 40 Tage lang als „unrein“ galt. Am 40. Tag musste sie sich einem Reinigungsritual unterziehen. Zwei Gründe, warum Maria und Josef an diesem Tag zum Tempel pilgerten: „Den Sohn GOTT zu weihen – und die MUTTER nach vorgeschriebenem Ritual zu reinigen.“

 In diesem Jahr werde ich MARIA Lichtmess, das Fest der Darstellung des HERRN, durch dieses Wissen bereichert, sicherlich viel bewusster begehen als in den Jahren zuvor.

 Andrea Weinmann

Gersheim

 

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