Minoriten OFMConv

Franziskaner-Minoriten

ofmconv                                                                                                         

  Bild: Wapen OFM Conv

Der Segen des hl. Franziskus und sein Vermächtnis

“Ich segne alle meine Brüder, die jetzt im Orden sind und die kommen werden bis zum Ende der Welt. Und da ich wegen meiner Schwäche und wegen der Schmerzen nicht viel sagen kann, will ich allen jetzigen und kommenden Brüdern in drei Sätzen kurz meine Absicht und mein Wollen klar machen: zum Zeichen meines Gedenkens und Segens und unseres Bundes, sollen sie sich immer lieben, wie ich sie geliebt habe und liebe. Immer sollen sie unserer Herrin Armut die Treue halten und sie lieben. Immer sollen sie den Prälaten und Klerikern der heiligen Mutter Kirche ergeben und zu dienen bereit sein.”

(Siena Test).

           Lebensform

Die Regel oder Lebensform der Minderbrüder, die von Honorius III bestätigt und von anderen Päpsten näher erklärt wurde, ist das Grundgesetz des ganzen Ordens. Darum sollen sich die Brüder in sie vertiefen und sich nach ihr ausrichten.

Den Brüdern ist es ein Anliegen, die Regel, die Konstitutionen und Statuten, wie es auch die Verpflichtung erfordert, die in der Ordensprofess eingegangen wurde, vorwiegend aus Liebe zur evangelischen Vollkommenheit im Geist des Ordens zu beobachten.

Der Orden der Minoriten oder Franziskaner-Minoriten ist ein Orden, der vom heiligen Franz von Assisi unter dem Namen „Minderbrüder“ gegründet wurde. Zu diesem Namen kam gewissermaßen schon in den Anfängen die Bezeichnung „Konventualen“ (welche im Konvent Sitz und Stimme haben) hinzu. Die Angehörigen des Ordens werden  „Minderbrüder –Konventualen“ genannt.

Der Name „Minderbrüder“ geht auf den heiligen Franziskus selbst zurück. Er sollte die Brüder stets daran erinnern, dass sie bei Christus selbst in die Schule gegangen sind, um Demut zu erlernen. (Hl. Bonaventura, Legenda maior VI, 5).

Unser Orden ist seit seiner Gründung nach dem Willen des heiligen Vaters Franziskus eine wirkliche Bruderschaft, d.h. die Ordensangehörigen leben wie Brüder in einer einzigen „Familie“. Alle haben entsprechend ihrer persönlichen Befähigung Anteil am Leben und Wirken der Gemeinschaft. Für alle gelten die  gleichen Rechte und Pflichten; für die geweihten Brüder kommen die Pflichten hinzu, die sich aus ihrer heiligen Weihe ergeben.  Aufgrund der Mitgliedschaft letzterer zählt die Kirche unseren Orden zu den klerikalen Instituten.

Unsere Brüder sind in einer eigens so bezeichneten Konventsbruderschaft zusammengefasst. Diese dient der Förderung einer größeren Frömmigkeit, eines geordneteren Lebens, eines schöneren Stundengebetes sowie einer besseren Ausbildung der Kandidaten (vgl. HI. Bonaventura, Opusc. XIII, in: Opera omnia, Quaracchi 1898, VIII, 367). Genauso wie das Theologiestudium und andere Apostolatswerke stehen ihre Aufgaben im Dienste der Kirche Gottes. Die Brüder sollen dazu beitragen, dass  sich das Reich Christi unter der besonderen Führung der unbefleckten Jungfrau Maria (Immaculata) auf dem ganzen Erdenrund ausbreite.

Das kontemplative Leben im Orden ist aufs Innigste mit dem apostolischen Leben verbunden, wobei das Apostolat  von den Ordenspriestern in Zusammenarbeit mit den Ordensbrüdern ausgeübt wird.

Ziel ist es, zum Heil der ganzen Herde des Herrn beizutragen; so ist der gesamte Orden, sowie jeder  einzelne der Brüder direkt dem Papst unterstellt.

Das Grundgesetz des gesamten Ordens ist die Regel oder „Lebensform der Minderbrüder“, die der heilige Franziskus selbst geschrieben hat. Sie wurde von Papst Honorius III bestätigt und von anderen Päpsten näher erläutert. Den Brüdern ist aufgegeben, sich darin zu vertiefen und sich nach ihr auszurichten.

Des Weiteren soll es ihr Anliegen sein, die Regel, die Konstitutionen und Statuten vorwiegend aus Liebe zur evangelischen Vollkommenheit im Geist des Ordens zu beobachten, wie es die Verpflichtung erfordert, die sie mit der Ordensprofess eingehen.

Dieses Gelübde, durch das die Brüder ihr Leben der Beobachtung des Evangeliums weihen, wird nicht nur auf dem üblichen Weg, der der Heiligkeit dient, verwirklicht, sondern in ganz besonderem Maße durch das öffentliche Band der Gelübde des Gehorsams, der Armut und der Keuschheit, wodurch sich jeder einzelne Gott selbst weiht und dies durch den Dienst der Kirche verwirklicht. Hinzu kommt noch der Vollzug des Lebens in der Gemeinschaft, die Einhaltung der Ordensregel und der Konstitutionen im Geist des franziskanischen Ordens. Erst durch die Profess der feierlichen Gelübde werden die Brüder endgültig dem Orden eingegliedert.

Der franziskanische Geist ist, wie schon erwähnt, vor allem durch die Nachfolge des Heiligen Franziskus geprägt, der in einer ungewöhnlich engen Beziehung zu Gott lebte. Dies versuchen auch die Brüder unseres Ordens zu verwirklichen:

  •  Sie erwählen Gott mit ungeteilter Liebe als ihr höchstes Gut, weil es dessen Heilsplan entspricht, alles in Christus zu erneuern.
  •  Sie streben danach, Christus gleichförmig zu werden, da ER als Haupt der Kirche die Quelle aller Gnade ist. Die Brüder suchen, Jesu Heilsgeheimnisse im eigenen Leben in enger Verbindung mit der unbefleckten Gottesmutter Maria und der gesamten Kirche nachzuvollziehen.
  •  Sie trachten danach, den Frieden Christi in der Welt, den Aufbau seiner Königsherrschaft, sowie die Ausbreitung der brüderlichen Liebe unter allen Menschen durch vorbehaltlose Liebe zu allen Menschen  zu verwirklichen.
  •  Ihr ganzes Leben ist von Armut, Demut, Einfachheit und der Freude des Herzens geprägt, mit dem Ziel, dem Herrn zu dienen und dabei gleichzeitig in der Welt zu leben.

Sichtbare Zeichen dieses  franziskanischen Lebens ist die Profess der Gelübde des Gehorsams,   der Armut und der Keuschheit,

  •  durch die sich die Brüder Gott in besonderer Weise unmittelbar und vollständig weihen;
  •  durch deren Verwirklichung sie ihre Lebensart derjenigen gleichförmig machen, die Christus, der Herr, für sich selbst gewählt hat und womit sie sich in besonderer Weise der Kirche und ihrer Heilssendung verbinden.
  •  Dieses Gelübde bringt zudem die Taufhingabe voller zum Ausdruck, es weckt den Eifer der Liebe und ermöglicht es den Brüdern, in ihrem Leben Fortschritte als Pilger und Büßer zu machen, indem sie freiwillig auf die Güter verzichten, die anderorts so hoch geschätzt werden.

Der Orden umfasst heute ca. 4500 Mitglieder in vielen Ländern. Er ist in Provinzen unterteilt, denen die Brüder zugeordnet sind. Diese bestehen aus Klöstern, d.h. Gemeinschaften, denen die Brüder als Mitglieder einer Familie angehören. Ähnlich wie die Provinzen sind die General- und Provinzkustodien nach Maßgabe der Konstitutionen strukturiert.