Franz von Assisi

Der heilige Franziskus von Assisi

Er lebte 44 Jahre, von Winter 1181/82 bis zu seiner Beerdigung am Samstag, dem 3. Oktober 1226.

Chronologie seines Lebens

Eltern des hl. FranziskusBild: P. Piotr

1181 / 1182
wurde der Sohn des Peter Bernardone in Assisi geboren; bei der Taufe erhielt er den Namen Johannes. Sein Vater, der,  aufgrund einer Geschäftreise in Frankreich, bei dieser Feier nicht anwesend war, nannte das Kind nach seiner Rückkehr Franziskus.

1193 / 1194
wurde Klara als Tochter des Adligen Favarone di Offreduccio di Bernadino und der Ortolana Fiumi geboren.

1199 – 1200
Nach dem Tod des Staufers Heinrichs VI (1197) stürmte das Volk von Assisi die herrenlose Burg, und belagerte die befestigten Häuser der Reichen, die zahlreich nach Perugia flohen.

1202 – 1203
Im Städtekrieg zwischen Perugia und Assisi unterlag Assisi im Kampf von Collestrada am Tiber. Franziskus wurde gefangen genommen und nach Perugia verschleppt, wo er nach einem Jahr, schwer gesundheitlich angeschlagen, aus dem Gefängnis entlassen.

1204
Nach langer Krankheit kam Franziskus wieder zu Kräften und Gesundheit.  Zu dieser Zeit begann seine innere Wandlung.

1205
folgte Franziskus dem Aufruf des Papstes und  schloss sich dem Kreuzzug an. In Spoleto hatte er eine geheimnisvolle Vision; dieser Eingebung  gehorchend, kehrte er nach Assisi zurück.

Es begann seine innere „Bekehrung”:

  •  Eine Begegnung mit einem Aussätzigen lies ihn die Nähe Gottes im Nächsten erfahren.
  •  Er kam immer mehr zu einem intensiven Gebetsleben.
  •  Bei einem Gebet vor dem Kruzifix in der Kirche von San Damiano hörte er die Worte: „Franziskus, geh hin und stell meine Kirche wieder her, die, wie du siehst, ganz verfallen ist!“
  •  Eine Pilgerfahrt nach Rom lehrte ihn erste Erfahrungen von Armut.

1206 – 1208
kam Franziskus in Konflikt mit seinem Vater. In Anwesenheit des Bischofs von Assisi verzichtete Franz auf den Familienbesitz.

Als  Einsiedler gekleidet reparierte er zunächst in der Umgebung von Assisi die Kirchen San Damiano, St. Peter und die Kirche der seligen Jungfrau Maria von den Engeln – Portiuncula.

Anschließend ging er nach Gubbio, um den Leprakranken zu dienen.

1208
kehrte Franziskus mit seinen ersten Gefährten Bernard von Quintavalle und Peter Cattanio nach Assisi zurück. Am Fest des hl. Mathias hörten sie, in der nach diesem Heiligen benannten Kirche, das Tagesevangelium. Jesus fordert darin seine Jünger auf, ohne ein zweites Hemd und ohne jegliches Gut in die Welt zu ziehen, um das Evangelium zu verkünden. Dieser Bibeltext wurde ihnen zur Lebensregel.

Franziskus  zog ein Bußgewand an, tauschte den ledernen Gürtel gegen ein gewöhnliches Seil und begann die ersten apostolischen Reisen.

Schon im nächsten Frühling stieg die Zahl der Brüder auf zwölf.

1209
zog  Franziskus, begleitet von elf Brüdern, zum Papst Innozenz III, um seine Gemeinschaft anerkennen zu lassen. Der heilige Vater  segnete  die Lebensregel „nach der Form des heiligen Evangeliums”, die Franziskus „in wenigen Worten“ geschrieben hatte ; gleichzeitig gab er ihm damit die Erlaubnis, „überall Buße zu predigen.“

1209 – 1210
Nach Franziskus Rückkehr aus Rom lebten die Brüder in Hütten in Rivo Torto. Gezwungen, diesen Ort zu verlassen, übersiedelten sie in die Nähe der kleinen Kirche, die der heiligen Mutter Gottes von den Engeln (Portiuncula) gewidmet ist. Die Benediktiner aus Subasio hatte diese zuvor der Obhut der Brüder anvertraut.

(ca.) 1212
nahm Franziskus Klara in eine der Buße geweihten Lebensform auf. Auch ihre Aufgaben schrieb der Heilige in Form einer Regel nieder.
Klara schloss sich bald ihre Schwester Agnes an: dies ist der Beginn des Zweiten Franziskanischen Ordens.

1212 – 1215
Franziskus versuchte vermutlich 1211 erfolglos Syrien zu erreichen, in den Jahren zwischen 1213 und 1215 reiste er in Richtung  Marokko.

Im Jahr 1213 erhielt Franziskus von Orlando Catani , dem Grafen von Chiusi, den Berg Alverna (La Verna), auf dem er eine Einsiedelei gründete.

1215
fand das, für die Reform der Kirche wichtige Vierte Laterankonzil statt, bei dem Franziskus Dominikus traf. Das Konzil verbot die neuen Ordensregeln. Da die kirchlichen Amtsträger in sehr gutsituierten Verhältnissen lebten, lehnten sie die radikale Armut ab, die Franziskus in seinem Leben verwirklichte und die er im Leben Jesu grundgelegt sah.

Gleichzeitig Klara erreichte mit einem Armutsprivileg die Anerkennung ihrer Gemeinschaft.
(es war damals für Frauen noch schwieriger als für Männer, einen solchen weg zu gehen. Die Frauen sollten eigentlich unter dem Schutz von Männern leben)

1216
Am 16. Juli starb Papst Innozenz III. in Perugia. Honorius III wurde als neuer Papst gewählt.

Auf Franziskus Wunsch hin bestätigte der Papst den „Portiuncula Ablass“ (am 2. August).

1217
Im Mai fand das erste Generalkapitel (das Pfingstkapitel) statt, in Folge dessen die ersten  zwölf Provinzen (Jurisdiktionen) entstanden und die Mission jenseits der Alpen und des Mittelmeeres beschlossen wurde.

1219
beschloss das Pfingstfestkapitel die Brüder nach Deutschland, Frankreich, Ungarn, Spanien und Marokko zu entsenden.
Franziskus reiste im Juni mit Gefährten auf dem Seeweg ins Nildelta, wo die Kreuzritter bei der Festungsstadt Damiette das Kernland bedrohten. Er verbrachte mehrere Tage im ägyptischen Lager und sprach mit dem Sultan Melek-el-Kamel.

1220
Im Januar dieses Jahres wurden fünf Minderbrüdern in Marokko ermordet; sie wurden damit die ersten Märtyrer.
Papst Honorius III ernannte Kardinal Ugolino zum  Protektor des Ordens und verpflichtete alle Kandidaten für den Orden zu einem einjährigen Noviziat.

Franziskus verzichtete auf die direkte Verwaltung des Ordens und übergab dieses Amt an seinen Mitbruder Pietro Cattani (bis zu 10. März 1221). Nach diesem wurde das Amt durch Bruder Elia Buonbarrone ausgeübt.

Die Ordensversammlung entwarft ein friedliches Regelkapitel für Missionare: Dies ist das erste Missionsstatut eines Ordens überhaupt.

1221
schrieb Franziskus die sogenannte nicht bullierte Regel , die der Papst mündlich billigte,  die er allerdings nicht durch ein Edikt bestätigte.
Es entstand der Orden der Büßer (später als Franziskaner Tertiaries bezeichnet).

27 Minderbrüder wurden für die zweite  Deutschland – Mission ausgewählt.

1223
Am Anfang dieses Jahres bearbeitet Franziskus in Fonte Colombo den endgültigen Text der genehmigten Regel. Papst Honorius III. bestätigte ihre Gültigkeit für die Minderbrüder  am 29. November mit der Bulle „Solet annuere“.
In der Nacht der Geburt Christi wurde die Eucharistie in der Grotte von Greccio als „lebendiger Weihnachtskrippe“ gefeiert.

1224
befand Franziskus sich in La Verna, um ein vierzigtätiges Fasten vor dem  Fest des heiligen Michael zu halten.

Am 17. September empfing er dort die Wundmale Christi, nachdem er den Herrn mehrfach angefleht hatte, die Passion an seinem eigenen Leibe miterleben zu dürfen.

Obwohl Franziskus durch die Wundmale und durch das sich ständig verschlechternde Augenleiden in seinen Möglichkeiten stark eingeschränkt war, zog er nach Weihnachten predigend durch Umbrien und die Mark Ancona.

1225
Im Frühling unterzog sich Franziskus im  Rietital  einer erfolglosen Augenoperation. Fast blind, kehrte er in sein geliebtes San Damiano zurück, um sich von den Schwestern pflegen zu lassen.

Hier, komponierte er auf dem Höhepunkt seines großen Leidensweges den „Sonnengesang“, das Lob auf Gott und seine Schöpfung.

1226
schrieb Franziskus in der Zelle seiner Einsiedelei, in der Nähe von Cortona, sein Testament. Im September kehrte er von dort in das Bischofshaus von Assisi zurück. Ende des Monats lies er sich zur Portiuncula tragen.

Kurz vor seinem Tod schrieb er sein Testament für die heilige Klara und die Schwestern von San Damiano.
Am Samstag, dem 3. Oktober starb Franziskus in Portiuncula. Am nächsten Tag wurde sein Körper vorübergehend  in Assisi, in der Kirche San Geiorgio beigesetzt (heute befindet sich an diesem Standort die Basilika von St. Klara). Er war 44 Jahre.

1228
Am 16. Juli sprach Gregor IX. Franziskus in Assisi heilig.  Die  Heiligsprechungsbulle „Mira circa nos“ wurde am 19. Juli veröffentlicht.

Franz von Assisi

In Subiaco wurde das älteste Fresko des Franziskus gemalt.

1230
erfolgte die feierliche Überführung des Leichnams des Heiligen  Franziskus in die neue Basilika von St. Franziskus (Sacro Convento), die zu seinen Ehren errichtet wurde.