Pater Johannes Goth OFM Cap im Alter von 90 Jahren gestorben

pater-johannes-goth -ofmcap„Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein;

wenn es aber stirbt bringt es reiche Frucht.“

(Magnificat Antiphon zum 5. Fastensonntag)

Am Vorabendes des fünften Fastensonntags verstarb in Münster unser Mitbruder P. Johannes Maria Goth

Am 2. Mai 1923 wurde Joseph Goth in Eichstätt geboren und wuchs in sehr einfachen Verhältnissen auf. Früh lernte er die Kapuziner kennen, weil sein Elternhaus direkt an den Garten des Kapuzinerklosters grenzte. So erwachte in ihm selbst der Wunsch selbst Kapuziner zu werden. In Eichstätt besuchte das bischöfliche Gymnasium und wurde noch vor dem Abitur 1941 von der Schulbank weg zum Arbeitsdienst und dann zum Militär eingezogen. Fast zehn Jahre hat es dann gedauert bis er nach den Schrecken des Krieges und

der russischen Gefangenschaft in seine Heimat zurückkehren durfte.

Den Wunsch Kapuziner zu werden hat er in all den Jahren im Herzen bewahrt und trat am 24. März 1950 in das Noviziat der Kapuziner in Laufen ein und erhielt den Ordensnamen Johannes. Ein Jahr später legte er dort die einfache Profess ab und kam in seine Heimatstadt

Eichstätt, um dort Philosophie und Theologie zu studieren. Am 25. März 1954 band er sich durch die ewige Profess ganz an den Orden und wurde am 26. März 1955 in Eichstätt von Bischof Josef Schöffer zum Priester geweiht.

Nach seiner Priesterweihe begann er seinen Dienst als  Wallfahrtsseelsorger in Blieskastel.

1957 wurde er Seminarpräfekt in St. Ingbert. Von 1959 bis 1964 wirkte er als Kaplan in der Pfarrei St. Anton in Kempten und danach als Wallfahrtseelsorger in Lohr und Maria Buchen.

1965 wurde er Pfarrer der neu gegründeten Gemeinde St. Marien in Coburg. Mit großem Einsatz und tiefer Verbundenheit mit den Menschen baute er dort die Gemeinde auf und konnte Kloster und Kindergarten errichten. Viele Coburger blieben ihm sein Leben lang tief verbunden, selbst als er nach fast zwanzig Jahren von Coburg nach Blieskastel umzog. Dort leitete er als Guardian Kloster und Wallfahrt.

Im Jahr 1992 kam er nach Würzburg, um dort als Wallfahrtsseelsorger zu wirken oder wie er es selber oft ausdrückte: „um hier zu sterben“. Gott hatte andere Pläne mit ihm. Pater Johannes erholte sich von der schweren Krebserkrankung, die ihn jedoch für den Rest seines Lebens einschränken sollte. Am Käppele konnte er noch lange Jahre den Menschen als Seelsorger zur Seite stehen. Im Amt des Pförtners begegnete er vielen Menschen, die mit ihren Nöten und Sorgen zu ihm kamen in ihn einen liebevollen und geduldigen Zuhörer fanden. Für seinen segensreichen Dienst am Käppele überreichte ihm bei seinem 60. Ordensjubiläum in Jahre 2010 Bischof Friedhelm Hoffmann die Liborius Wagner Medaille, die Ehrenmedaille der Diözese Würzburg.

Bis ins hohe Alter hinein war Pater Johannes geistig rege und immer auch offen für neue Ideen. Mit fast achtzig Jahren lernte er das Kochen, um die Brüder bei Abwesenheit der Köchin zu versorgen, mit fünfundachtzig den Umgang mit dem Computer um damit seine Briefe zu schreiben und mit seinen Freunden und Bekannten per E‐Mail in Kontakt zu bleiben.

Im Jahre 2012 verschlechterte sich sein Gesundheitszustand, so dass er auf die Pflegestation unseres Klosters in Münster umziehen musste. Er lebte sich hier sehr schnell ein und erfreute durch sein freundliches liebevolles Wesen die Mitbrüder und auch die Pflegekräfte im Haus. Die zunehmende körperliche Gebrechlichkeit ertrug er ohne zu klagen und hatte immer ein Wort des Dankes für alle die ihm halfen. In den letzten Wochen wurde er immer schwächer und war sich des  nahenden Todes bewusst. Er ordnete noch einmal seine Papiere und Dokumente, um auch äußerlich gut abzuschließen. Am  Donnerstagabend empfing er im Kreise der Mitbrüder die Krankensalbung. Am Samstag nach dem Gebet der Vesper durfte er

sein erfülltes Leben als Kapuziner in die Hände seines Schöpfers zurücklegen.

Gott vergelte ihm seinen brüderlichen Dienst als Kapuziner und sein seelsorgliches Wirken als Priester und nehme in auf in seinen ewigen Frieden.

 

Die Kapuziner in Münster

 

Die Totenliturgie mit anschließender Beisetzung auf dem Friedhof des Kapuzinerklosters in Münster feiern wir am Freitag, dem 11. April 2014, um 14:00 Uhr.

 

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