Transitus

Ganz anders als in den vergangenen Jahren begingen die Franziskaner Minoriten in diesem Jahr Transitus – den Übergang des heiligen Franziskus vom diesseitigen ins jenseitige Leben. Bei kühlem, aber freundlichem Herbstwetter versammelten sich rund 20 Gläubige bei der Statue des Heiligen Franziskus nahe dem Friedhof. Andächtig vernahmen sie dort die Schilderung des heiligen Thomas von Celano, der vor knapp 800 Jahren einen Bericht über die letzten Stunden des Heiligen Franz von Assisi verfasst hat. So endete sein irdisches Leben auf dem kalten Boden liegend mit über der Brust gekreuzten Armen.

Entgegen der sonst üblichen Handhabung, dieses besondere Gedächtnis in der Wallfahrtskirche zu begehen, zog man in diesem Jahr in einer gemeinsamen Prozession in die Gnadenkapelle ein. Eine angenehme, fast schon familiäre Atmosphäre prägte die von Pater Mateusz zelebrierte Andacht. In seiner ergreifenden Predigt brachte er den Gläubigen das Wesen des heiligen Franziskus näher.

Er erläuterte, dass der Heilige Franz von Assisi ein Mann des Friedens gewesen sei. Seine von Brüderlichkeit und Achtung geprägte Friedensmission trage bis in die heutige Zeit Früchte in Form der Gebetstreffen in Assisi. Der Heilige Franziskus eiferte dem „armen JESUS“ nach. Er habe sich von GOTT ins Herz treffen lassen. Er verlor nie den Blick für die Güte GOTTES und vermochte in allem, was ihm widerfuhr, einen Schimmer eben dieser Güte zu erkennen. Sogar zum sogenannten Feind fühlte Franziskus sich hingezogen. Er lebte das Motto: „Einen Menschen lieben, heißt ihn so zu sehen, wie GOTT ihn gemacht hat.“

Nach dem Segen, stimmte Pater Mateusz den „Sonnengesang“ an, den er auf seiner Gitarre musikalisch begleitete. Franziskus lobt und dankt darin GOTT als Schöpfer des Alls, der Erde und der Natur samt aller Geschöpfe. Er endet mit einer Strophe über die „Schwester leiblicher Tod“. Vielleicht sollten wir an dieser Stelle den Heiligen selbst sprechen lassen:

Gelobt seist du, mein Herr,
durch unsere Schwester, den leiblichen Tod;
ihm kann kein Mensch lebend entrinnen.
Wehe jenen, die in tödlicher Sünde sterben.
Selig jene, die er findet in deinem heiligsten Willen,
denn der zweite Tod wird ihnen kein Leid antun.

Andrea Weinmann
Gersheim

 

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