Transitus

Transitus – Zum Gedenken an die Sterbestunde des heiligen Franziskus

Es war am dritten Oktober des Jahres 1226, als der Heilige Franziskus von Assisi sein Leben in die Hand GOTTES zurückgab. In jedem Jahr begehen die Franziskaner weltweit die Sterbestunde ihres Ordensgründers. So luden auch die Franziskaner Minoriten Blieskastel wieder zu dieser besonderen Gedenkfeier ein.

 

Wandbild an der Transituskapelle

Die Wallfahrtskirche war erfüllt von einer andächtigen Stille, als die Gedenkstunde begann. Pater Piotr war der Hauptzelebrant des Wortgottesdienstes. Pater Rafael, Pater Józef und Diakon Vogelgesang trugen abwechselnd den Bericht über die letzten Stunden des Heiligen Franziskus von Assisi vor.

Nackt auf dem Boden liegend erhob er sein Antlitz zum Himmel. Er spendete seinen Brüdern Trost und verabschiedete sich von jedem einzelnen. Er feierte das Abendmahl mit seinen Brüdern wie JESUS es getan hatte. Als er merkte, dass seine letzte Stunde angebrochen war, bat er seine Brüder, man möge ihm das Evangelium der Fußwaschung vorlesen. Getreu der Schilderung des Thomas von Celano wurde nun eben dieses Evangelium vorgetragen. Ergriffen predigte Pater Piotr anschließend über den Heiligen Franziskus.

Er erwähnte die Begegnung des heiligen Franziskus mit dem Aussätzigen. Franziskus erkennt, dass ihm in diesem Armen JESUS selbst begegnet war, eine Erkenntnis, die sein Leben radikal verändert. Er lernt den armen JESUS lieben, er will den armen JESUS heiraten. So sind die Liebe zu den Armen und die Nachahmung des armen Christus zwei Seiten derselben Medaille. In der letzten Strophe des „Sonnengesangs“ besingt der Heilige die Schwester Tod. Franziskus stirbt mit einem Loblied auf den Lippen, weil er weiß, dass er ins Leben geht. Pater Mateusz spielte die Orgel und begleitete die Gemeinde zum Sonnengesang des heiligen Franziskus.

Ein Schauer der Ergriffenheit überkam mich, als die Kirche verdunkelt wurde und die Totenglocke erklang. Jetzt – so dachte ich – ist der heilige Diener GOTTES durch die Pforte des Todes hinüber gegangen ins ewige Leben, heim zu seinem armen JESUS, den er so sehr geliebt hat.

Im Anschluss lud Pater Piotr die Gläubigen zur Lichterprozession zum Klosterfriedhof ein, wo der Wortgottesdienst beendet wurde. Pater Józef trug zu Ehren des heiligen Franziskus ein Gebet vor: Außenseiter, Arme und Entrechtete möchte ich treffen – und so letztendlich in der Nachfolge des Heiligen stehen.

Transitus des heiligen Franziskus, eine Gedenkfeier, die Anlass zur Rückbesinnung auf die tiefsten christlichen Werte gab. Denn das wollte der heilige Franziskus: Seinem HERRN und HEILAND nachfolgen mit allen Konsequenzen, ohne Rücksicht auf seine eigene Person, GOTT in den Armen, Kranken, Schwachen, Mutlosen und Hilflosen dienen und IHM so die Ehre erweisen.

Sind wir nicht alle zu dieser Nachfolge berufen?

Andrea Weinmann

(Gersheim)

 

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