Impuls zum Gründonnerstag

Die Feierlichkeiten des Pascha-Geheimnisses bilden die Mitte des Heilswerkes CHRISTI.

Das letzte Abendmal von Raffaelli

Sie beginnen mit der abendlichen Messe am Gründonnerstag, die uns an das letzte Abendmahl erinnert. Alle Schriftlesungen betreffen das Thema des Pascha-Abends.
Das Buch Exodus (12, 1-8; 11-14) erzählt von der Einsetzung des ersten Paschas. GOTT befahl den Juden, in jeder Familie “ein fehlerfreies, männliches, einjähriges Lamm” zu schlachten. Mit seinem Blut sollten sie die Türpfosten des Hauses bestreichen, um die Erstgeborenen bei Mensch und Vieh vom Tod zu retten. Dann aßen sie das Lamm. In derselben Nacht begannen die Israeliten den Siegeszug ins Gelobte Land.
Diesen Ritus sollten sie jedes Jahr zur Erinnerung an den Auszug aus Ägypten wiederholen. “Es ist die Paschafeier für den HERRN” (Ex 12,11). Sie erinnert an den “Übergang” Israels – von der ägyptischen Sklaverei zu seiner Befreiung.
JESUS wählte die Feier des jüdischen Paschas, um das neue Pascha einzusetzen, in dem ER das wahre MAKELLOSE UNSCHULDIGE LAMM ist, das für die Erlösung der Welt geopfert wurde. Als ER mit SEINEN Jüngern am Tisch saß, führte ER den neuen Ritus ein.
In der zweiten Lesung (1 Kor 11, 23-26) schreibt Paulus: “JESUS, der HERR, nahm in der Nacht, in der ER ausgeliefert wurde, Brot, sprach das Dankgebet, brach das Brot und sagte: Das ist MEIN Leib für euch…Ebenso nahm ER nach dem Mahl den Kelch und sprach: Dieser Kelch ist der Neue Bund in MEINEM Blut.” Das Brot wurde wunderbar in den Leib CHRISTI verwandelt. Im Kelch war kein Wein mehr, sondern das Blut CHRISTI. Beides kündigt den Tod unseres HERRN an, denn ER opferte für uns SEIN ganzes Blut.
Heute sind sie das lebendige Gedächtnis. “Tut dies zu MEINEM Gedächtnis!” In diesem Licht zeigt Paulus die Eucharistie, wenn er schreibt: “Denn sooft ihr von diesem Brot esst und aus dem Kelch trinkt, verkündet ihr den Tod des HERRN.” Die Eucharistie ist das lebendige Brot, das den Menschen das ewige Leben gibt (Joh 6,51). Sie ist das Gedächtnis des Todes CHRISTI, in dem SEIN Leib für uns hingegeben und SEIN Blut vergossen wurde – zur Vergebung unserer Sünden.(Lk 22,19; Mt 26,28).
Die Menschen wurden genährt mit dem Leib CHRISTI, gereinigt und abgewaschen in SEINEM Blut. Sie können ihre Mühe der irdischen Pilgerschaft ertragen und übergehen von der Gefangenschaft der Sünde zur Freiheit der Kinder GOTTES, durch die Wüste ins Gelobte Land: zum Haus des VATERS.

“Nehmet und esset alle davon: Das ist MEIN Leib…Nehmet und trinket alle daraus: Das ist der Kelch.. MEIN Blut…”(Messbuch). Die heutige Liturgie fordert die Gläubigen, deren Glaube schwach ist, auf, dass sie darüber hinwegkommen. Sie sollen tiefer und mit Liebe auf die unvorstellbare Wirklichkeit dieses Geheimnisses blicken. Es vollzog sich zum ersten Mal im Abendmahlssaal unter den erstaunten Aposteln und erneuert sich heute mit derselben Wirksamkeit auf dem Altar. Es ist immer derselbe HERR JESUS in der Person des Sakramentsverwalters (IN PERSONA CHRISTI), der die Konsekration (die Wandlung) durchführt. Besonders heute, am Gedenken der Einsetzung der Eucharistie und des Vigils (Vorabend) des Todes CHRISTI, ist dieser Akt ergreifend.
“Da Er die Seinen, die in der Welt waren, liebte, erwies ER ihnen SEINE Liebe bis zur Vollendung.”(Joh 13,1-15), so beginnt die Erzählung des Evangelisten Johannes vom Letzten Abendmahl . Die unendliche Liebe JESU “bis zur Vollendung”, bis zum Tod, – stehen im krassen Gegensatz zum Verrat des Menschen, zu seinem Verleugnen und seiner Verlassenheit. Die Eucharistie ist die Antwort des HERRN auf den Verrat SEINER Geschöpfe.
Unser HERR wartete ungeduldig auf die schwachen, treulosen Menschen, um sie zu erlösen. Deswegen kündigte ER SEINEN Tod mystisch an, indem ER ihnen SEINEN Leib, den ER am Kreuz opferte, und SEIN Blut, das ER bis zum letzten Tropfen vergoss, schon am Vorabend SEINES Todes gab. Die Eucharistie verewigt SEINE lebendige wahre Gegenwart bis zur Ewigkeit.
JESUS hinterließ der Kirche im Sakrament der Liebe das Testament der Liebe, nämlich SEIN neues Gebot. Die Zwölf sahen JESUS, ihren MEISTER, kniend vor sich als DIENER, der das Wasser in den Schüssel goss und die Füße SEINER Jünger wusch. Diese Szene endet mit der Mahnung: “Wenn nun ICH ,der HERR und MEISTER, euch die Füße gewaschen habe, dann müsst auch ihr einander die Füße waschen.”(Joh 13, 14).
Es geht nicht um die Nachahmung der äußerlichen Tat, sondern um die ehrliche Demut in gegenseitigen Beziehungen. Die Jünger sollten sich wie Diener verhalten. Nur solche Demut macht es möglich, dass sich das Gebot erfüllt, das uns JESUS gab: “Liebt einander! Wie ICH euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben.”(Joh 13,34).
Die Fußwaschung, die Einsetzung der Eucharistie und der Tod am Kreuz zeigen uns, wie man seine Brüder und Schwestern lieben soll, um das Gebot des HERRN zu erfüllen.

Pater Mateusz

 

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