Wallfahrtswoche in Blieskastel

„Warum heute noch wallfahren? Ist das nicht altmodisch? Ist das nicht längst überholt – ein Relikt vergangener Tage?“ So mag vielleicht mancher denken, der die Einladung zur Wallfahrtswoche in Blieskastel in der Presse oder im Internet gelesen hat.

Dekanatswallfahrt 2014
„Wallfahrtswoche, das ist vielleicht  etwas für die Alten und Gebrechlichen, aber doch nicht für mich.“ Wer vielleicht so oder ähnlich denkt, und deshalb nicht gekommen ist, weiß nicht, was er verpasst.

Die Atmosphäre, die man bei einer Wallfahrt erleben darf, ist schwer zu beschreiben, aber sehr schön. Da kommen Junge und Alte, Gesunde und Kranke, ganze Pfarreien, einfach nur mit dem einen gemeinsamen Ziel: Der Mutter GOTTES und Unserer Lieben Frau mit den Pfeilen in Blieskastel die Ehre zu erweisen.

In der Parkanlage

Warum aber eine ganze Woche – jeden Abend das gleiche Programm? Weil im September so viele Marienfeste begangen werden. Es beginnt mit „Mariä Geburt“ am 8. September, gefolgt von „Mariä Namen“ am 12. September, „Fatimatag“ am 13. September und endet mit dem „Fest der sieben Schmerzen Mariens“ am 15. September.

Beim Fest der Kreuzerhöhung am 14. September begehen die Franziskaner Minoriten Blieskastel das Patrozinium der Heilig-Kreuz-Kapelle, am 15. September, schließt sich das Patrozinium der Wallfahrtskirche an.  Wenn das kein Grund zum Feiern ist! Ich finde es erstaunlich – dass auch in unserer Zeit so viele Wallfahrer zum Teil an mehreren Abenden zur Wallfahrt kommen.

Prozession des Dekanates 2014

Ein ergreifendes Erlebnis ist für mich in jedem Jahr die Wallfahrt der Kranken. Es gibt viel Leid und Kummer in der Welt. Aber es ist bewundernswert, wie die Kranken ihr Schicksal gottergeben tragen. Geduldig wartete jeder, bis er an die Reihe kam, um sich die Krankensalbung spenden zu lassen. Pater Piotr, Pater Mateusz und Pater Józef salbten in diesem Jahr die Kranken. Und trotz des Elends und Leides war tiefe Ergriffenheit und Dankbarkeit zu spüren. Wenn auch nicht alle Kranken die Lichterprozession mitmachen konnten, waren sie doch mitten im Geschehen. Sie verblieben in der Kirche, beteten und sangen mit. Die Prozession endete wieder in der Klosterkirche, so dass alle mit hinein genommen wurden in den Lobpreis Mariens.

Bischof Karl Heinz Wiesemann in der Wallfahrtskirche

 

„Bis auf den letzten Platz besetzt“ war die Wallfahrtskirche am 14. September, als Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann ein Pontifikalamt zelebrierte. Er predigte zum Patroziniumsfest der Gnadenkapelle, zum Fest der Kreuzerhöhung. „Unser Gott ist nicht gewalttätig, unser GOTT erniedrigte sich selbst, wurde zum Sklaven und den Menschen gleich. Er liebte uns so sehr, dass er sich für uns wehrlos machte und sich für uns ans Kreuz schlagen ließ. So erhöht zeigte er uns seine Liebe. Wer zu JESUS gehören will, wird an seinem Kreuz nicht vorbei kommen, wird sein Kreuz wie JESUS tragen müssen…“ Viele Kerzen erleuchtete den Weg bei der anschließenden Prozession. Zum Abschluss erteilte Bischof Karl-Heinz auf im Klosterinnenhof mit einer Kreuz-Reliquie den Segen.

Mit dem Fest der sieben Schmerzen Mariens endete schließlich die Wallfahrtswoche. Maria, unsere himmlische Mutter, hat in ihrem Leben alles durch, was man sich nur vorstellen kann: Flucht, Verfolgung, Verlust Ihres Sohnes in Jerusalem, Kreuzweg, JESU Tod am Kreuz, die Grablegung. Überall war Maria dabei. Und wie gut kann sie mit uns mitfühlen. Welche Qualen sie ausgehalten haben mag, als JESUS zu Unrecht verurteilt und ans Kreuz geschlagen wurde, kann man nur erahnen. Deshalb kann Maria mitfühlen mit unserem vielfältigen Kreuzen und Leiden. So wird sie selbst für uns zur Trost- und Gnadenspenderin.

Prozession am 14.09.

 

Warum heute noch wallfahren? Dafür gibt es verschiedene Gründe, einer so wichtig wie der andere: Um Maria um ihre Hilfe zu bitten, um Maria für ihre Hilfe zu danken oder einfach nur um Maria zu ehren, die von GOTT selbst eine Sonderstellung bekommen hat und als Einzige würdig  war,  die   MUTTER  GOTTES   zu werden..

Vor der Gnadenkapelle

Andrea Weinmann

Gersheim

 

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