GESCHICHTE

Entstehung

Die Kapelle steht auf dem Han, einer Anhöhe über dem Bliestal.

1682/83 entstand durch „Meister Thomas Gampfer“ (Camper) – an Stelle einer kleineren Kapelle – der heute noch stehende flachgedeckte Saalbau mit dreiseitigem Schluss.

Bauherren waren die in Koblenz regierenden Freiherren Carl Caspar und Damian Adolph von der Leyen, deren Wappen noch das Portal ziert. Bauaufsicht übte als eifriger Förderer der Kapelle der Leyensche Amtmann Johann Simon Rosinus aus.

Ein im Jahre angelegtes Stiftungsbuch enthält als Spender – neben verschiedenen Familienmitgliedern des Leyenschen Hauses – Eintragungen aus allen Bevölkerungsschichten der näheren und weiteren Umgebung.“

Zur vermehrten Einpflanzung christlich katholischer Andacht der Untertanen“ wurden auf dem Vorplatz eine Kreuzigungsgruppe mit den Schächern und die „sieben Fußfälle“ aus dem Kreuzweg Christi, sowie der Stationen der Sieben Schmerzen Mariens und ein Heiliges Grab errichtet. Ein Säulengang bildete den Abschluss der Gesamtanlage.

Kreuzwallfahrt

Der besondere Anziehungspunkt war eine Kreuzreliquie in der Kapelle. Der Schmuck im Kapelleninnern, besonders der sehr farbige Deckenstuck, der erst 1966 bei Renovierungsarbeiten wieder entdeckt wurde, bezog sich ganz auf die Kreuzwallfahrt.

Die Wallfahrtstage waren der 3. Mai und 14. September, die Tage der Kreuzauffindung und Kreuzerhöhung.

1692 erschien von Pfarrer Karl Desiderius Royer in Homburg ein Wallfahrtsbüchlein zu Ehren des heiligen Kreuzes mit dem Titel „Die glorreiche Erhöhung des Heiligen Kreuzes“. Bald kamen wegen der Stationen der Sieben Schmerzen Mariens noch der Schmerzensfreitag vor Palmsonntag als besonderer Wallfahrtstag hinzu.

Die Gottesdienste besorgten eigene Kapläne, ab 1775 die Franziskaner.

Franziskaner im Jahr 1804

Ab 1804 hielten die Franziskaner wieder Stationsandacht; der hiesige Apotheker Mehler ließ vom Bildhauer Matthias Weysser die Kreuzigungsgruppe nach altem Vorbild wieder herstellen.

Die beiden Schächerkreuze von 1685, denen 1688 durch Soldaten Arme und Beine verstümmelt wurden, waren noch erhalten und wurden gleichfalls restauriert. Sie gelten als die einzigen Großplastiken des 17. Jahrhunderts im Saarland.

Die Kreuzwegstationen in einer halboffenen Säulenhalle stammen aus dem Jahre 1857. Sie ersetzen die zerstörten „Sieben Fußfälle“. 1829 kam das Gnadenbild „Unsere Liebe Frau mit den Pfeilen“ in die Kreuzkapelle.

Kapuziner

1924 holte Bischof Ludwig Sebastian Kapuziner aus der bayerischen Ordensprovinz zur weiteren seelsorgerischen Betreuung nach Blieskastel. Schon ein Jahr später wurde nach den Plänen des Architekten H. Herkomer mit dem Bau der Klosteranlage begonnen und 1929 zu Ehren der „Schmerzhaften Mutter“ konsekriert.

In den angrenzenden Grünanlagen, die zum Spazieren gehen und zum Verweilen einladen, befinden sich figürliche Gruppendarstellungen des einheimischen Bildhauers Karl Riemann. Darunter befindet sich auch die bildliche Darstellung der Geschichte der Pfeilen-Madonna: „Unsere Liebe Frau mit den Pfeilen“.