Vor 20 Jahren übernahmen die Franziskaner Minoriten aus der Provinz Krakau von den bis dahin hier ansässigen Kapuziner-Mönchen, die alters- und gesundheitsbedingt das Kloster Blieskastel nicht mehr betreuen konnten, die Wallfahrtsseelsorge in Blieskastel. Noch im gleichen Jahr, an Weihnachten 2005, wurde von Pater Marek die erste Lebendige Krippe ins Leben gerufen. „Seitdem“, so erläutert Pater Dr. Mateusz Micek, der derzeitige Guardian des Klosters Blieskastel, „fand in jedem Jahr eine Lebendige Krippe statt. Nur in den Corona-Jahren mussten wir pausieren.“
Ab Anfang November proben die „Krippenspielkinder“ in jedem Jahr das Krippenspiel, das von der Teamleiterin Andrea Weinmann den Fähigkeiten der Kinder angepasst wird. „Dabei versuchen wir auch, das Geschehen in Bethlehem aus unterschiedlichen Perspektiven darzustellen. „Wie hat sich Josef gefühlt?“, war ebenso schon Thema wie „wie haben sich die Engelchen wohl auf Weihnachten vorbereitet“ oder auch „Wie ist die Lebendige Krippe überhaupt entstanden?“
In diesem Jahr wurde die Weihnachtsgeschichte aus der Sicht des Sterns, gespielt von Lea Buhr, erzählt.
„Vor 2000 Jahren ist es geschehen:
Da konnte man mich am Himmel sehen.
Ich leuchtete aus der Ferne
Viel heller als die anderen Sterne“,
so begann der Stern von Bethlehem seinen Text. In der nächsten Szene kam ein Soldat, gespielt von Ilay Urgatz, und gab Maria (Lea Anton) und Josef (Joshua Hillen) den Befehl zur Volkszählung bekannt. Während des Liedes „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit“ begaben sch Maria und Josef auf den weiten Weg nach Bethlehem, in dem sie seitlich an den Beichtstühlen der Klosterkirche vorbei durch den Mittelgang nach Bethlehem zogen, wo sie vergeblich nach einer Unterkunft Ausschau hielten. Schließlich klopften sie an der letzten Tür, und der Herbergsvater, gespielt von Immanuel Hillen, bot ihnen den Stall, der während des Liedes von einem Betreuer-Team aus Eltern und Großeltern aufgebaut worden war, als Übernachtungsmöglichkeit an. Dort brachte Maria das Jesuskind zur Welt.
Zum Lied „Zu Bethlehem geboren, begaben sich die Hirten (Agnieszka Hofmann mit Charlie Hofmann, Gabriel Jendrynka, Immanuel Hillen und Ilay Urgatz) vor den Sternenhimmel, das Verkündigungsengelchen (Rosa Hofmann) stellte sich hinter denselben und kam auf das Stichwort:“ Doch plötzlich umgab sie ein helles Licht und der Engel sprach: Fürchtet euch nicht“ nach vorne zu den Hirten. Beim anschließenden Lied „Engel auf den Feldern singen“ gab unser Engelchen alles, um auch sein musikalisches Können unter Beweis zu stellen. Man merkte ihm deutlich die Freude darüber an, dass das Publikum mitsang.
Das Engelchen flog zum Stall von Bethlehem, während die Hirten zuerst einmal das Erlebte verdauen mussten. Als sie sich endlich berappelt hatten, packten sie noch schnell Käse und Milch ein, um nicht mit leeren Händen zu dem Kind im Stall zu kommen, und zogen zu dem Lied „Kommet ihr Hirten“ auf der gegenüberliegenden Wandseite durch den Mittelflur zum Stall von Bethlehem ein, wo Maria und Josef sich sehr über die mitgebrachten Gaben freuten.
Derweil hatten drei Sterndeuter (gespielt von Filis und Sandra Stolz sowie Elisabeth Berwanger) im Orient den Stern entdeckt und machten sich ihre eigenen Gedanken zu diesem besonderen Himmelsschauspiel. Sie zogen zum Lied „Es ist für uns eine Zeit angekommen“ in die Kirche ein, beratschlagten kurz, was zu tun sei und zogen zum Lied „Stern über Bethlehem“ zur Krippe, wo inzwischen die Jesus-Kind-Puppe durch das Baby Malou Noll ausgetauscht worden war. Der Stern begleitete sie auf ihrem langen Weg (gegenüberliegender Flur der Klosterkirche, dann Mittelflur) bis zum Stall.
Die Lektorin (Vanessa Nimpsch) beendete das Krippenspiel mit den Worten:
Die Könige verweilten im Stall einen Augenblick
Und zogen dann in den Orient zurück.
Machen wir es wie die Könige und folgen wir dem Stern,
beten wir an den König und Herrn.
Nach dem anschließenden Wortgottesdienstteil, der von Pater Mateusz unter Beteiligung der Eltern und Großeltern gestaltet wurde, lud Pater Mateusz Groß und Klein zum Einzelsegen ein. Anschließend fand im Klosterhof, wo lebende Tiere die Szenerie bereicherten, ein gemütliches Beisammensein bei Plätzchen, Kinderpunsch und Glühwein statt. Auch in diesem Jahr stand uns hierfür das bewährte Team Pia und Hubert Erlenkämper, Anni Bubel und Bruder Jakub zu Verfügung. Die Plätzchen wurden von Café Kuhn und Anni Bubel gespendet.
Wir danken den Besitzern der Tiere, Familie Müller, Erzentalerhof in Gersheim (Alpakas), Frau Monika Bützow aus Kirkel (Esel) und Familie Kutsch (Schäfchen), dass sie uns ihre Tiere für die Außenkrippe gebracht haben. Ein ganz besonderer Dank gilt unseren Musikerinnen und Musikern, die uns schon seit Jahren die Treue halten und jedes Jahr am zweiten Weihnachtstag unser Krippensiel mit wunderschönen Instrumentalklängen bereichern, sowie unserem Organisten Franz-Josef Berwanger.
Impressionen des Krippenspiels 2025 – Fotos Kathrin Pfund



























