Klosterfest-Nachlese-Teil 1 – Klosterfestpredigt

„Die Wallfahrtskirche platzt aus allen Nähten“,  so möchte ich mein Gefühl beschreiben, als ich am Eröffnungsgottesdienst teilnahm. „So könnte es immer sein…“ Und Pater Mateusz hatte nicht zu viel versprochen, als er in den vergangenen Wochen eine Predigt der besonderen Art ankündigte. Eines solchen Festtages angemessen, enthielt die Predigt trotz ernsten Hintergrunds viele lustige Passagen, die die Gottesdienstbesucher zum Lachen brachten. Auf vielfachen Wunsch nach Erhalt eines Exemplars stelle ich im Auftrag von Pater Mateusz dessen Klosterfestpredigt hier auf der Web-Seite zum Nachlesen, Kopieren und Ausdrucken ein.

Andrea Weinmann, Gersheim

Als Noah aus der Arche war,

da trat zu ihm der Herrgott gar
und sah des Noah Opfer fein
und sprach: „Ich will dir gnädig sein
und weil du ein so frommes Haus
so bitt´ dir selbst `ne Gnade aus!“

Da sprach der Noah: „Lieber Herr!
Das Wasser schmeckt mir gar nicht mehr,
weil darin ertrunken sind
all‘ sündhaft Vieh und Menschenkind:
Drum möcht‘ ich armer, alter Mann
was anderes zu trinken hann.“

Da griff der Herr ins Paradies
Und gab ihm einen Weinstock süß
Und sprach: „Den sollst du pflegen sehr!“
Und gab ihm guten Rat und Lehr‘
Und zeigte ihm, wie‘s richtig geht;
dass der Weinstock in vollen Reben steht.

Noah rief zusammen Weib und Kind,
dazu sein ganzes Hausgesind‘;
pflanzt Weinberg‘ rings um sich herum,
der Noah war fürwahr nicht dumm;
baut‘ Kelter dann und presst‘ den Wein
und füllt‘ ihn gar in Fässer ein.

Der Noah war ein frommer Mann,
stach ein Fass nach dem andern an
und trank es aus zu Gottes Ehr‘,
das macht‘ ihm dann doch groß Beschwer;

Denn ich sag es euch ganz offen,
er lag nackt da, weil besoffen.
Soweit wie bei unserem Noah, dem Frommen,
lassen wir’s am Klosterfest nicht kommen.
Der Wein, der bei uns ausgegossen,
wird in Maßen stets genossen.
Denn so erfreut er des Menschen Herz,
das steht in den Psalmen, das ist kein Scherz.

Noah lebte, nachdem die Sintflut war,
dreihundert noch und fünfzig Jahr‘.

Ein kluger Mann weiß, wenn er‘s recht bedenkt,
was uns im Wein der Himmel schenkt.
Drum lasst den Wein euch heute munden,
ich habe noch ein passendes Sprichwort gefunden:

Wird einer früh vom Tod betroffen,
heißt es: Er hat sich totgesoffen
Ist es einer von den guten Alten
Dann heißt es: Den hat der Wein erhalten.
Noah dafür das beste Beispiel war,
denn er wurde 950 Jahr.

Klosterfestwein, wie ihn schon Noah machte
Schenkt ihn euch ein
So wie es Gott erdachte,
feiern darf sein,
hier auf dem Klosterberg bei Essen und Wein.

Denken wir an Christus, unseren HERRN,
auch er mochte das Feiern gern
Er war einer der geladenen Gäste
In Kanaa beim Hochzeitsfeste.

Doch den Brautleuten ging aus der Wein.
Maria dachte: Das darf nicht sein.
Und bat Jesus um Hilfe aus dieser Verlegenheit,
jeder von uns kennt diese Begebenheit,
denn JESUS wirkte auf Bitten Mariens mitunter,
sein erstes – biblisch belegtes Wunder.

Er wandelte das Wasser um in Wein,
Dieser war besonders fein.
Sodass der für das Festmahl Verantwortliche staunte,
und dem Bräutigam empört zuraunte,
dass man bei einem solchen Fest bedenkt,
dass man zuerst den guten Wein ausschenkt.

Auch dazu wurde schon ein Sprichwort verfasst,
das sicherlich in diese Predigt passt:
„Er predigt Wasser“ wird gesagt
„Und trinkt dann Wein, der mehr behagt“
Für einen Weinfreud gilt das nicht,
weil der nicht viel vom Wasser spricht.

Klosterfestwein, würde auch JESUS munden,
schenkt ihn euch ein
und verbringt viel schöne Stunden
bei unserem Fest,
das uns als Christen feiern lässt,
beim Klosterfest.

Da es um den Wein heut geht:
Wusstet ihr, dass in der Bibel steht,
dass eben dieser Wein,
auch mal Arznei kann sein.
Denn Paulus schrieb an Timotheus:
Bereitet dein Magen dir Verdruss,
trink nicht nur Wasser, sondern mische darin Wein,
du wirst sehen, es wird bald besser sein!
Der barmherzige Samariter, in Jesu Geschicht,
behandelte die Wunden mit Wein, wundert euch nicht.

Liebe Gläubige, wenn ich es recht bedenk‘,
der Wein ist wahrlich ein Himmelsgeschenk,
denn er ist Vielfältiges im Leben
– süße Trauben an den Reben
– Most, der wild im Fasse gärt,
– Wein, der sich zur Reife klärt.
Und trinkt man diesen edlen Saft
Dann spürt man reine Lebenskraft.

Klosterfestwein, ist eine Gottesgabe,
schenk ich mir ein,
wenn ich mich daran labe,
dank ich dem Herrn,
dass ihr gekommen seid von nah
und von fern.

Doch – ich möchte’s mal so beschreiben,
man kann auch alles übertreiben.
Der Apostel Paulus warnt in einem Brief,
in dem er die Epheser zur Ordnung rief:
Und betrinkt euch nicht mit Wein,
Liebe Leut‘, das muss nicht sein!
Denn es ist nach Gottes Willen:
Lasst euch vom Heiligen Geist erfüllen.
Der Heilige Paulus hat wohl recht,
zu viel Wein, das wäre schlecht.
Denn der größte Feind für des Menschen Wohl
Ist und bleibt der Alkohol
Doch in der Bibel steht geschrieben
Du sollst auch deine Feinde lieben

Eine Frage noch, ihr Frommen:
Wie seid ihr heute zu uns gekommen?
Mit dem Auto, der Bahn oder dem Bus?
Oder kamt ihr hierher zu Fuß?

Es erübrigt sich, dass ich euch sage,
dass ich nicht ohne Grund dies frage:
Denn in vollen Zügen Bahn zu reisen,
kann sich als unbequem erweisen.
Genießt du den Wein in vollen Zügen
Hast du bestimmt viel mehr Vergnügen.

Meine Predigt heut,
bei der ihr sehr viel lachtet
war nicht so ernst gemeint,
wie ihr vielleicht mal dachtet,
gebt euch nicht den Rest
das wär nicht schön am Klosterfest
das uns feiern lässt

Denn Klosterfestwein
Als Gottes Gabe gesehen,
schenkst du ihn dir ein
dann lass dein Auto stehen,
Feiern darf zwar sein.
Doch denke an den Führerschein,
trinkst du gern Wein.

Amen

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